Von Timm Gatter, 20.06.11, 15:08h
Der auf der jüngsten Ratssitzung einstimmig mit seinen beiden gleichberechtigten Stellvertretern Andreas Hillecke und Bernd Weißhaupt bestätigte Stadtbrandinspektor Ronald Hillbrenner begrüßte neben den zahlreich erschienenen Wehrkräften auch Bürgermeister Ernst Müller, Kreisbrandmeister Wolfgang Weiden, Ehren-Stadtbrandmeister Herbert Wieden sowie Vertreter der Verwaltung und des Rates. In seiner Rede legte Hillbrenner den Schwerpunkt auf die "Kernaufgabe der Wehr, den Schutz und die Sicherheit der Bürger in der Blütenstadt zu gewährleisten". Das was gestern war, lasse die Wehr hinter sich: "Wir werden in der Zukunft vor vielen Herausforderungen stehe, die wir nur gemeinsam bewältigen können."
Enges Finanzkorsett
In seiner "Brand-Rede" ging er auch auf die knappen Finanzen ein. Eine Feuerwehr ohne ausreichende Mittel zu betreiben, sei zum Scheitern verurteilt: "Wir bewegen uns in einem engen Finanzkorsett. Damit müssen und werden wir umgehen. Gemeinsam werden wir das auch schaffen." Bürgermeister Ernst Müller überbrachte die Grüße und Glückwünsche der Gemeinde. Die Startvoraussetzungen für das neue Trio und "mittlere Unternehmen Feuerwehr mit 180 Mitarbeitern" nannte er "gut". Schließlich war das Trio einstimmig vom Rat bei vier Enthaltungen bestätigt worden. Er wünschte der Führung Mut und Durchsetzungsvermögen. Im Namen der Stadt dankte der Bürgermeister dem nicht anwesenden Vorgänger Hillbrenners, Horst Schmidtberg, ganz besonders. Leichlingen könne stolz sein auf ihre Wehr mit derart hohem Ausbildungs- und Ausrüstungsniveau.
Für die drei SPD-Enthaltungen im Rat - sie kritisierten einzig das Verfahren, nicht die Personen - hatte Müller kein Verständnis: "Eine Anhörung ist keine Abstimmung." Damit war sein Ausflug in die Vergangenheit beendet. Für die Zukunft werde nun vor dem Hintergrund einer "straffen Planung" das "definierte Aufgabenheft" aus dem Brandschutzbedarfsplan in Angriff genommen. Dazu zählte Müller unter anderem den Fahrzeugpark und die Behebung der räumlichen Defizite beim Löschzug IV (Witzhelden): "In der zweiten Jahreshälfte geht es los."
Zerreißprobe
Den Weg in die Vergangenheit beschritt der Kreisbrandmeister Wolfgang Weiden ("Das ist kein normales Grußwort"): Er wehrte sich gegenüber der Kritik in der Öffentlichkeit, dass er im Ernennungsverfahren im Zusammenhang mit der "dramatischen Entwicklung in der gespaltenen Wehr" Fehler gemacht habe. "Ich habe die Entscheidungsprozesse angeschoben", so Weiden. Er werde das Gefühl nicht los, dass im kleinen Kämmerlein einige ihr Süppchen gekocht hätten und kochen. In der "Zerreißprobe" der Wehr habe er sein Bestes getan. "Auf der Strecke geblieben ist Horst Schmidtberg", sagte der Kreisbrandmeister. Und: "Seine Wehr war für mich eine feste Größe." Weiden verlieh ihm in Abwesenheit die Ehrennadel in Gold. Dass er mit seinen Worten den recht mühsam gefundenen neuen Weg konterkarierte, wurde nicht nur von der Wehrleitung und der Verwaltung in anschließenden Gesprächen sehr bedauert.
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