ZeitungsanzeigenAbo | Mediadaten
Schriftgröße

Bundesliga

Mehr als nur Marco Reus

Erstellt 05.12.11, 12:39h, aktualisiert 05.12.11, 12:41h

In einem intensiven Spitzenspiel trennen sich Mönchengladbach und Dortmund 1:1. Doch obwohl es am Ende eine Punkteteilung gibt, fühlt sich eines der beiden Teams hinterher als Sieger. Aus Mönchengladbach berichtet Philip Sagioglou

Mike Hanke
Bild vergrößern
Trifft derzeit immer öfter: Mike Hanke.
Mike Hanke
Bild verkleinern
Trifft derzeit immer öfter: Mike Hanke.
Als die Spieler des Deutschen Meisters kurz nach Spielende wortlos und mit gesenkten Köpfen in ihrer Kabine verschwunden waren, betrat Mike Hanke die Katakomben des Borussia-Parks. Er ist in diesen Tagen wieder ein gefragter Mann, der ehemalige Nationalspieler Hanke. Schon beim 3:0 seiner Mönchengladbacher gegen den 1. FC Köln hatte der Stürmer nach einer 1054 Minuten dauernden Durststrecke seinen Torinstinkt wiederentdeckt. Auch an diesem Samstag traf er, zum 1:1-Endstand gegen Borussia Dortmund. Voller Zufriedenheit analysierte er mit einem Dauerlächeln das Spiel. "Das Unentschieden geht in Ordnung", sagte Hanke. "Es war eine packende Partie auf Augenhöhe." Mit ähnlichen Worten beschrieben auch seine Mitspieler Marc-André ter Stegen und Raúl Bobadilla die Begegnung. Trotz der Punkteteilung fühlten sich die Mönchengladbacher nach diesem Spitzenspiel als Sieger.

Tatsächlich hätte das Resümee an diesem Spieltag auch lauten können: Gladbach gewinnt 1:1. Zum einen ist ein Punktgewinn nach einem 0:1-Rückstand gegen das seit neun Spielen ungeschlagene Jugendensemble des BVB eben ein gefühlter Sieg. Zum anderen aber haben die Mönchengladbacher der Fußballwelt eindrucksvoll gezeigt, dass sie auch ohne den zuletzt überragenden Marco Reus überzeugen und in der Lage sind, mit einer der besten Mannschaften der Bundesliga zu konkurrieren. "Dass Marco Reus nicht einfach so zu ersetzen ist, ist klar. Aber wir haben es sehr gut gemacht", sagte der junge Torwart ter Stegen und machte mit einer leicht genervten Tonlage deutlich, dass man sich in Mönchengladbach nicht auf den am Zeh verletzten Reus reduzieren lassen will. Zu Recht, wie dieser Nachmittag gezeigt hat.

Lewandowski trifft erstmals auswärts

Ter Stegen wollte lieber über die vorangegangenen 90 Minuten reden, in denen seine Mannschaft nach anfänglichen Problemen über einen Großteil der Spielzeit gezeigt hatte, wie man Jürgen Klopps Hochgeschwindigkeitsfußballer aus dem Ruhrgebiet bremsen kann. Wie es eben so ist, wenn zwei der besten Defensiven der Bundesliga aufeinandertreffen, durften die 54.047 Zuschauer zwar viele ansehnliche Kombinationen sehen - die meisten Angriffe endeten jedoch an den stabilen Abwehrreihen um Dante und Stranzl auf Gladbacher oder Hummels und Santana auf Dortmunder Seite. Der BVB kam gegen die im Kollektiv leidenschaftlich und gut strukturiert verteidigenden Gastgeber erst nach einem Eckball zur Führung: Mario Götze zirkelte auf den sprungstarken Robert Lewandowski, der seinen zehnten Saisontreffer erzielte (40.).

"In der zweiten Halbzeit wollten wir mehr zeigen, das war dringend nötig", sagte der Gladbacher Trainer Lucien Favre hinterher. Bis Hanke mit einem Distanzschuss den Ausgleich erzielte (72.), dümpelte die Begegnung im zweiten Durchgang zeitweise vor sich hin. Für den größten Aufreger sorgte auch im Borussia-Park Werder Bremens Angreifer Markus Rosenberg mit seinem Treffer zum 1:1 bei Bayern München. Die Information auf der Videowand ließ die Fans beider Teams ihre Rivalität vergessen und für einen kurzen Moment Frieden schließen. Mit dem positiven Nebeneffekt, dass die beiden Mannschaften auf dem Rasen - offenbar angetrieben von den plötzlichen Jubelstürmen auf den Rängen - auch wieder für Höhepunkte sorgen wollten.

Die Sache mit der Backpfeife

"Beide Teams hätten auch das 2:1 machen können", sagte Favre. Klagen wollte er aber nicht: "1:1 gegen Dortmund, ich bin zufrieden." Das war auch sein Kollege Jürgen Klopp, der Mike Hanke nach dem Schlusspfiff auf ungewöhnliche Art und Weise zu seinem Treffer gratuliert hatte: mit einer Backpfeife. "Das war glatt Rot", forderte Hanke - noch immer lächelnd.

Später zollte Klopp seinen Respekt dann auch mit Worten. "Falls es einen Beweis gebraucht hat, dass Gladbach da oben hingehört, dann war er das heute", sagte der Coach des BVB - und hatte noch vor dem Betreten des Mannschaftsbusses mit dem Spiel abgeschlossen: "1:1. Weiter geht's."

Eigentlich waren sich also schon alle einig, bis Mats Hummels sich als erster Dortmunder Spieler äußerte. "Wenn man 1:0 führt und hinten wenig zulässt, ist ein Unentschieden natürlich nicht wirklich zufriedenstellend", sagte der Nationalspieler. Auch auf die Frage, ob ihm die Rolle als Jäger des FC Bayern München besser gefallen würde als die Tabellenführung, fand er eine klare, wenn auch wenig überraschende Antwort: "Nee, die beste Position ist Erster." Er fühlte sich, das war unübersehbar, an diesem Samstagnachmittag als Verlierer.



Den Kölner Stadt-Anzeiger im Abonnement erhalten JETZT BESTELLEN!
4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%.

Newsticker


Anzeige


Umfrage

Was machen Sie an Pfingsten?
Kaiserwetter in Deutschland und ein langes Wochenende: Pfingsten bietet viele Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung. Was werden Sie tun?

Anzeige





RHEINLAND WETTER



Bildergalerien



Special


Baku 2012


Meistgelesene Artikel





ksta-blogs.de



Blog zur ksta.tv-Sendung


Aktion


Aktion


Aktuelle Verkehrsinfos


Termine

Veranstaltungssuche

 

Veranstaltungs-Tipps

Chorgemeinschaft Cäcilia

27. Mai 2012,
Kölner Philharmonie

 

Mein ksta.de


ksta.de auf Facebook

KSTA auf Facebook

Stadtmenschen Community


Brutto / Netto Rechner

Optimieren Sie Ihr Gehalt:
Bruttogehalt (Euro mtl.) Steuerklasse

Extra


Die 5 beliebtesten Pausenspiele

Mahjongg Fortuna
Bubble Shooter
Chainz 2
Chainz 2 »
387 Spieler
Zuma
Zuma »
372 Spieler
Bookworm
Bookworm »
330 Spieler

Dienste