Von Markus Clemens, 10.10.11, 19:08h
Mittlerweile hat er die Unterstützung einer Anwältin sowie des Markscheiders und Sachverständigen für Bergschäden, Peter Immekus, eingeholt. „Viele Risse werden immer größer, andere sind neu“, hat der Ingenieur beobachtet. Er betont, dass – anders als RWE Power behauptet – Setzungsschäden zu beobachten seien. Zudem seien geologische und tektonische Störungen in dem Bereich von Bedburg bekannt. Rechtsanwältin Doris Vorloeper-Heinz wirft RWE Power vor, mit ihrem Gutachten „selektiv“ gearbeitet zu haben mit dem Ziel, „Bergschadensansprüche zu vereitlen“.
Aueböden
Unterdessen hat Müller ein eigenes Gutachten über den Boden an und unter seinem 1876 erbauten Haus durchführen lassen. Klar ist, dass im Bereich des Hauses an der Kölner Straße das Grundwasser wegen der nahen Tagebaue massiv abgesenkt wurde. Dies, so der Gutachter, sei in dem Fall nicht so schlimm, wenn es gleichmäßig geschieht. Vorloeper-Heinz betonte dagegen in einem Schreiben an RWE Power, dass unterhalb des Hauses humose Aueböden festgestellt worden sind. „Bei Grundwasserentzug reagieren sie mit ungleichmäßigen Setzungen an der Oberfläche.“ Der Grund: Wenn diesen Böden die Feuchtigkeit entzogen werde, würden sie sich nach und nach zersetzen. RWE Power habe dagegen erklärt, dass dort keine solchen Böden vorlägen. Auch bei RWE Power ist der Fall der Familie Müller bekannt. „Wir haben fundierte Untersuchungen durch ein akkreditiertes Fachbüro durchführen lassen“, erklärt Unternehmenssprecher Manfred Lang. Der Untergrund sei untersucht worden, die Schlussfolgerungen seien eindeutig. Sein Unternehmen bleibe dabei, dass es sich nicht um Bergschäden handelt.
Müller hat unterdessen sogar Befürchtungen, irgendwann nicht mehr in seinem Haus wohnen zu dürfen. Erst vor einigen Monaten hatte er die Bauaufsicht des Rhein-Erft-Kreises im Haus, weil die Standsicherheit seines Balkons nicht länger gewährleistet war. „Es gibt keine Hinweise, dass unsere bergbaulichen Maßnahmen zu den Schäden geführt haben“, hatte RWE Power damals betont. Müller musste den Balkon mit eigenen Mitteln sanieren, immerhin 8000 Euro wurden fällig. Hätte er das Geld nicht gehabt, hätte sein Haus in letzter Konsequenz geschlossen werden können. „Nicht jeder kann sich so etwas leisten“, kritisiert er. Schlichtung Diplom-Ingenieur Immekus ist jemand, der deshalb schon lange die Umkehr der Beweislast fordert. Denn derzeit müssen Hausbesitzer nachweisen, dass die Schäden an ihrem Haus durch den Tagebau kommen. Er fordert deshalb, dass RWE Power künftig nachweisen muss, eben nicht für die Schäden verantwortlich zu sein. Guido van den Berg, Vorsitzender der Kreis-SPD betont dazu, dass diese geforderte Umkehr Teil des rot-grünen Koalitionsvertrages sei. „Er ist auf Antrag unseres Kreisverbandes dort hineingeschrieben worden.“ Van den Berg erklärt, dass er noch in der laufenden Legislaturperiode umgesetzt werden soll. RWE-Power-Sprecher Lang betont, dass Experten seines Hauses das neue, von Müller in Auftrag gegebene Gutachten prüfen würden. „Sollten dort neue Fakten für uns erkennbar werden, wird RWE sofort ein Gespräch mit Familie Müller suchen.“ Wolfgang Müller plant nun, die Schlichtungsstelle beim Regierungspräsidenten anzurufen. Dort werden sich dann neue Sachverständige mit seinem Fall beschäftigen. Auch eine Klage gegen RWE Power will er derzeit nicht ausschließen.
Lange Risse durch die ganze Fassade
11.10.2011 | 21.53 Uhr | duellberg2
Diese Engelchen sehe ich seit 1995 auch als Geschädigter. Mein Fall ist ähnlich gelagert. Im 18./19. Jahrh. war die Bodenplatte ein Fremdwort und…
Schuldlos
11.10.2011 | 06.51 Uhr | polo123
wie kleine Engelchen ist RWE an den ganzen Rissen an der Braunkohlerandzone. Ob Bedburg oder Elsdorf oder oder. Wir habe damit nichts zu tun. Wenns…
Schuldlos
11.10.2011 | 06.51 Uhr | polo123
wie kleine Engelchen ist RWE an den ganzen Rissen an der Braunkohlerandzone. Ob Bedburg oder Elsdorf oder oder. Wir habe damit nichts zu tun. Wenns…
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