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Gericht

Kieferbruch durch Faustschlag

Von Clemens Schminke, 30.08.11, 08:27h

Diese Begegnung wird ein Ex-Handballer nicht so schnell vergessen: In einer Disko schlug ihm ein Sportlerkollege so heftig ins Gesicht, dass er einen Kieferbruch erlitt. Dafür muss der Angeklagte nun eine Schadenswiedergutmachung von 1500 Euro zahlen.

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Köln - Die Handball-Spielgemeinschaft Bergische Panther und der Sportverein Arminia Bielefeld sind am Montag als Gegner aufeinander getroffen. Nicht auf dem Spielfeld, sondern in Saal 36 des Kölner Landgerichts. Es ging um einen Fall von vorsätzlicher Körperverletzung. Die Rolle des Angeklagten hatte Bernd P., 23 Jahre alt, Student des Wirtschaftsingenieurwesens und Handballer. Auf der anderen Seite des Saals, ebenfalls neben einem Rechtsanwalt, saß als Opfer und Nebenkläger der gleichaltrige Dominik W. (Namen geändert), der mittlerweile Profifußballer beim Zweitligisten 1860 München ist. Die Tat hat sich zu der Zeit ereignet, als er noch bei Arminia spielte. Deshalb sagten einige ehemalige Vereinskameraden in der Verhandlung aus, und auch die Bergischen Panther waren im Zeugenstand vertreten.

Am 17. Mai 2010 waren sich Spieler beider Sportvereine, jeweils auf Mannschaftsfahrt, in der Diskothek „Bolero“ in Cala Ratjada auf Mallorca begegnet. Es war etwa 5.15 Uhr, als Bernd P. „zielgerichtet und ohne ersichtlichen Grund“, wie es in der Anklageschrift heißt, Dominik W. einen so heftigen Faustschlag ins Gericht verpasste, dass dieser bewusstlos zusammenbrach. Im Krankenhaus wurde ein Kieferbruch festgestellt, bei einer Operation zwei Tage später wurde ihm eine Metallplatte eingesetzt.

„Zielgerichtet und ohne ersichtlichen Grund“

Was hatte Bernd P. dazu gebracht, so heftig zuzuschlagen? Die Antwort darauf blieb bis zum Schluss der langwierigen Beweisaufnahme wegen der widersprüchlichen Zeugenaussagen unklar. Der Angeklagte behauptete, er sei von den Fußballern „provoziert“ worden, unter anderem damit, dass sie von ihm gegen seinen Willen Fotos gemacht hätten. Außerdem habe ihm Dominik W. herausfordernd gegen den Hinterkopf getatscht. Um sich aus der unangenehmen, bedrängenden Situation befreien, habe er zugeschlagen. In seinem Schlusswort bedauerte er, dem Opfer unbeabsichtigt eine „so schlimme Verletzung“ zugefügt zu haben.

Dominik W. und die anderen Fußballer sagten dagegen, von ihnen seien keine Provokationen ausgegangen, und der Angriff sei aus heiterem Himmel gekommen. Einig waren sich alle Zeugen immerhin darin, dass sie reichlich Alkohol getrunken hatten. Die Amtsrichterin verurteilte Bernd P. zu einer Geldstrafe von 1600 Euro auf Bewährung. Damit verbunden ist die Auflage, 1500 Euro Schadenswiedergutmachung zu zahlen.



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