Erstellt 12.12.11, 12:30h, aktualisiert 12.12.11, 12:30h
Verkauft werden alle zivilen Schiffbau- und Reparaturbereiche von Blohm + Voss sowie deren Tochterfirmen. Den militärischen Sektor von Blohm + Voss will ThyssenKrupp als Teil seiner Marine-Schiffbausparte weiterführen, zu der auch die auf U-Boote spezialisierte Kieler Werft Howaldtswerke-Deutsche Werft (HDW) gehört. Eine Kaufsumme für Blohm + Voss nannte das Unternehmen nicht.
Star Capital werde die Werft „an allen Standorten“ weiterführen, erklärte ThyssenKrupp. Die Gewerkschaft IG Metall forderte eine Bestandsgarantie für die rund 1500 betroffenen Arbeitsplätze. Geltende Tarifverträge dürften nicht in Frage gestellt werden, betonte Meinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste, am Montag in Hamburg.
ThyssenKrupp versuchte seit längerem, den zivilen Teil von Blohm + Voss zu verkaufen. Der Stahlkonzern hatte die Hamburger Werft 2005 gekauft und seiner Sparte ThyssenKrupp Marine Systems angegliedert. Zunächst hatte ThyssenKrupp zwei Jahre lang mit dem arabischen Emirat Abu Dhabi verhandelt, die Gespräche aber im Sommer beendet. Lediglich der zivile Teil von HDW, HDW-Gaarden, ging an Abu Dhabi. Danach war bekannt geworden, dass ThyssenKrupp mit Star Capital Partners verhandelt wird. Parallel hatte sich auch die Bremer Lürssen-Werft als Interessent ins Gespräch gebracht. ThyssenKrupp lehnte die Offerte aber ab.
Der zivile Zweig von Blohm + Voss baut Yachten und repariert Schiffe. Das 1877 gegründete Unternehmen besitzt zwei Bau- und fünf große Reparaturdocks, darunter das rund 350 Meter lange Trockendock „Elbe 17“, das zu den größten Trockendocks Europas gehört. Die Militärsparte der Werft ist unter anderem am Bau von Fregatten und anderen Schiffen für die deutsche Marine beteiligt. Die Docks von Blohm + Voss liegen direkt gegenüber der Hamburger Landungsbrücken und sind daher auch vielen Touristen als Teil des Hafenpanoramas bekannt.
Star Capital Partners wurde nach eigenen Angaben im Jahr 2000 gegründet und hat mehr als eine Milliarde Euro für Investitionen zur Verfügung. Im März 2008 kaufte die Beteiligungsgesellschaft in Deutschland bereits die Alloheim Senioren-Residenzen AG, die damals 13 Heime mit 1.500 Betten und 250 betreute Wohnungen betrieb. (afp)
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