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Verletzung

Gladbachs Reus droht die Bank

Von Daniel Theweleit, 25.05.11, 10:58h

Marco Reus
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Angeschlagen: Gladbachs Marco Reus. (Bild: dpa)
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Angeschlagen: Gladbachs Marco Reus. (Bild: dpa)
MÖNCHENGLADBACH - Die Nachwuchsabteilung von Borussia Dortmund wurde während der vergangenen Wochen mit Lob überschüttet. Die Fußballnation feierte den jüngsten Deutschen Meister aller Zeiten, ein Team voller Eigengewächse, doch gänzlich makellos ist die Jugendarbeit des BVB nun auch wieder nicht. Der Schönheitsfehler spielt bei Borussia Mönchengladbach und trägt den Namen Marco Reus. Denn die Dortmunder sortierten den heute 21-Jährigen 2006 aus. Reus sei nicht robust genug, hieß es, und der Angreifer landete über RW Ahlen in Mönchengladbach.

Dort ist er inzwischen so wichtig, dass die Fangemeinde sich seit Tagen besorgt mit seiner maladen Oberschenkelmuskulatur beschäftigt. Er habe sich im Relegationshinspiel gegen den VfL Bochum einen Muskelfaserriss zugezogen, gab der Klub bekannt, das stimme gar nicht, erwiderte Reus via „Bild“. Es sei „nur etwas Flüssigkeit“ im „stark verhärteten“ Muskel. Wie dem auch sei, sein Einsatz im Saisonfinale um den Klassenerhalt in Bochum ist gefährdet.

Ein Ausfall würde die Mannschaft hart treffen, denn Reus ist einer dieser seltenen Typen, die Spiele alleine entscheiden können. Zehn Treffer und neun Vorlagen stehen in dieser Saison zu Buche. Zudem scheint er sehr krisenresistent zu sein. Als die Borussia im Herbst eine Niederlage an die nächste reihte, war Reus trotzdem regelmäßig an Toren beteiligt. Auch aufgrund dieser Qualität hat Bundestrainer Joachim Löw den Jungstar zu denLänderspielen gegen Uruguay, in Österreich und in Aserbaidschan eingeladen. Es ist bereits die dritte Nominierung für Reus, ein Länderspiel hat er aber noch nicht absolviert. Immer kamen Verletzungen dazwischen, das droht nun erneut. Doch auch ohne Länderspiel ist Reus für die Top-Klubs interessant.

„Wir haben vor der Saison ein 15-Millionen-Angebot für Reus aus Wolfsburg abgelehnt“, sagte Borussia-Präsident Rolf Königs der „Rheinischen Post“, und es ist kein Geheimnis, dass Jürgen Klopp Reus gerne nach Dortmund zurückholen würde. Doch der Gladbacher hat seinen Vertrag im November bis 2015 verlängert. „Hier passt für mich einfach alles“, sagt er, angeblich gibt es nicht einmal eine Ausstiegsklausel für den Abstiegsfall. Eine Boulevardzeitung berichtet, Reus könnte 2012 für 18 Millionen Euro wechseln, 2013 sollen es 15 Millionen sein, 2014 noch zwölf. Diese Summen können in der Bundesliga wohl nur die Bayern stemmen.

Was mit Reus im Falle des Abstiegs passiert, ist dennoch ungewiss. Reus selbst gibt auf die Frage immer nur eine Antwort: „Ich spiele in der kommenden Saison mit Mönchengladbach in der Ersten Liga.“ Für dieses Ziel muss zur Not eben der Oberschenkel leiden.



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