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Wettbewerb

Das seltsame Haus des Niko Laus

Von Susanne Kreitz, 03.12.11, 07:15h, aktualisiert 04.12.11, 10:49h

Architekten arbeiten mit Lebkuchen: 15 Lebkuchenhäuser stehen im Kap Forum im Rheinauhafen, alles Unikate. Die süßen Kunstwerke werden einer Jugendeinrichtungen in Porz gespendet.

Lebkuchenhaus
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Für Architekten gehört’s zum Handwerk, Modelle zu erstellen.
Lebkuchenhaus
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Für Architekten gehört’s zum Handwerk, Modelle zu erstellen.
Ein zarter Duft von Schokolade liegt in der Luft. Kommt man den Objekten näher, mischen sich Marzipan, Zimt und Lakritz dazu. 15 Lebkuchenhäuser stehen im Kap Forum im Rheinauhafen, alles Unikate. 18 Architekten(teams) haben sich am Kölner Lebkuchenhaus Wettbewerb 2011 beteiligt, 15 stellten ihre süßen Kreationen am Freitagabend der Jury, zwei liefen außer Konkurrenz, einer musste passen: Er hatte den Lebkuchen mit dem falschen Werkzeug traktiert.

Reminiszenz an die Moderne

Für Architekten gehört’s zum Handwerk, Modelle zu erstellen. Aus Holz, Karton, Papier, Gips. Aber Lebkuchen? Das Büro Kap Forum hatte den Häuslebauern jeweils drei 60 mal 90 Zentimeter große Platten aus Lebkuchen geliefert, aus der Bäckerei Ecke in Braunsfeld. Inhaber Mathias Ecke war denn auch Mitglied der Jury, neben Kap-Chef Andreas Grosz, Architektin Susanne Brandheim von „brandheim + krumrey“ und Christian Wendling. Geschäftsführer Haus der Architektur.

„Das Haus hat Mama gebaut“, Britta von Hüth (msm meyer schmitz-morkramer) zeigt ihren beiden Töchtern das imposante Hochhaus, ganz mit Schokolade übergossen. Eine Reminiszenz an die Moderne sollte das Abbild des SAS-Hochhauses in Kopenhagen sein. „Das Gebäude war komplett mit Gelatine-Blättern verglast“, doch die haben den Transport nicht überlebt. Auch die „Hausschnuppe – Die Metamorphose des Weihnachtshauses“ (arctum architectural solutions GbR) hat es zerlegt, die reich dekorierten Einzelteile liegen nebeneinander, das dreidimensionale Objekt ist nur als Foto zu sehen.

Die Materialvielfalt ist überwältigend, Lakritzkonfekt, Schaumwaffeln, Marzipankartöffelchen, Zuckerperlen, Weingummi, Schokoladen-Täfelchen, Fruchtbonbons, Zuckerguss und Puderzucker. Das prächtige Hochhaus von „a.s.h. Innenarchitektur & Lichtkonzepte“ stapelt sie zwischen Lebkuchenplatten auf eine beachtliche Höhe, ganz oben lugen wie Wasserspeier weiße Gummi-Mäuse aus der Fassade, auf der einen Seite das Köpfchen, auf der anderen das Schwänzchen. Diese Fleißarbeit honorierte die Jury mit einem (von drei) dritten Preisen.

Ebenfalls auf Platz drei: das „Haus Lebkuchen“, ein aufgestelltes Tortenstück aus einer mit Glitzerperlen gedeckten roten Torte ( (Lepel & Lepel),und ein Palast im Orientstil, von innen beleuchtet. Die Fenster bestehen aus im Backofen geschmolzenen Fruchtbonbons. Diese Anregung will Bäckermeister Ecke demnächst mal ausprobieren.

Illuminiert ist auch die Pagode von „andernach und partner“, eine enorme Fleißarbeit, der Gehweg ist mit Scheibchen von verschieden farbigen Schokoröllchen gepflastert, „alle einzeln mit der Pinzette aufgesetzt“, erzählt Isabel Drexler, Mitarbeiterin von Elisabeth Zimmermann. Der Weg zum Haus führt durch ein Sternenlabyrinth, Marzipansterne auf Mandelsplittern bilden die Gartenanlagen – Platz zwei.

Eine gesichtslose Reihenhausfront aus geschichteten Lebkuchenscheiben, doch auf der Gartenseite wagt jemand den Ausbruch aus der Routine: bunte Schokoperlen auf dem Dach, Schokopastillen mit Perlchen an der Fassade, blaue Kügelchen auf grünem Rasen:. Platz eins für: „Gestaltungsbeirat Jürgen M. überkamen Zweifel – hatte Niko Laus ihn am Ende doch übers Ohr gehauen?“ (Arge Büro für Innenarchitektur Beate Wild & Eiden + Lenzner Architekten).

Inzwischen stehen die Lebkuchenhäuser als Spenden in Porz. Ob die „Porzer kleinen Finken“ und die Jugendlichen im Jugend- und Gemeinschaftszentrum Porz-Glashütte sich trauen, die Kunstwerke anzuknabbern?



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