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Autobauer

Daimler bietet Bund EADS-Anteile an

Erstellt 17.02.11, 18:07h

Daimler hat der Bundesregierung den Kauf der Hälfte seines Anteils am Luft- und Raumfahrtkonzern EADS angeboten. Daimler will damit Klarheit über die künftige Eigentümerstruktur des deutsch-französischen Konzerns schaffen.

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Das Logo von EADS am Unternehmens-Standort in Friedrichshafen am Bodensee. (Bild: dpa)
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Das Logo von EADS am Unternehmens-Standort in Friedrichshafen am Bodensee. (Bild: dpa)
BERLIN - Der Autobauer Daimler will die Hälfte seiner Beteiligung am europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS an die Bundesregierung abtreten. Der Stuttgarter Konzern habe dem Bund die Hälfte seines 15-prozentigen Anteils angeboten, hieß es am Donnerstag in der Regierung. Damit versucht Daimler frühzeitig Klarheit über die künftige Eigentümerstruktur des deutsch-französischen Konzerns zu schaffen. Denn ein privater deutscher Investor ist bisher nicht in Sicht.

Bundeskanzlerin Angela Merkel will am kommenden Mittwoch mit ihren Ministern für Wirtschaft und Finanzen, Rainer Brüderle und Wolfgang Schäuble, über die Neuordnung des deutschen EADS-Anteils beraten. Der Luftfahrtkoordinator der Bundesregierung, Peter Hintze, sagte, die deutsch-französische Balance bei EADS habe dabei Priorität. "Alle unsere Schritte und Maßnahmen stellen wir unter dieses Oberziel", sagte er der Nachrichtenagentur Reuters.

Daimler hält noch 15 Prozent der Aktien selbst, weitere 7,5 Prozent liegen bei einem Konsortium privater und öffentlicher Banken - deren Stimmrechte aber ebenfalls Daimler ausübt. Der Autobauer kommt damit wie der französische Staat und der französische Rüstungs- und Medienkonzern Lagardere zusammen auf Stimmrechte von 22,5 Prozent.

Fieberhafte Suche nach deutschem Käufer

Das Wirtschaftsministerium sucht bereits fieberhaft nach einem deutschen Käufer für die EADS-Anteile von Daimler. Findet sich kein Nachfolger für den Autobauer, hätte Frankreich ein Vorkaufsrecht. In diesem Fall würde das für die Verteilung von Fertigungsstätten und Führungsposten wichtige deutsch-französische Gleichgewicht bei EADS kippen. Zusätzlich erschwert wird die Neuordnung, weil im kommenden Jahr auch die Verträge mit dem deutschen Bankenkonsortium auslaufen.

In hochrangigen Industriekreisen wurden drei Lösungswege für das Dilemma aufgezeigt. Zum einen könnte Daimler überredet werden, seinen 15-prozentigen Anteil zu behalten, was aber als nicht sehr wahrscheinlich angesehen wurde. Ebenfalls als wenig aussichtsreich gilt die Variante, dass Frankreich seinen Anteil parallel zurückfährt. Oder ein anderer deutscher Konzern könnte die Anteile übernehmen. "Es gibt in Deutschland aber kein Unternehmen dieser Größe, das so ein Milliarden-Geschäft stemmen kann", hieß es. Der 15-prozentige Anteil von Daimler hat zurzeit einen Marktwert von 2,7 Milliarden Euro.

In Bankenkreisen hieß es zudem, das bereits jetzt beteiligte Bankenkonsortium habe kein Interesse daran, seinen Anteil von 7,5 Prozent aufzustocken. Es wolle vielmehr die praktisch nur bei ihm geparkten EADS-Aktien ebenfalls loswerden.

Damit bliebe theoretisch nur der Bund als Käufer - mit oder ohne Beteiligung der Bundesländer mit EADS-Standorten. Dagegen regt sich allerdings Widerstand in der Koalition. Ein führender Liberaler sagte, ein solcher Schritt stünde völlig konträr zur ordnungspolitischen Linie der Koalition. Das gelte auch für eine indirekte Lösung über die Staatsbank KfW. Diese würde dann Garantien des Bundes verlangen. So oder so müsste der Bund Einfluss auf EADS ausüben.

Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" berichtete, Daimler strebe offenbar an, dass der Bund zwar Kapitalanteile übernehme, die EADS-Stimmrechte aber bei dem Autobauer blieben. Dazu würde passen, dass Daimler-Chef Dieter Zetsche am Mittwoch zu Reuters Insider TV gesagt hatte, der Autokonzern wolle die "industrielle Führerschaft" bei EADS behalten. (rtr)



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