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Molotow-Cocktails

Mordanschlag auf Goman-Familie

Von Hartmut Zitzen, 25.07.11, 08:22h, aktualisiert 16.08.11, 17:24h

Unbekannte Täter haben in der Nacht zu Montag mit Molotow-Cocktails ein Haus in Wiesdorf in Brand gesetzt. Die Bewohner, Mitglieder der Leverkusener Großfamilie Goman, konnten rechtzeitig flüchten. Verletzt wurde niemand.

Brandanschlag
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Gegen 0.30 Uhr detonierten die Brandsätze. Nachbar Harry Peekhaus fotografierte das in Flammen stehende Erdgeschoss des Wohnhauses. (Bild: Harry Peekhaus)
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Gegen 0.30 Uhr detonierten die Brandsätze. Nachbar Harry Peekhaus fotografierte das in Flammen stehende Erdgeschoss des Wohnhauses. (Bild: Harry Peekhaus)
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Unbekannte Täter haben in der Nacht zu Montag mit Molotowcocktails ein Haus im Leverkusener Stadtteil Wiesdorf in Brand gesetzt. Die Bewohner, überwiegend Roma- und Sinti-Familien, konnten rechtzeitig flüchten. Verletzt wurde niemand. (Bild: Britta Berg)
Brandanschlag
Wiesdorf - Auf Angehörige der Leverkusener Großfamilie Goman ist am frühen Montagmorgen ein Brandanschlag verübt worden. Die unbekannten Täter hatten gegen 0.30 Uhr ein von zahlreichen Familienmitgliedern bewohntes Gebäude an der Ecke Carl-Leverkus-Straße/Kaiserstraße mit Molotow-Cocktails angegriffen. Verletzt wurde dabei niemand, der Sachschaden dürfte aber in die Hunderttausende gehen.

Wie Familienmitglieder dem „Leverkusener Anzeiger“ berichteten, hätten mehrere Männer zunächst versucht, die Scheiben des Eckhauses, in dem früher das Reitergeschäft „Sattelkammer“ war, einzuschlagen. Als die Bewohner das bemerkten und Alarm schlugen, seien die Täter zum Nachbargebäude gerannt und hätten Brandsätze in ein Kinderschlafzimmer im Erdgeschoss geschleudert. Es sei purer Zufall gewesen, dass sich zu diesem Zeitpunkt kein Kind dort aufgehalten habe, erklärte ein Sprecher der Familie.

Rauch und Flammen breiteten sich über das Treppenhaus zunächst in die darüber liegenden Stockwerke aus und griffen wenig später auch auf den zum Hinterhof gelegenen Trakt über. Den Bewohnern – in beiden Gebäuden zwischen 40 und 50 Personen, darunter zahlreiche Kinder – gelang es, sich ins Freie zu retten, noch bevor die Feuerwehr eintraf und die Flammen löschte. Mehrere Mitglieder der Familie wollen bis zu vier dunkel gekleidete Täter, teilweise mit Glatze, gesehen haben, von denen einer das Geschehen mit seinem Handy filmte.

Von Knall aus dem Schlaf gerissen

Astrid Voss, die schräg gegenüber wohnt, war zur Tatzeit von einem lauten Knall geweckt worden. „Als ich aus dem Fenster sah, rannten gerade zwei Vermummte in Richtung St.-Josef-Krankenhaus davon“, berichtete sie am Montagmittag. Gleichzeitig sei eine große Flamme aus der Erdgeschosswohnung geschlagen. Auch Willi Hoofs, der an der Kaiserstraße wohnt, war von einem Knall aus dem Schlaf gerissen worden, „als ob jemand mit einem Baseballschläger eine Autoscheibe zertrümmert“. Kurz darauf seien ein Pkw und ein Transporter mit Neusser und Frankfurter Kennzeichen die Kaiserstraße in Richtung Hauptstraße entlanggerast.

Die Polizei, die wegen versuchten Mordes ermittelt, schließt einen ausländerfeindlichen Hintergrund nicht aus. Ebenso wenig der Zentralrat der Sinti und Roma, der in einer Presseerklärung zunehmende Gewaltandrohungen der rechtsradikalen Szene per Internet beklagt und umfassende Aufklärung fordert. „Sollte die Tat einen fremdenfeindlichen Hintergrund haben, stellen wir fest, dass wir in Leverkusen solche Taten nicht akzeptieren und tolerieren werden. Leverkusen ist eine friedliche und tolerante Stadt, in der jedermann das Recht hat, frei und unbehelligt zu leben“, erklärte Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn am Nachmittag zu Beginn der Ratssitzung.



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