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Nazizeit-Debatte

Giordano greift Pen an

Erstellt 25.08.11, 17:07h, aktualisiert 25.08.11, 19:01h

Wegen einer Pressemitteilung des Schriftstellerverbandes Pen zu einer Ausstellung über seine Geschichte wirft der Autor Ralph Giordano dem Club „Geschichtsklitterung“ vor. Es geht um die Gleichschaltung des Verbandes während der NS-Zeit.

Ralph Giordano
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Ralph Giordano. (Bild: ksta)
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Ralph Giordano. (Bild: ksta)
KÖLN - Um die Vergangenheit der Schriftstellervereinigung Pen während der NS-Zeit in Deutschland ist ein Autorenstreit ausgebrochen. Der in Köln lebende Schriftsteller Ralph Giordano warf am Donnerstag in einer Presseerklärung dem deutschen Pen-Club Geschichtsklitterung vor. Der Pen-Club sei keineswegs, wie in einer Pressemitteilung behauptet, 1933 aufgelöst, sondern von den Nazis gleichgeschaltet worden und aus dem Internationalen Pen ausgetreten. Zuvor hatte bereits der Präsident des PEN-Zentrums deutschsprachiger Autoren im Ausland, Günter Kunert, diese Art der „Geschichtsfälschung“ als „unentschuldbaren Irrtum“ moniert.

„Fahne und Stimme der deutschen Literatur in der Nazi-Ära war vielmehr der damals in England gegründete Exil-Pen, mit Mitgliedern wie Heinrich Mann, Ernst Toller und anderen antifaschistischen und demokratischen Literaten“, erklärte Giordano. Die von ihm beanstandete Passage über die Vergangenheit findet sich in der Einladung zur Ausstellung „Pen - die internationale Schriftstellervereinigung, ihre deutsche Geschichte, ihre Aufgabe“, die am 6. September in Berlin eröffnet werden soll.

Giordanos Protest beziehe sich keineswegs auf die Ausstellung selbst, sondern lediglich auf die Art und Weise ihrer Ankündigung, teilte das Pen-Zentrum deutschsprachiger Autoren im Ausland (vormals Deutscher Pen-Club im Exil) mit. Es gehe dabei um die Passage: „...der P.E.N. (wirft) einen Blick zurück auf seine Auflösung um 1933, auf seine Exil-Zeit, die Neugründung um 1948“.... Giordano ist Ehrenmitglied des Ausland-Pen, dem er 1997 beitrat. Das Pen-Zentrum deutschsprachiger Autoren im Ausland versteht sich als der rechtmäßige Nachfolger des 1934 gegründeten sogenannten Exil-Pens. Erster Präsident war Heinrich Mann.

Das Pen-Zentrum Deutschland wies die Kritik zurück. Die Berliner Ausstellung werde über diesen Teil der Geschichte genau informieren, hieß es.



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