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Wohnungssuche

Anschluss in der Fremde

Von Annika Leister, 12.09.11, 22:42h

„Plug & Study“ vermietet Zimmer in Köln an Menschen aus dem Ausland. Studenten, Praktikanten und junge Fachkräfte können bei der Mini-GmbH ein Zimmer mieten und gleich loslegen ohne komplizierte Installationen.

Plug and Study
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Philipp Maximilian Scharpenack (l.) und Eva Velasco Pérez haben Daycha Los zu einem Zimmer in Köln verholfen. (Bild: Rakoczy)
Plug and Study
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Philipp Maximilian Scharpenack (l.) und Eva Velasco Pérez haben Daycha Los zu einem Zimmer in Köln verholfen. (Bild: Rakoczy)
Wohnungsmärkte besitzen ihre ganz eigenen Regeln und Raffinessen, die schon für Einheimische nur bedingt zu verstehen sind. Wer aus dem Ausland stammt, hat es gleich doppelt schwer: Neben dem Problem, eine passende Bleibe zu finden, gilt es, Sprach- und Kulturbarrieren zu überwinden. „Die Eigentümer haben häufig Vorbehalte ausländischen Mietern gegenüber. Oder man versteht fremdsprachige Inserate und Verträge nicht“, sagt Philipp Maximilian Scharpenack. Der BWL-Student kennt die Verzweiflung bei der Wohnungssuche in der Fremdeaus seinem eigenen Auslandsjahr in China. Eine eigene Wohnung? Viel zu teuer. Ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft finden? Leichter gesagt als getan – ohne Sprachkenntnisse oder die Hilfe einer Organisation.

Nach der Rückkehr in die Heimat erforschte er die Zustände in Köln und stellte fest, dass die Bedingungen für junge Ausländer hier nicht besser sind. Und so gründete er 2009 gemeinsam mit Eva Velasco Pérez (25), die er in China kennengelernt hatte, ein Unternehmen, das internationalen Studenten Wohnraum vermittelt. Der Internetauftritt der jungen Firma ist auf Deutsch und Englisch verfügbar, ebenso wie die Mietverträge. Außerdem gehe die Geschäftsidee gezielt auf die Bedürfnisse junger Mieter ein, erklärt Geschäftsführerin Pérez. „Es gibt zum Beispiel keine Mindestmietzeit von einem Jahr, die viele Vermieter verlangen. Bei uns kann auch einziehen, wer bloß drei Monate bleiben möchte.“

„Plug & Study“ heißt die Mini GmbH. Mit ihrem Namen spielt sie auf das von Computern bekannte „Plug & Play“-System an: neue Hardware anschließen und gleich loslegen ohne komplizierte Installationen. Ebenso einfach soll es mit „Plug & Study“ für junge Ausländer werden, sich in Köln anzuschließen. Das Unternehmen mietet Wohnungen in Köln dauerhaft und vermietet die Zimmer als Wohngemeinschaft an Studenten, Praktikanten oder junge Fachkräfte aus dem Ausland weiter. Inzwischen sind es 30 Zimmer, vor allem in Zentrums- und Uni-Nähe. Mehr als 100 jungen Ausländern konnten sie bisher einen WG-Platz vermitteln.

Einer davon ist Daycha Los. Der Thailänder absolviert zurzeit ein Praktikum in Köln. Sprachprobleme hatte der 19-Jährige, der akzentfrei Deutsch spricht, bei seiner Wohnungssuche zwar nicht, wohl aber Probleme, ein geeignetes Zimmer zu finden. „Ich wollte auf jeden Fall ein möbliertes Zimmer. Extra eine Einrichtung für nur vier Monate zu kaufen, kam für mich nicht infrage“, erklärt Los. So sei er schließlich auf „Plug & Study“ gestoßen und mietete eines ihrer WG-Zimmer. Dort fühlt er sich rundum wohl. „Es wird nie langweilig, weil die Mitbewohner ständig wechseln. So lernt man Leute aus allen Teilen der Welt kennen.“ Die Schwierigkeit, ein möbliertes Zimmer zu finden, führt viele Studenten und Praktikanten zu „Plug & Study“. Aus diesem Grund bietet das Unternehmen ausschließlich voll ausgestattete Zimmer zur Miete an. „Die Einbindung in eine Wohngemeinschaft ist außerdem perfekt, um sofort Anschluss und neue Freunde zu finden“, findet Scharpenack. In Los’ Fall scheint das Konzept aufzugehen: Der Thailänder möchte auch zum Studium in Köln bleiben. Allein von ihrer Geschäftsidee leben können die Jungunternehmer allerdings noch nicht. Die Firma finanziert sich, indem sie ihren Kunden einen Aufschlag auf die Zimmermiete und eine Bearbeitungsgebühr berechnet. „Um Profit abzuwerfen, müsste das Wohnungsangebot weiter erhöht werden“, sagt Scharpenack. Die Ziele sind gesteckt: „In den nächsten Jahren wollen wir zum größten Anbieter möblierter Wohnfläche für junge Menschen aus dem Ausland werden.“



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