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Projekt

Eine neue Schule für Köln

Von Helmut Frangenberg, 17.04.11, 18:33h, aktualisiert 21.04.11, 11:07h

Schüler, die individuell gefördert werden, und Lernstoff, der sich an der Lebenspraxis orientiert: Kölner Pädagogen und Wissenschaftler konzipieren eine Schule für die Zukunft. Die Idee von „School is open“: Eine Ganztagsschule für alle.

Asselhoven, Kargl, Reich
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Diplom-Pädagoge Dieter Asselhoven, Silke B. Kargl, Prof Dr. Kersten Reich (Bild: Schwarz)
Asselhoven, Kargl, Reich
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Diplom-Pädagoge Dieter Asselhoven, Silke B. Kargl, Prof Dr. Kersten Reich (Bild: Schwarz)
Köln - „Die Wissenschaft muss beweisen können, dass es funktionieren kann.“ Kersten Reich, Lehr- und Lernforscher an der Kölner Universität, wirbt für eine Schule, in der möglichst viel von dem umgesetzt werden kann, was Pädagogen von der Schule der Zukunft fordern. „Eine Schule für alle“ soll es sein, die Erfahrungen der immer noch wenigen Regelschulen für alle Kinder – egal, ob behindert oder nicht – aufnimmt und weiter entwickelt. Dazu wollen Reich und seine Mitstreiter aus der humanwissenschaftlichen Fakultät ein „großes Schiff mit unglaublich vielen Ressourcen“ – gemeint ist die Universität – richtig in Fahrt bringen. Ein reizvoller Gedanke: Forschung und Lehre, Wissen und Praxiserfahrung, fließen ein in Konzeption und Alltag einer großen neuen Kölner Schule, in der neben Lehrern aller Fachrichtungen auch Studenten die Praxisphase ihres Lehramtsstudiums absolvieren. „Wir wollen zeigen, was möglich ist“, sagt Reich.

Im Mai treffen sich der Rektor der Uni Axel Freimuth und OB Jürgen Roters auch, um über das Schulprojekt zu sprechen. Mit der Vorlage ihres Schulentwicklungsplans hat die städtische Fachverwaltung bereits klar gestellt, was sie von der Idee hält: Das neue Bildungsangebot soll als öffentliche Schule die Bildungslandschaft bereichern. Als Standort hat Schuldezernentin Agnes Klein das Sürther Feld ins Spiel gebracht.

Die Überlegungen der Uni sind weit fortgeschritten. Als vor fünf Jahren die Studiengebühren eingeführt wurden, entschloss sich die Humanwissenschaftliche Fakultät dazu, einen Teil der neuen Einnahmen für das Projekt bereit zu stellen, dem sie den Namen „School is open“ gaben. Die Studierenden hätten sich eine Praxisschule gewünscht, sagt Silke Kargl, die mittlerweile als hauptamtliche Geschäftsführerin des Projekts arbeitet. Eine Vorlesungsreihe beschäftigt sich mit den schulpolitischen Herausforderungen der Zukunft.

Das Leben in 15 Jahren

Die Schule wird eine inklusive Ganztagsschule für die Klassen 1 bis 13. Die Schüler werden individuell gefördert, der Übergang vom vierten Schuljahr in eine weiterführende Schule wird gestrichen. Zwei Lehrer, einer mit sonderpädagogischer Ausbildung, kümmern sich um eine Klasse, zusätzlich sind ein bis zwei Lehramtsstudenten dabei. Für die Lehrer ist die Schule der Arbeitsplatz mit Anwesenheitspflicht bis zum Schulschluss. Das heißt aber auch: Kein Lehrer muss Arbeit mit nach Hause nehmen. Mit ihren Ideen wagen sich Lehrende und Studierende an ein weiteres heißes Eisen: Was muss eine moderne Schule heute noch lernen? „Auf lange Sicht muss man sich von dieser Anhäufung von Lernstoff verabschieden“, fordert Reich. Entscheidend müsse doch sein, was wichtig ist „für das Leben in 15 Jahren“, sagt Diplom-Pädagoge Dieter Asselhoven. Ein Schwerpunkt soll auf Sprachen liegen.

Drei bis vier Jahre seien nötig, um die neue Schule starten zu lassen, wenn klar ist, wo man sie bauen könnte. Einzelne Ideen und Konzepte könne man jedoch bereits vorher an existierenden Schulen umsetzen. So arbeitet man mit der Gesamtschule Holweide oder der Martin-Luther-King-Schule in Weiden zusammen. Holweide gilt beim Thema Inklusion von Behinderten in Köln als vorbildlich. Die Hauptschule in Weiden möchte sich wie die Universitätsschule zu einer so genannten Individualschule für Schüler vom ersten bis zum 13. Schuljahr entwickeln. Die Unterstützung der Stadt ist der Uni sicher. Nun wartet man auf das Land, das die Schule als Modellprojekt genehmigen müsste.



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