Schriftgröße

Mönchengladbach - Dortmund

Meisterfeiern kann ich nicht leiden!

Von Thorsten Keller, 20.04.11, 14:51h, aktualisiert 20.04.11, 16:18h

Gladbach wird in Mainz verpfiffen, Präsident Königs faselt „Never Surrender“ und der entschaeferte Karnevalsverein geht nicht auf Eier-, sondern auf Maulwurfsuche. Frohe Ostern!

Gladbach-Tasse
Bild vergrößern
Den 3. Abstieg vor Augen: Thorsten Keller versteckt sich ausnahmsweise hinter seiner Fan-Tasse. (Bild: Grönert)
Gladbach-Tasse
Bild verkleinern
Den 3. Abstieg vor Augen: Thorsten Keller versteckt sich ausnahmsweise hinter seiner Fan-Tasse. (Bild: Grönert)
Die lustigsten Neuigkeiten zuerst: Der kölsche Ja-Sager Lukas Podolski hat sein offizielles Hochzeitfoto exklusiv an die "Bild"-Zeitung verscherbelt. Diese Nachricht musste der "Bolzplatz" noch nicht einmal eigenhändig recherchieren, sie flatterte am Mittwoch unentgeltlich ins Haus.

Da sonderte die Berliner Anwaltskanzlei Schertz/Bergmann eines ihrer berüchtigten "pressrechtlichen Informationsschreiben" ab und tat kund: "Die diesbezügliche Veröffentlichung (gemeint ist "Bild") hat unser Mandant ausdrücklich gestattet". Und schickte eine Warnung hinterher: Wer dieses absolute Dokument der polnischen Zeitgeschichte nun einfach so nachdruckt, verletzt das Selbstbestimmungs-, Leistungsschutz- und Urheberrecht von LP10. Behaupten zumindest die Anwälte. Und solche Leute belieben ja selten zu schertzen.

Die Ballade von Lukas und Monika wäre zu privat und banal für diese Premium-Erzrivalen-Kolumne, wäre da nicht die Demission von Frank Schaefer beim Karnevalsverein. Die hat dem Kollegen Kaumfmann den Strandurlaub vergällt und ihn in eine akute Skibbophobie (laut Medizin-Lexion eine „panische Angst vor nichtssagenden Trainern“) versetzt, die man nicht mal dem ärgsten Erzrivalen wünscht.

Aber zurück zum Schaefer: Der gläubige Übungsleiter, der mit ungläubigem Staunen seine Demontage durch FC-Sportdirektor Finke erlebte, begründet seinen Abgang auch mit den Interna, die von seiner Herde aus der Kabine direkt an die Medien lanciert wurden. Der entschaeferte Karnevalsverein geht also an diesen Ostertagen nicht auf Eier-, sondern auf Maulwurfsuche. Viel Spaß dabei!

Come on, FC: Wölfe reißen!

Es gehört zum moralischen Dilemma im Abstiegskampf, dass ich dem FC am Sonntag bei der Punktesuche in Wolfsburg fette Beute wünsche. Der FC wäre damit faktisch gerettet, Magaths Wölfe demoralisiert (vom Schaefer gerissen!) und Mönchengladbachs Abstand auf den Relegationsplatz betrüge womöglich nur noch zwei Punkte.

So bescheiden ist der Gladbacher geworden. Er rechnet schon gar nicht mehr mit einem Heimsieg, sondern allenfalls mit einem Remis gegen den kommenden Meister Borussia Dortmund. Das sollen die Schwarz-Gelben ja meinetwegen in aller Form feiern, aber doch bitte im eigenen Stadion! Notfalls müssen die Gladbacher das mit dem Rasensprenger regeln und die jubilierenden falschen Borussen vom Feld spülen. Also, nach dem Schlusspfiff. Der Hochgeschwindigkeitsfußball von Götze & Co wird meine Borussia am Samstag abend ganz gewiss vor Probleme stellen - zur Hoffnung Anlass gibt allerdings die nachlässige Chancenverwertung des BVB. In Hamburg (das Dortmunder 1:1 fiel in der Nachspielzeit) hätte sich das beinahe gerächt.

Und ja, wir müssen noch über Mainz reden: Gladbach verlor das Spiel in Unterzahl durch einen Sonntagschuss kurz vor ultimo und wurde beim Stande von 0:0 übel verpfiffen, als Schiedsrichter Dennis Eiterkind ein derbes Tackling von Polanski gegen Marco Reus nicht mit Elfmeter ahndete (was er nach Ansicht der Fernsehbilder als Irrtum erkannte).

Gladbachs Sportdirektor Max Eberl war fuchsteufelswild, weil der Schiri die Regeln gegen Gladbach äußerst penibel auslegte (Ampelkarte gegen Mike Hanke), um dann in der Schlüsselszene des Spiels "wie eine Wurst" zu pfeifen. Verehrter Max Eberl, weniger Diplomatie wäre in diesem Fall mehr gewesen.

Völlig daneben lagen die Herren Eberl, Königs und Bonhof aber mit einer anderen Einlassung nach dem Mainz-Spiel, vielleicht unter dem unmittelbaren Eindruck der unverdienten Niederlage. Sie sprachen es aus, das böse Wort mit "A", sagten aber, dass sie auf jeden Fall an ihren Stühlen kleben werden wie der Duftstein an der WC-Schüssel. Das stinkt zum Himmel und damit wird unser niederrheinisches Dreigestirn auf der Mitgliederversammlung am 29. Mai nicht durchkommen. Behauptet zumindest der Kolumnist. Und der beliebt ja selten zu schertzen.



Den Kölner Stadt-Anzeiger im Abonnement erhalten JETZT BESTELLEN!
4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%.

Kaufmanns Links


Kellers Links


Anzeige


Unsere liebsten Bildergalerien


Bundesliga-Quiz


1. FC Köln


Extra


Service


Dienste