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Kulturausgaben

Aufstand in den Stadtteilen

Von Rainer Rudolph, 18.02.11, 12:55h, aktualisiert 18.02.11, 13:53h

Kölns Bezirksbürgermeister proben den Aufstand: Während die Stadt für Prestigeobjekte in der Innenstadt wie das Opernquartier Millionen ausgebe, trockneten die Stadtteile finanziell aus. Auch die horrenden Kosten für das Tanzhaus kritisieren sie.

Tanzhaus Köln
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Das Tanzhaus an der Schanzenstraße. (Bild: Rakoczy)
Tanzhaus Köln
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Das Tanzhaus an der Schanzenstraße. (Bild: Rakoczy)
Köln - Kölns Bezirksbürgermeister proben den Aufstand. „Für ein nicht genutztes Tanzhaus wird eine halbe Million Euro zum Fenster hinausgeworfen, und wir haben im gesamten Stadtbezirk Porz für kulturelle Zwecke gerade mal 22.000 Euro jährlich. Hier muss das Gleichgewicht in der Stadt wieder hergestellt werden“, kritisiert der Porzer Bezirksbürgermeister Willi Stadoll. Gemeinsam mit Josef Wirges (Ehrenfeld) und Markus Thiele (Kalk) fordert er eine Deckelung der Gesamtkosten für die Sanierung der Bühnen bei 240 Millionen Euro. Das eingesparte Geld solle auf die Stadtbezirke umgelegt werden. Außerdem forderten die Bürgermeister, die Oper als Interimslösung in der noch zu errichtenden Halle in Vogelsang unterzubringen. Diese könne dann später für kulturelle Zwecke im Stadtteil genutzt werden.

„Man darf Köln nicht nur von der Innenstadt aus betrachten“, erregt sich Thiele, „da werden Millionen verbrannt, und wir müssen Angst haben, dass wir den sozialen Zusammenhalt in unseren Vierteln nicht mehr organisieren können, weil es uns am Nötigsten fehlt.“ „Wir fordern nicht mehr, als die Verhältnisse in die richtige Relation zu bringen“, sagt Stadoll. „In Finkenberg brennen die Autos, und einzelne Künstler glauben die Stadt mit ihrem Weggang erpressen zu können,wenn sie nicht Millionenbeträge erhalten. Darüber regen wir uns auf.“

Nicht nur Großprojekte

Die dezentrale Kulturarbeit in der Stadt, wie sie vor langer Zeit Kulturdezernent Kurt Hackenberg gefordert habe, werde heute völlig vernachlässigt, kritisiert Wirges. Die spärlich vorhandenen Mittel dürften nicht nur für Großprojekte ausgegeben werden. Auch in Ehrenfeld gebe es vier freie Theater, die um ihre Existenz kämpften, ähnliches gelte für andere Stadtteile. In der finanziellen Krise der Stadt komme es darauf an, sich auf das Notwendige zu beschränken und die soziale Verantwortung für die Gesamtstadt zu übernehmen.

Wirges verlangt vom Rat, die Oper in die geplante Halle in Vogelsang auszuquartieren. Hier könne man auch Büros, Lagerräume und die Personalvertretung unterbringen. Alle Investitionen seien nachhaltig, weil die Halle dem Stadtteil erhalten bleibe, während für das Zelt ein Ende abzusehen sei. Mit 4,57 Millionen Euro sei der Mietpreis für die Gesamtzeit nicht zu hoch.

Die drei Bürgermeister betonen, dass sie – bei kleinen Abweichungen – für alle Bezirksbürgermeister sprächen, auch für den der Innenstadt, in der sich die große Kultur abspiele. „In Zukunft werden sie öfter von uns hören“, so Thiele.



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