Liebevoll setzt Benjamin Marx die Figur der Maria Brecht (in einem Bühnenkostüm) in die Krippe von Maria Lyskirchen. (Bild: Michael Bause)
Liebevoll setzt Benjamin Marx die Figur der Maria Brecht (in einem Bühnenkostüm) in die Krippe von Maria Lyskirchen. (Bild: Michael Bause)
Köln -
Es war eine sehr bewegende Feier. In der kleinen romanischen Kirche St. Maria Lyskirchen, stimmungsvoll mit echten Kerzen ausgeleuchtet, erinnerte sich die Gemeinde an Maria Brecht. „Haben dir die Düsseldorfer nicht ein schönes Kleid genäht“, sprach Benjamin Marx die an Karfreitag im Alter von 72 Jahren verstorbene Küsterin im Himmel an. Seit 1996 baut Marx die Milieukrippe auf und um. Nun steht die Figur der Maria Brecht in der Krippe, in ein kostbares purpurnes Kleid aus dem Atelier Form + Schnitt gehüllt. Brecht war 40 Jahre Mitglied des Opernchores, danach widmete sie all ihre Zeit der Gemeinde. „Wann arbeiten wir morgen, diese Frage wird mir fehlen“, sagte Marx, der immer wieder mit den Tränen kämpfen muste. „Sie haben stets gesagt, ich will nicht in die Krippe. Und gleich hinterher: Sie machen ja doch, was Sie wollen.“ Brechts Bühnenerfahrung sei sehr wichtig gewesen, „sie hatte ein Gefühl dafür, wie man etwas inszeniert“. Nach der kleinen Feier stellten Marx und Pfarrer Matthias Schnegg die Figur der Küsterin in die Krippe, zur Heiligen Familie, die auf dem Weg nach Bethlehem ist.
Die Krippe wird häufiger um Figuren aus dem Veedel ergänzt, im vorigen Jahr war es die Wäscherin Magret. Auch ein Junkie gehört dazu: Die Gemeinde unterstützt seit Jahren das Notel, Notschlafstelle für Drogenabhängige.