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Medizin

Dem Parkinsonrisiko auf der Spur

Von Irene Meichsner, 09.09.11, 19:11h, aktualisiert 09.09.11, 19:12h

Robert L. Nussbaum und Thomas Gasser sind in diesem Jahr mit dem „K.J. Zülch-Preis“ ausgezeichnet worden. Mit dem 50 000 Euro dotierten Preis wurden die beiden Wissenschaftler für ihre Forschungen auf dem Gebiet der Parkinsonerkrankungen geehrt.

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Die zwei Wissenschaftler für ihre Forschungen auf dem Gebiet der Parkinsonerkrankungen geehrt. (Bild: dpa)
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Die zwei Wissenschaftler für ihre Forschungen auf dem Gebiet der Parkinsonerkrankungen geehrt. (Bild: dpa)
Köln - Alle Jahre wieder gelingt es, die Verleihung des renommierten „K.J. Zülch-Preises“ in einer ebenso festlichen wie zugleich familiären und herzlichen Atmosphäre stattfinden zu lassen. Das liegt nicht zuletzt an der Auswahl der Preisträger, bei der die Jury der „Gertrud Reemtsma Stiftung“ auch 2011 großes Geschick an den Tag legte. Der mit 50 000 Euro dotierte Preis, den Gertrud Reemtsma zum Gedenken an ihren Bruder, den bekannten Kölner Neurologen Klaus Joachim Zülch (1910-1988), stiftete, wurde im Hansasaal des Rathauses zwei Parkinsonforschern überreicht. Über beide kann man mit Fug und Recht behaupten, wie es Herbert Jäckle, Vizepräsident der Max-Planck-Gesellschaft formulierte, dass sie „Spuren in der neurologischen Landschaft hinterlassen“ haben.

Zu einer Zeit, als es die meisten Kollegen noch für völlig ausgeschlossen hielten, dass Parkinson genetische Ursachen haben könnte, begaben sich die beiden Wissenschaftler auf die Suche nach den möglicherweise an der Krankheit beteiligten Erbfaktoren. Robert L. Nussbaum (60), heute Leiter der Abteilung für Medizinische Genetik an der Universität von San Francisco, war der Erste, der 1997 ein Gen entdeckte („alpha-Synuclein“), das in mutierter Form in bestimmten Familien eine seltene, erbliche Form der Erkrankung hervorruft.

Inzwischen stellte sich heraus, dass es sich hierbei um einen Risikofaktor für alle Parkinsonerkrankungen handelt. Auch Thomas Gasser (53), heute Direktor am Hertie-Institut für klinische Hirnforschung der Universität Tübingen, untersuchte das Erbgut von Familien, in denen besonders viele Mitglieder an Parkinson erkranken. Er identifizierte unter anderem das „LRRK2“-Gen als Auslöser für eine erbliche Form des Leidens und entdeckte mehrere Chromosomenabschnitte mit Genvarianten, die das allgemeine Krankheitsrisiko erhöhen. In ihren Festreden wagten beide Forscher einen Blick in die Zukunft.

Nussbaum lenkte das Augenmerk auf bislang „vernachlässigte“ Veränderungen im Magen-Darm-Trakt, die den typischen Parkinson-Symptomen und den Veränderungen im Gehirn vorausgehen. Gasser ist überzeugt, dass die Zukunft einer „personalisierten“ Therapie gehört, die sich – abhängig vom jeweiligen genetischen Muster – auf den einzelnen Patienten abstimmen lässt.



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