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Babak Rafati

Warum Theo Zwanziger irrt

Von Karlheinz Wagner, 21.11.11, 12:50h, aktualisiert 21.11.11, 13:20h

Nach dem Selbstmordversuch von Babak Rafati ringt die Nation um Erklärungen. DFB-Präsident Zwanziger hatte bei seiner ersten Erklärung ausführliche Details der Tat berichtet. Das hätte er nicht tun sollen. Anstoß - der Online-Kommentar

Theo Zwanziger
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Geschockt: Theo Zwanziger. (Bild: dpa)
Theo Zwanziger
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Geschockt: Theo Zwanziger. (Bild: dpa)
Es gibt gute Gründe für die grundsätzliche Zurückhaltung im öffentlichen Umgang mit vollzogenem oder versuchtem Selbstmord. Dass sich daran nicht immer und nicht von allen gehalten wird, spricht nicht gegen die Gründe. Im Fall von Babak Rafati haben sich die DFL mit ihrer Spielabsage und der 1.FC Köln mit seiner defensiven Informationspolitik im Stadion angemessen und richtig verhalten. Mehr als das Gesagte gab es nicht zu sagen, mehr als das Getane gab es nicht zu tun. Der Spieltag in Köln hätte somit enden können mit besten Genesungswünschen an den Schiedsrichter. Aber dann kam Theo Zwanziger.

„Ich würde Sie bitten, mir Einzelheiten zu ersparen“, sagte er und wälzte sich dann, als sei er nicht DFB-Präsident, sondern ein übereifriger Polizeisprecher, in Details: „Richtig ist, dass er in der Badewanne lag und natürlich auch viel Blut zu sehen war.“ Niemand – nach eigener Aussage auch Zwanziger nicht – wusste zu diesem Zeitpunkt, was zu Rafatis Verzweiflungsakt geführt hatte, ob die Gründe hinter dieser persönlichen Katastrophe selbstgemacht sind oder fremdbestimmt, ob sie privater oder beruflicher Natur sind, ob sie krankheitsbedingt sind oder mit dem Dasein als Profi-Schiedsrichter zu tun haben.

„Ich weiß da auch kaum noch eine Antwort drauf“, gab Zwanziger zu, was ihn aber nicht davon abhielt, voller empathisch gemeinter Geschwätzigkeit fortzufahren: „und (ich) kann sie mir eben auch nur so erklären, dass der Druck auf die Schiedsrichter aus den unterschiedlichsten Gründen ungeheuer hoch ist und überhaupt in diesem Leistungssport ungeheuer hoch ist, und wir es einfach nicht schaffen, das Ganze in eine richtige Balance zu bringen.“ Wer ist „wir“? Was ist „das Ganze“? Wie sieht eine „richtige Balance“ aus? Zwanziger meint, ein DFB-Präsident müsse zu allem etwas sagen. Wir halten fest: Er irrt.



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