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Hubschrauber

Vielstimmiges Nein zum Kalkberg

Von Kirsten Boldt, 30.11.11, 09:49h, aktualisiert 16.01.12, 08:22h

Die Buchforster und Kalker Anwohner wehren sich gegen den geplanten Mini-Flughafen auf dem Kalkberg. Das zeigte sich schnell auf der Infoveranstaltung im Erich-Gutenberg-Berufskolleg. Die Empörung über den Umgang der Stadtspitze mit den Bürgern ist groß.

Hubschrauberstation
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Auf dem Kalkberg soll ein Hubschrauber-Landeplatz entstehen. (Bild: Schwarz)
Hubschrauberstation
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Auf dem Kalkberg soll ein Hubschrauber-Landeplatz entstehen. (Bild: Schwarz)
Kalk/ Buchforst - Bericht vom 29.11.2011

Es soll eine Informationsveranstaltung über die Rettungshubschrauberstation auf dem Kalkberg für Buchforster und Kalker Anwohner werden. Stadtdirektor Guido Kahlen und die Feuerwehrhaben dazu in die Aula des Erich-Gutenberg-Berufskollegs eingeladen. Doch zeigt sich am Montagabend schnell, dass viele der rund 400 Veedel-Bewohner bereits bestens informiert sind, auch über bislang nicht veröffentlichte Aspekte. Sie haben Verwaltungspapiere intensiv überprüft und verfolgen ein gemeinsames Ziel: kein Mini-Flughafen auf dem Kalkberg. Sie halten das Projekt für ein von langer Hand geplantes Vorhaben auf Kosten ihrer Gesundheit.

Die Empörung über den bisherigen Umgang der Stadtspitze mit den Bürgern ist groß. In der dreistündigen, heftigen Diskussion schenken die Diskutanten dem Stadtdirektor nichts. Kahlen steht mit dem Rücken zur Wand, als er an die Besucher appelliert: „Ich bitte Sie, dieses Opfer zu bringen – im Interesse der gesamten Stadt.“ „Nein!“ schallt zigfach die Antwort aus dem Saal.

Dabei haben die Anwohner nichts gegen die Rettungshubschrauber an sich, das machen Lothar Rottländer von der „Bürgervereinigung Runder Tisch Buchforst“ und Marianne Arndt vom Verein „Schönes Buchforst“ deutlich. Aber die Basisstation soll eben nicht in einem der am dichtesten besiedelten Gebiete der Stadt liegen, das zudem als Hochlärmareal verzeichnet ist.

Bisherigen Standort "ohne Not" aufgegeben?

„Wir glauben nach unseren Messungen bei den Probeflügen, dass sich die Lärmsituation nicht signifikant verschlechtert“, sagt Kahlen. Lautes Gelächter bricht aus, und Anwohner sprechen dagegen:„Ich habe es doch deutlich in meiner Wohnung gehört.“„Das bisschen Lärm, was dazukommt – wie zynisch ist das denn?“ „Lärm macht krank, so eine Zahl fehlt in ihren Ratsvorlagen.“

Die Stadt habe ohne Not die bestehende luftrechtliche Genehmigung am Krankenhaus Merheim aufgegeben, berichtet Rottländer. „Warum eigentlich?“ Kahlen kommt ins Schleudern: „Ich verstehe es im Moment auch nicht, wahrscheinlich wegen der Wohnbebauung, die an das Krankenhaus herangewachsen ist.“ Wieder wird laut gelacht. Ein Zwischenruf klärt ihn auf: Die Pläne zur Wohnbebauung von der GAG – „das war doch der Grund für die Standort-Aufgabe!“

Auch andere Standorte für die Basisstation werden vorgeschlagen: Das frei werdende Heeresamt mit seinem Hubschrauberplatz, ein Platz an der Geestemünder Straße, die Messe. Bei der Geestemünder Straße lägen landschaftsökologische Bedenken und Hochwassergefahr vor, so Kahlen, da müssten 200 Bäume gefällt werden, und die Messe habe keine Fluggenehmigung. „Bäume sind Ihnen mehr wert als Menschen“, interpretierte Arndt diese Antwort; Beifall brandet auf.

Sorge um Gift im Boden des Kalkbergs

Was das Einholen luftrechtlicher Genehmigungen für mögliche andere Standorte angehe, will Kahlen „nicht mehr bei null anfangen“. Die Entrüstung darüber kommt prompt:„Dass Sie versäumt haben, parallel mehr Genehmigungen einzuholen, das ist doch erschreckend. Daher kommt Ihre Alternativlosigkeit.“

Auch der Industriedeponie Kalkberg selbst gilt das Misstrauen der Besucher. Viele sorgen sich angesichts der Cyanid-Funde im Grundwasser, 300 Mikrogramm dieses Gifts pro Liter Wasser – bei 40 Mikrogramm pro Liter sterben Forellen. Für die Herkunft des Cyanids hat Kahleninzwischen eine weitere Erklärung: Möglicherweise von einer Kläranlage, die vor 100 Jahren auf dem Gelände neben dem heutigen Music Store betrieben wurde. 300 Mikrogramm pro Liter seien nicht so bedeutsam, versucht Kahlen zu beruhigen. Die Stadt dürfe sogar mit 1.000 Mikrogramm belastetes Abwasser durch die Kanäle ableiten.

Die Vertreter der Bürgerinitiativen fordern unbeirrt die komplette Sanierung der Deponie sowie Alternativen zum Kalkberg. Angesichts des massiven Widerstandes ist Kahlen bereit, mit einer Abordnung noch vor der Sitzung des Liegenschaftsausschusses über Standorte zu sprechen. „Ich stelle auch alle Unterlagen ins Netz.“



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