Von Willi Feldgen, 17.11.11, 12:45h
Wie wichtig den Leverkusenern diese Region ist, zeigt auch, dass sie seit 2009 ein weltweites Forschungs- und Entwicklungszentrum zum Thema Gesundheit, die Leitung des weltweiten Allgemeinarzt-Geschäfts und die des weltweiten Polycarbonat-Geschäfts (Makrolon) nach China verlagert haben.
Nun will Bayer Produktion, Vertriebsnetz und Forschung in Asien weiter ausbauen: "Wir wollen unseren Umsatz in Asien bis 2015 um mehr als 60 Prozent auf deutlich über elf Milliarden Euro steigern", sagte Bayer-Chef Marijn Dekkers in Schanghai. Der Asien-Anteil am Konzernumsatz werde damit auf mehr als 25 Prozent steigen. Noch optimistischer ist Bayer im Hinblick auf die Entwicklung in "Greater China" (dazu gehören auch Hongkong und Taiwan). Hier erwartet Bayer bis 2015 eine Verdoppelung des derzeitigen Umsatzes auf sechs Milliarden Euro.
Während Bayer andernorts (darunter auch in Deutschland) bis Ende 2012 insgesamt 4500 Arbeitsplätze abbaut, sind in diesem Jahr allein in China 1000 neue geschaffen worden. Bis 2015 soll die Zahl der Beschäftigten in Asien von 24 000 auf über 30 000 wachsen. Dekkers gründet seine Zuversicht unter anderen darauf, dass Chinas Wirtschaft im vergangenen Jahrzehnt regelmäßig um mindestens neun Prozent jährlich gewachsen ist.
Mit einem Jahresumsatz von 926 Millionen Euro im Bereich Gesundheit war Bayer 2010 der viertgrößte Hersteller von Arzneimitteln auf dem chinesischen Markt. Künftig will der Konzern besonderes Augenmerk auch auf die Entwicklung von Medikamenten gegen Erkrankungen legen, die in China weiter verbreitet sind als anderswo auf der Welt (wie etwa Leberkrebs).
Noch wichtiger als der Pharmamarkt ist für den Leverkusener Konzern in China der Bereich Material Science (hochwertige Kunststoffe). Die Produkte von Bayer werden von der Bauwirtschaft, der Autoindustrie und in der Elektronik-Industrie benötigt. Außerdem werden sie etwa bei der Herstellung von Matratzen, Polstermöbeln und Schuhen eingesetzt. Mit der Sparte Material Science setzte Bayer 2010 in Greater China 1,8 Milliarden Euro um.
Um die wachsende Nachfrage bedienen zu können, hat Bayer die Produktionskapazitäten in seinem Werk bei Schanghai jetzt auf eine Million Tonnen pro Jahr ausgebaut und eine entsprechende Erweiterung des Werkes am Mittwoch offiziell eröffnet. Gut zwei Milliarden Euro wurden in den vergangenen zehn Jahren in dieses Werk investiert und eine weitere Milliarde soll bis 2015 folgen.
Damit wird das Werk in China zur bedeutendsten Investition, die Bayer in seiner Geschichte jemals im Ausland getätigt hat. Das Werk bei Schanghai wird zum größten Chemiewerk des Konzerns weltweit, wie Bayer-Vorstand Wolfgang Plischke betonte. Das Bayer-Management trat aber Befürchtungen entgegen, angesichts dieser Entwicklung könne der Standort Deutschland an Bedeutung verlieren.
Die Kapazitäten in Deutschland würden benötigt, und das Werk in Dormagen solle sogar nach chinesischem Vorbild und mit einer erheblichen Investition erweitert werden, so Dekkers. Der geplante Bau eines neuen Verwaltungsgebäudes in Berlin sei allerdings vorerst "auf Eis" gelegt: "Das dafür erforderliche Geld stecken wir lieber in die Entwicklung neuer Produkte", sagte Dekkers.
Zur Erinnerung...
20.11.2011 | 19.46 Uhr | Nixnuzz
So um 1850 entwickelte sich das Ruhrgebiet um Stahl und Kohle. Es kamen Menschen aus allen Teilen der Region und es kam zu diesem: "Im Jahr 1894 kam…
Bayer verlagert Forschung nach China
17.11.2011 | 19.45 Uhr | HansCh
Wenn H. Dekkers die Rieseninvestition in seiner Niederländischen Heimat getätigt hätte, das hätte ich "in Europäischer Solidarität" verstanden und…
Tiefer Blick?
17.11.2011 | 17.12 Uhr | kopfschuetteln
Das Bayer-Hochhaus als Medienskulptur sollte ja ein Bekenntnis zum Standort Leverkusen sein - was damit stattdessen leider passiert, ist…
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