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Stippvisite

Bundeswehr kurbelt Konjunktur an

Von Joachim Sprothen, 17.11.11, 17:10h, aktualisiert 18.11.11, 15:55h

Eine FDP-Delegation besuchte am Donnerstag die Mercator-Kaserne. Wie Brigadegeneral Walter Schmidt-Bleker verkündete, werden in die beiden Euskirchener Bundeswehr-Standorte über 30 Millionen Euro investiert.

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General Schmidt-Bleker (von rechts), AGeoBW-Vizechef Liebing, Gabriele Molitor, Elke Hoff, Hans Reiff und Drucker Peter Ulrich (Bild: Sprothen)
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General Schmidt-Bleker (von rechts), AGeoBW-Vizechef Liebing, Gabriele Molitor, Elke Hoff, Hans Reiff und Drucker Peter Ulrich (Bild: Sprothen)
Euskirchen - Brigadegeneral Walter Schmidt-Bleker gab sich parteipolitisch absolut neutral. „Uns sind alle Politiker willkommen, die die Belange und Bedürfnisse des Standortes weitertragen“, so der Chef des Amtes für Geoinformationswesen der Bundeswehr (AGeoBW) und Standortälteste der beiden Euskirchener Kasernen. Das galt selbstverständlich auch für die FDP-Delegation, die am Donnerstag in der Mercator-Kaserne ihre Aufwartung machte: die Bundestagsabgegeordneten Gabriele Molitor und Elke Hoff sowie der Chef der Kreistagsfraktion, Hans Reiff.

Dabei fragte sich der Beobachter der Szene allerdings, welche Wünsche Molitor, die unter anderem den Kreis Euskirchen im Bundestag vertritt, und Hoff, die sicherheitspolitische Sprecherin der Fraktion, in Berlin noch vortragen könnten.

Militärische Wetterfrösche

Nach der Entscheidung des Bundesverteidigungsministers vom 26. Oktober, den Bundeswehrstandort Euskirchen nicht nur zu erhalten, sondern personell noch erheblich aufzustocken, müsste das Glück der Militärs in der Kreisstadt eigentlich komplett sein. Aber bekanntlich ist nichts so gut, dass es nicht noch besser werden könnte. Das Tüpfelchen auf dem „i“ wäre, wenn in Euskirchen ein Europäisches Zentrum für Geoinformationswesen angesiedelt würde. Hoff machte da durchaus Hoffnung. Angesichts der zumeist angespannten Haushaltslagen in den einzelnen europäischen Staaten sei eine Konzentration der Aufgaben der „militärischen Wetterfrösche“ höchstwahrscheinlich.

Und da sei das AgeoBW angesichts seiner anerkannten Kompetenz eine erste Adresse. Nirgendwo sonst auf der Welt, so Schmidt- Bleker, seien 18 Fachrichtungen unter einem Dach vereint, um den Soldaten Informationen von der Wettervorhersage über den Standort von Trinkwasserentnahmestellen bis hin zu Vogelschwärmen, die Flugzeuge gefährden, aus einer Hand zu liefern. Die Entscheidung, ob Euskirchen Standort dieses europäischen Zentrums wird, kann Schmidt-Bleker allerdings nur noch als Zivilist mitbekommen. Er tritt am 18. Januar nächsten Jahres in den Ruhestand. Sein Nachfolger wird Oberst Roland Brunner, der Euskirchen als früherer Mitarbeiter des AGeoBW bereits kennt.

150 Meteorologie-Studenten

Aber Schmidt-Bleker konnte kurz vor Beendigung seiner aktiven Dienstzeit nach einer Führung durch die Druckerei noch frohe Botschaften verkünden. Die 200 Mitarbeiter, die nach Köln versetzt wurden, „und Euskirchen bereits nachtrauern“, werden zahlenmäßig mehr als kompensiert. Aus derzeit 930 Stellen werden 1260. Den größten Zuwachs bekommt die Kreisstadt aus Traben-Trarbach. Dort wird die Dependance des AGeoBW aufgelöst, rund 230 Mitarbeiter werden nach Euskirchen umziehen.

Und die Kreisstadt wird auch noch Fachhochschul-Standort. Das Ausbildungszentrum des Bundes und des Deutschen Wetterdienstes wird aus Fürstenfeldbruck nach Euskirchen verlagert. Zum Stammpersonal von 45 Dozenten kommen 150 Studenten der Meteorologie hinzu. Damit dürfte auch den Unternehmen aus der Region ein Konjunkturschub beschert werden. In den beiden Kasernen sind bereits Bauvorhaben mit einem Investitionsvolumen von über 22 Millionen Euro in Planung. Nach Einschätzung Schmidt-Blekers werden allein für zusätzliche Baumaßnahmen für die Fachhochschule rund zehn Millionen hinzukommen. Da Euskirchen mehr Soldaten als Mechernich haben wird, zieht auch noch die Sanitätsstaffel vom Bleiberg an die Erft um.



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