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Marijn Dekkers

Bayer droht mit Produktion im Ausland

Erstellt 06.08.11, 14:19h, aktualisiert 07.08.11, 15:58h

Wegen zu hoher Energiepreise droht Bayer Unternehmenschef Marijn Dekkers mit einer Verlagerung seiner Produktion ins Ausland. Schon heute seien die Energiepreise in Deutschland die höchsten in der EU.

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Der Bayer-Konzerns hat am Donnerstag seine Zahlen für das zweite Quartal vorgestellt. (Bild: dpa)
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Der Bayer-Konzerns hat am Donnerstag seine Zahlen für das zweite Quartal vorgestellt. (Bild: dpa)
LEVERKUSEN - Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer droht wegen steigender Stromkosten nach der Energiewende in Deutschland mit einer Verlagerung seiner Produktion ins Ausland. „Es ist wichtig, dass wir im Vergleich mit anderen Ländern wettbewerbsfähig bleiben. Ansonsten kann sich ein globales Unternehmen wie Bayer überlegen, seine Produktion in Länder mit niedrigeren Energiekosten zu verlagern“, sagte Unternehmenschef Marijn Dekkers der „WirtschaftsWoche“ laut Vorabbericht vom Samstag. „Deutschland wird als Produktionsstandort für die energieintensive Chemieindustrie unattraktiver“, sagte Dekkers.

Schon heute seien die Energiepreise in Deutschland die höchsten in der EU, sagte der Niederländer. Daher investiere Bayers Kunststoff- und Chemiesparte bereits schwerpunktmäßig in China, wo das Leverkusener Unternehmen derzeit zudem die höchsten Wachstumsraten einfährt. „Deutschland verliert relativ an Bedeutung“, sagte der Bayer-Chef. Unterstützung bekommt Dekkers von Robert Hoffmann, dem Chef der Telekomfirma 1&1. „Es gibt zu viele Abgaben, die zu Unrecht den Strompreis erhöhen“, sagte Hoffmann der „WirtschaftsWoche“. 1&1 beziehe beispielsweise seinen Strom ausschließlich von norwegischen Wasserkraftwerken, müsse aber trotzdem in Deutschland die Umlage aus dem Erneuerbare-Energien-Gesetz zahlen.

2500 neue Jobs in Schwellenländern

Positiver als die Energiewende beurteilt Dekkers die weltweite Konjunktur, die sich nach seiner Einschätzung trotz der Schuldenkrise in Europa und den USA weiter positiv entwickeln wird. „Der Aufschwung wird weitergehen“, sagte Dekkers. Auch in China gebe es keine Anzeichen für das Platzen einer Blase. „Ich rechne dort mit einem weiteren Aufschwung.“

Dekkers hat Bayer im November ein radikales Sparprogramm verordnet. Mit dem Abbau von 4500 Arbeitsplätzen, davon allein 1700 in Deutschland, reagiert das Unternehmen auf den scharfen Wettbewerb mit den Herstellern billiger Nachahmermedikamente und die Einsparungen in den Gesundheitssystemen vieler Industrieländer.

Einen Teil des mit dem Stellenabbau eingesparten Geldes will Bayer in neue Pharmaprodukte, in den Pflanzenschutz und in die boomenden Schwellenländer Asiens investieren. „Insgesamt werden wir mehr als 2500 neue Jobs in Schwellenländern schaffen wie Brasilien, Indien, Russland oder China“, bekräftigte Dekkers in dem Interview. (rtr)



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