Schriftgröße

Chemiekonzern

Bayer setzt auf die chinesische Karte

Von Willi Feldgen, 17.11.11, 12:45h

Das neue Bayer-Werk bei Schanghai soll zur bedeutendsten Investition werden, die der Pharma- und Chemiekonzern jemals im Ausland getätigt hat. Inzwischen erzielt Bayer 20 Prozent seines Gesamtumsatzes auf dem Wachstumsmarkt Asien.

Bayer
Bild vergrößern
Bayer hat die Anlage zur Produktion des Kunststoffs Toluylen-Diisocyanat (TDI) bei Schanghai in Betrieb genommen. (Bild: Bayer AG)
Bayer
Bild verkleinern
Bayer hat die Anlage zur Produktion des Kunststoffs Toluylen-Diisocyanat (TDI) bei Schanghai in Betrieb genommen. (Bild: Bayer AG)
SCHANGHAI - Der Pharma- und Chemiekonzern Bayer erwartet in den kommenden Jahren ein überdurchschnittliches Wachstum seines Geschäfts in China sowie in Asien insgesamt. Zehn Prozent seines Gesamtumsatzes erzielte der Leverkusener Konzern vor 20 Jahren in Asien. Vor zehn Jahren betrug der Anteil schon 15 Prozent und im vergangenen Jahr - mit insgesamt 6,9 Milliarden Euro - sogar 20 Prozent.

Wie wichtig den Leverkusenern diese Region ist, zeigt auch, dass sie seit 2009 ein weltweites Forschungs- und Entwicklungszentrum zum Thema Gesundheit, die Leitung des weltweiten Allgemeinarzt-Geschäfts und die des weltweiten Polycarbonat-Geschäfts (Makrolon) nach China verlagert haben.

Nun will Bayer Produktion, Vertriebsnetz und Forschung in Asien weiter ausbauen: "Wir wollen unseren Umsatz in Asien bis 2015 um mehr als 60 Prozent auf deutlich über elf Milliarden Euro steigern", sagte Bayer-Chef Marijn Dekkers in Schanghai. Der Asien-Anteil am Konzernumsatz werde damit auf mehr als 25 Prozent steigen. Noch optimistischer ist Bayer im Hinblick auf die Entwicklung in "Greater China" (dazu gehören auch Hongkong und Taiwan). Hier erwartet Bayer bis 2015 eine Verdoppelung des derzeitigen Umsatzes auf sechs Milliarden Euro.

Während Bayer andernorts (darunter auch in Deutschland) bis Ende 2012 insgesamt 4500 Arbeitsplätze abbaut, sind in diesem Jahr allein in China 1000 neue geschaffen worden. Bis 2015 soll die Zahl der Beschäftigten in Asien von 24 000 auf über 30 000 wachsen. Dekkers gründet seine Zuversicht unter anderen darauf, dass Chinas Wirtschaft im vergangenen Jahrzehnt regelmäßig um mindestens neun Prozent jährlich gewachsen ist.

Mit einem Jahresumsatz von 926 Millionen Euro im Bereich Gesundheit war Bayer 2010 der viertgrößte Hersteller von Arzneimitteln auf dem chinesischen Markt. Künftig will der Konzern besonderes Augenmerk auch auf die Entwicklung von Medikamenten gegen Erkrankungen legen, die in China weiter verbreitet sind als anderswo auf der Welt (wie etwa Leberkrebs).

Noch wichtiger als der Pharmamarkt ist für den Leverkusener Konzern in China der Bereich Material Science (hochwertige Kunststoffe). Die Produkte von Bayer werden von der Bauwirtschaft, der Autoindustrie und in der Elektronik-Industrie benötigt. Außerdem werden sie etwa bei der Herstellung von Matratzen, Polstermöbeln und Schuhen eingesetzt. Mit der Sparte Material Science setzte Bayer 2010 in Greater China 1,8 Milliarden Euro um.

Um die wachsende Nachfrage bedienen zu können, hat Bayer die Produktionskapazitäten in seinem Werk bei Schanghai jetzt auf eine Million Tonnen pro Jahr ausgebaut und eine entsprechende Erweiterung des Werkes am Mittwoch offiziell eröffnet. Gut zwei Milliarden Euro wurden in den vergangenen zehn Jahren in dieses Werk investiert und eine weitere Milliarde soll bis 2015 folgen.

Damit wird das Werk in China zur bedeutendsten Investition, die Bayer in seiner Geschichte jemals im Ausland getätigt hat. Das Werk bei Schanghai wird zum größten Chemiewerk des Konzerns weltweit, wie Bayer-Vorstand Wolfgang Plischke betonte. Das Bayer-Management trat aber Befürchtungen entgegen, angesichts dieser Entwicklung könne der Standort Deutschland an Bedeutung verlieren.

Die Kapazitäten in Deutschland würden benötigt, und das Werk in Dormagen solle sogar nach chinesischem Vorbild und mit einer erheblichen Investition erweitert werden, so Dekkers. Der geplante Bau eines neuen Verwaltungsgebäudes in Berlin sei allerdings vorerst "auf Eis" gelegt: "Das dafür erforderliche Geld stecken wir lieber in die Entwicklung neuer Produkte", sagte Dekkers.



Den Kölner Stadt-Anzeiger im Abonnement erhalten JETZT BESTELLEN!
4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%.

Orte des Geschehens

große Karte

Anzeige


Umfrage

Der Börsengang von Facebook
Die Facebook-Aktie geht am Freitag erstmals in den Handel. Das soziale Netzwerk legte den Preis pro Stück bei 38 Dollar fest und nimmt so 16 Milliarden Dollar ein. Werden Sie einsteigen?

Newsticker


Hintergrund


Extra


Hintergrund


Kölner Stadt-Anzeiger auf dem iPad


Brutto / Netto Rechner

Optimieren Sie Ihr Gehalt:
Bruttogehalt (Euro mtl.) Steuerklasse

Service


Tipps


Bildergalerien


Neue Videos – Politik/Nachrichten


Börse - Unternehmen der Region

Aktienkurse regionaler Unternehmen

BAYER 50,78 +1,07%
DEUTZ 4,23 +0,40%
INDUS 22,47 +0,47%
LANXESS 51,96 -2,28%
QSC 1,91 +0,53%
SOLARWORLD 1,45 -2,55%

Börsenticker

Aktien Tops & Flops

SIEMENS 68,60 +2,42%
RWE 30,47 +2,18%
DT. BANK 29,40 +1,41%
DT. TELEKOM 8,18 -6,85%
THYSSENKRUPP 14,10 -2,79%
COMMERZBANK 1,38 -1,85%

Glossar



Top-Links (Anzeige)


Hintergrund


Extra


Dienste