Von Friedemann Siering, 09.11.11, 16:41h, aktualisiert 09.11.11, 19:55h
Inzwischen ist der Konzern wieder profitabel und investiert kräftig. 134 Millionen Euro wurden allein in die Modernisierung des Kölner Motorenwerks gesteckt. Dort begann gestern die Serienproduktion des neuen, kompakten Drei-Zylinder-Aggregats aus der „Ecoboost“-Reihe, mit einem Hubraum von nur einem Liter. Mulally, der zum Festakt nach Niehl gekommen war, legte – zur Freude der ebenfalls angereisten NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) – ein Bekenntnis zum „Hightech-Standort“ Deutschland ab. „Nirgendwo außerhalb der USA besitzen wir eine stärkere Entwicklungs- und Produktionspräsenz“, sagte der Konzernchef.
Das Motorenwerk, in dem zuvor spritfressende Sechs-Zylinder-Motoren für den US-Markt hergestellt worden waren, ist entkernt und komplett neu ausgestattet worden, unter anderem mit 55 vollautomatischen und 14 halbautomatischen Robotern. 870 Mitarbeiter sollen dort jährlich bis zu 350.000 Exemplare des kleinsten Motors aus dem Ford-Sortiment produzieren. Weitere 350.000 Aggregate werden vom kommenden Jahr an im rumänischen Ford-Werk Craiova vom Band laufen, und weltweit bald insgesamt 1,3 Millionen. Die Motoren werden in die Modelle Focus und C-Max, später auch in den B-Max eingebaut. Ford beziffert den Benzinverbrauch auf fünf Liter je hundert Kilometer und spricht von „bemerkenswert niedrigen Abgaswerten (114 Gramm CO2 je Kilometer). Dank Turboladung und Direkteinspritzung soll der Motor eine Leistung von 125 PS entfalten. Das Aggregat könne es mit ausgewachsenen 1,6-Liter-Benzinern aufnehmen, sagen die Marketingstrategen des Unternehmens. Dabei entspreche die Grundfläche der neuen Antriebseinheit einem DIN-A4-Blatt.
Seit 1962 sind in Köln nach Angaben von Ford-Werke-Chef Bernhard Mattes 26 Millionen Motoren gebaut worden. Allerdings hat die Belegschaft „jahrelang bangen müssen“ um die Zukunft der Produktionsstätte, wie Betriebsratschef Dieter Hinkelmann sagte. Nachdem die Nachfrage nach den V6-Motoren für den US-Markt eingebrochen war, „drohten in unserem Motorenwerk die Lichter auszugehen“.
Schließlich kamen Management und Betriebsrat im Jahr 2009 überein, den neuen kleinen Motor in Köln zu produzieren. „Wir haben diesen Motor als zukunftsweisendes Produkt bitter nötig. Denn wir wollen im Wettbewerb bestehen“, so Hinkelmann. Die Entscheidung für Köln sei eine „schöne Anerkennung für die Belegschaft“.
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