Von Markus Clemens, 25.07.11, 15:26h, aktualisiert 25.07.11, 17:00h
Dabei erweis sich das von Baumeister Vinzenz Statz errichtete Gebäude als reichlich zäh. Trotz seiner Baufälligkeit hielt es lange stand, doch nach und nach fielen die Mauern, die Deckenrosette und schließlich der Turm mit dem goldenen Hahn in die Tiefe. Der Kapellenturm fiel dann derart unvermittelt, dass er auf den Bagger stürzte. Baggerfahrer Mirko Dreher blieb aber glücklicherweise in seiner gesicherten Fahrerkabine unverletzt.
In den kommenden Tagen werden nun die Reste der Kapelle gesichtet. „Wir sammeln alles ein, was noch zu gebrauchen ist“, erklärte Stefan Beerden, Mitarbeiter der „Historischen Baustoffe Niederrhein.“ Denn die Kapellen-Überreste können überall für die Sanierung anderer historischer Gebäude verwendet werden.
Abbruchunternehmer Jörg Behr geht davon aus, dass am Mittwoch nicht mehr viel an die Kapelle erinnern wird. „Dann beginnen die Arbeiten an der Ritterakademie.“ Um überhaupt an die beiden Gebäude heranzukommen, mussten er und seine Männer einige Hindernisse aus dem Weg schaffen. „Das Hauptproblem lag darin, dass wir nur schwer an die Gebäude herankommen konnten. Diese Schwierigkeiten sind nun beseitigt. Lkw und Bagger fahren über den hinteren Teil des Schlossparkplatzes in den Schlosspark hinein.
Dafür musste ein Teil der alten Mauer dort abgebrochen werden. Ein weiteres Problem bestand darin, dass die historische Brücke, die über den Weiher führt, nicht für schwere Fahrzeuge geeignet ist. „Deshalb haben wir die Brücke gesichert und mit einer Stahlkonstruktion verstärkt“, erklärt Behr. Jetzt könne sie Lasten von bis zu 90 Tonnen tragen. Nachdem die Kapelle nun weitgehend verschwunden ist, wird mit dem Abbruch der Ritterakademie begonnen. „Ich denke, dass diese Arbeiten weitere zwei bis drei Wochen dauern“, schätzt Behr.
Ein Problem bei diesen Arbeiten wird die Beseitigung des Treppenhauses sein, das in Teilen aus Stahlbeton besteht. Die noch zu verwertenden Reste der Ritterakademie werden ebenfalls eingesammelt und wieder verwertet. Wenn beide Gebäude verschwunden sind, soll mit der Wiederherstellung des Areals am Schloss begonnen werden. Spätestens dann dürfte auch die Diskussion über die künftige Nutzung der bald freien Flächen beginnen. Sicher ist bislang nur, dass sie öffentlich zugänglich sein soll. Denkbar ist, dass dort eine Freilichtbühne entstehen wird.
Abbruch
27.07.2011 | 11.44 Uhr | allesneu
Was sagt uns das? Da wird mal ein Kulturgut nicht abgebaggert und niemand weiß es zu schätzen. Mein Vorschlag: das Schloß komplett abreißen und dort…
Abbruch
26.07.2011 | 22.06 Uhr | Andreas48
"Turm stürzte (sich) auf den Bagger:" Wenigsten einer hat sich bis zuletzt gewehrt. Hoffentlich hat man bei dem "Abbruchstreß" nicht vergessen, den…
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