Von Stephan Klemm, 24.11.11, 10:52h, aktualisiert 25.11.11, 11:44h
ksta.tv
Mönchengladbach könnte mit einem Erfolg die Tabellenführung übernehmen, wenigstens für eine Nacht. Was für eine Aussicht für eine Mannschaft, die in der vergangenen Saison fast abgestiegen wäre. Letzte Rettung war die Relegation gegen Bochum. "Der Klassenerhalt war ein Wunder", sagt Favre (54). Am 14. Februar 2011 übernahm der Schweizer die Borussia und startete mit einem 2:1-Erfolg gegen Schalke. Gladbach war aber immer noch Letzter, vier Punkte hinter Kaiserslautern auf Rang 16.
Ergebnis harter Arbeit
Und jetzt Platz drei, überzeugender Saisonverlauf und zuletzt ein Höhepunkt: 5:0 gegen Werder Bremen. "Jetzt geht es darum, wie das sein kann, ich weiß. Das ist die große Frage zurzeit, zumal wir ja exakt dieselbe Mannschaft haben. Aber für mich ist die Antwort sehr klar: In erster Linie ist das harte Arbeit", erzählt Favre.
Sein Gladbacher Aufbauplan beinhaltet drei Etappen, zwei sind absolviert. Teilstück eins laut Favre: "Defensive aufbauen, stärken, kompakt stehen, sicher spielen, kaum Gegentore zulassen." Diesen Auftrag hatte sein Team schon in der vergangenen Saison erfüllt. In dieser Spielzeit kassierte Gladbach einmal - beim 2:2 am neunten Spieltag gegen Leverkusen - zwei Gegentore. Ansonsten musste der von Favre zur Nummer eins beförderte Torhüter Marc-André ter Stegen (19) maximal einen Treffer hinnehmen, in fünf von bisher 13 Partien aber gar keinen.
Die nächste Stufe "hatte mit der Ballbehandlung zu tun. Nach der kompakten Einstellung war es nicht einfach, eine offensive Spielbewegung ins Team zu bekommen. Ich habe das so vorgegeben: Balleroberung, flache Bälle nach vorne, schnell spielen, das geht aber nur mit einer starken Kondition und einem entsprechenden körperlichen Zustand", erzählt Favre. All das sei inzwischen vorhanden.
Prinzip Favre
Gegen Bremen war das Prinzip Favre dann sehr deutlich zu erkennen: Das Team attackierte geschlossen den Bremer Aufbauspieler, die eroberten Bälle gelangten schnell und flach nach vorne. Und auch wenn zurzeit Marco Reus der sichtbarste Beleg für Mönchengladbacher Sonderklasse ist - der Nationalspieler erzielte sieben der letzten neun Treffer, drei gegen Werder - sagt Favre: "Ja, Marco Reus spielt gut. Herausragend sogar. Aber er ist nur ein Teil von uns." Was nun noch fehlt, ist Teil drei der Entwicklungsstufe: "Schlecht spielen und trotzdem gewinnen. Das ist der letzte Schritt. Aber dafür haben wir noch Zeit", erklärt Favre.
Die allgemeine Euphorie ist dem Trainer suspekt. Er weiß, dass er sie nicht verhindern kann, erst recht nicht bei einem erfolgsentwöhnten Klub wie Borussia Mönchengladbach, fünfmal Meister in den 1970er Jahren, aber er versucht es trotzdem: "Ich empfinde die Stimmung als nicht speziell. Mit Ausnahme von Bremen waren alle Spiele sehr knapp."
Zuletzt klare Siege
Nicht knapp gingen die letzten Derbys aus: 4:0 in Köln und 5:1 am Niederrhein, jeweils für Gladbach. "Das 5:1 war mein erstes Profi-Spiel, besser hätte ich es mir nicht vorstellen können. Gerade für mich als Gladbacher und Borussia-Fan", sagt ter Stegen, der sich "viele Derbys gegen Köln im Borussia-Trikot auf der Tribüne angeschaut" hat. Favre wiederum weiß, dass dieses Spiel eine besondere Bedeutung hat - "aber nur für die Fans. Für mich ist das ein Spiel, in dem wir drei Punkte holen können. Mehr nicht."
Vor dem aktuellen 1. FC Köln hat Favre großen Respekt. Eine "starke Mannschaft, erst recht zu Hause", sagt er, "sehr gefährlich, in der Defensive sehr kompakt, starkes Pressing, große Gefahr nach der Balleroberung - so haben sie 4:1 in Leverkusen gewonnen". So haben sie aber auch fünf Gegentore in Schalke und Dortmund bekommen - "Dortmund war eine Ausnahme, und Schalke war der zweite Spieltag. Da mussten sich der neue Trainer und das neue Team erst noch finden", sagt Favre. Das sei jetzt geschehen.
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Derby
25.11.2011 | 11.29 Uhr | Thomas1999
Freue mich auf ein (hoffentlich) gutes Spiel.
Viva Borussia!
Nach Köln sind die Fohlen immer...
24.11.2011 | 19.17 Uhr | Bertha
... gerne gefahren und mit Punkten zurückgekommen. Warum soll das dieses Mal mit Hochgeschwindigkeitsfußball à la Favre anders sein? Jedenfalss, um…
@Paul38
24.11.2011 | 17.14 Uhr | OttoNormal
Feddich mit Augen reiben? ;-)
Einer von uns beiden wird wohl am Freitagabend wieder die Augen reiben - wegen der Tränen. Ohne Dir was Böses zu…
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