Von Irene Meichsner, 09.09.11, 19:11h, aktualisiert 09.09.11, 19:12h
Zu einer Zeit, als es die meisten Kollegen noch für völlig ausgeschlossen hielten, dass Parkinson genetische Ursachen haben könnte, begaben sich die beiden Wissenschaftler auf die Suche nach den möglicherweise an der Krankheit beteiligten Erbfaktoren. Robert L. Nussbaum (60), heute Leiter der Abteilung für Medizinische Genetik an der Universität von San Francisco, war der Erste, der 1997 ein Gen entdeckte („alpha-Synuclein“), das in mutierter Form in bestimmten Familien eine seltene, erbliche Form der Erkrankung hervorruft.
Inzwischen stellte sich heraus, dass es sich hierbei um einen Risikofaktor für alle Parkinsonerkrankungen handelt. Auch Thomas Gasser (53), heute Direktor am Hertie-Institut für klinische Hirnforschung der Universität Tübingen, untersuchte das Erbgut von Familien, in denen besonders viele Mitglieder an Parkinson erkranken. Er identifizierte unter anderem das „LRRK2“-Gen als Auslöser für eine erbliche Form des Leidens und entdeckte mehrere Chromosomenabschnitte mit Genvarianten, die das allgemeine Krankheitsrisiko erhöhen. In ihren Festreden wagten beide Forscher einen Blick in die Zukunft.
Nussbaum lenkte das Augenmerk auf bislang „vernachlässigte“ Veränderungen im Magen-Darm-Trakt, die den typischen Parkinson-Symptomen und den Veränderungen im Gehirn vorausgehen. Gasser ist überzeugt, dass die Zukunft einer „personalisierten“ Therapie gehört, die sich – abhängig vom jeweiligen genetischen Muster – auf den einzelnen Patienten abstimmen lässt.
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