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Kreis Euskirchen

Beide Standorte bleiben erhalten

Von Thomas Schmitz, 26.10.11, 17:06h, aktualisiert 27.10.11, 12:51h

Während der Standort Euskirchen um 330 Dienstposten auf 1260 wachsen wird, werden in Mechernich künftig 230 Soldaten und Zivilisten weniger ihren Dienst verrichten. In der Bleiberg-Kaserne bleiben 600 Stellen erhalten.

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Mechernich ist mit einem blauen Auge davongekommen, die Truppe in Euskirchen wird gar verstärkt. Vom letzten Zapfenstreich kann also keine Rede sein. (Bild: Züll)
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Mechernich ist mit einem blauen Auge davongekommen, die Truppe in Euskirchen wird gar verstärkt. Vom letzten Zapfenstreich kann also keine Rede sein. (Bild: Züll)
Kreis Euskirchen - Die Bundeswehrstandorte Euskirchen und Mechernich bleiben erhalten. Das verkündete das Verteidigungsministerium am Mittwoch. Während der Standort Euskirchen um 330 Dienstposten auf 1260 wachsen wird, werden in Mechernich künftig 230 Soldaten und Zivilisten weniger (es bleiben 600) ihren Dienst verrichten.

„Ich bin heilfroh, dass der Standort Mechernich erhalten bleibt“, sagte der Erste Beigeordnete der Stadt, Thomas Hambach. Nur wie lange die Freude währt, kann er derzeit noch nicht sagen. „In erster Linie ist die Entscheidung schön und beruhigend, bietet aber mittelfristig keine Sicherheit“, so Hambach weiter. Nach seinen Informationen wurde die Untersuchung der Logistiktruppe bis 2013 zurückgestellt.

Laut Auflistung des Ministerium werden in Mechernich das Führungsunterstützungsregiment 28 mit rund 100 Stellen und die zu Kerpen gehörende Sanitätsstaffel mit rund 20 Posten aufgelöst. Neu ist das Bundeswehrfeuerwehr-Materialdepot. Das Kalibrierzentrum wird um 25 Stellen verkleinert, das Kraftfahrausbildungszentrum und das Materialdepot bleiben in Mechernich. 85 Stellen der FlaRak-Einheit werden gestrichen.

Auch Hambachs Euskirchener Pendant Thomas Huyeng war über die Nachricht aus Berlin erfreut. Besonders die Tatsache, dass Mechernich als Standort erhalten bleibt, sei „wesentlich für den Kreis und die Region“. Euskirchen selbst gehöre zu den Gewinnern der Umstrukturierung. Froh war Huyeng auch über die Tatsache, dass die Big Band der Bundeswehr als Aushängeschild für den Standort Euskirchen und die Region erhalten bleibt. Auch das Zentrum für Informationstechnik bleibt in der Kreisstadt. Aus dem Amt für Geoinformationswesen der Bundeswehr (AGeoBW) wird das Zentrum für Geoinformationswesen. Hinzu kommt eine regionale Sanitätsversorgung.

Spezialisten vor Ort

Bundestagsabgeordneter Detlef Seif erfuhr als Mitglied der Arbeitsgruppe Verteidigung der CDU bereits am Dienstagabend von der Entscheidung des Ministeriums. Insgesamt, so Seif, will die Bundeswehr 25.000 Stellen für Soldaten und 23.000 Zivilistenstellen abbauen. Für die Standorte im Kreis Euskirchen hätten gleich mehrere Punkte gesprochen. So seien besonders Standorte von Schließungen betroffen, die Wehrdienstleistende ausgebildet hatten. Dies sei in Euskirchen und Mechernich nicht der Fall gewesen, so dass das neue Bundeswehrkonzept in dem Punkt kaum Auswirkungen habe. Zudem arbeiteten an den beiden Standorten viele Spezialisten, etwa in denBereichen Geoinformationswesen, Informationstechnologie und Logistik. „Wer gängige Aufgaben erfüllt, ist ersetzbar“, meinte Seif. In Mechernich und Euskirchen hätten die Mitarbeiter hingegen in den letzten Jahren Gas gegeben und viele Verfahren optimiert. Einen nicht unwesentlichen Anteil an der Entscheidung hatten die „Aufwuchsfähigkeit“ an den Standorten und die Akzeptanz der Bundeswehr in der Bevölkerung. Darauf habe Verteidigungsminister Thomas de Maizière Wert gelegt. „Hier geht ein Lob an die Bürgermeister der beiden Städte“, meinte Seif. Der Bundestagsabgeordnete gab aber auch zu, dass ein Quäntchen Glück eine Rolle gespielt habe.

„Das ist eine gute Nachricht für die gesamte Region. Damit können nun die Bundeswehrangehörigen, die zivilen Beschäftigten und die Kommunen für die Zukunft planen“, schreibt die FDP-Abgeordnete Gabriele Molitor in einer Pressemitteilung. Die einzigartigen Fähigkeiten und Kenntnisse des Geoinformationsamtes seien für die ganze Europäische Union unverzichtbar. Die Reduzierung in Mechernich sei schmerzlich. „Letztendlich ist eine Verkleinerung eher zu verkraften als eine komplette Schließung.“



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