Von Roland Schriefer, 26.12.11, 10:55h, aktualisiert 26.12.11, 10:56h
Dem zaghaften Aufhübschen des tristen Friedrich-Ebert-Platzes müsste allerdings endlich eine echte Verschönerung folgen, wünscht sich Stadoll. Doch das Problem dabei sei nach wie vor das "Hertie-Gebäude". Von dessen Veräußerung hänge ab, was mit dem Platz geschehen wird. Denn der mögliche Käufer erwirke nach dem Willen der Bezirksvertretung auch das Recht, die Fläche davor zu bebauen. "Es ist die Mehrheitsmeinung in der Bezirksvertretung, dass eine teilweise Bebauung gewünscht wird", erklärt Stadoll. Wie das aussehen soll, wollen die Bezirksvertreter so offen wie möglich halten, um den zukünftigen Investor in seinem Gestaltungsmöglichkeiten nicht zu sehr einzuschränken. "Der Platzcharakter muss erhalten bleiben. Aber eine dreigeschossige Rundumbebauung ist für die SPD vorstellbar", sagt Stadoll.
Schandfleck Bauzaun mit Transparenten kaschiert
Die Zukunft des Hertie-Gebäudes soll im Januar erneut verhandelt werden. "Es kommt erschwerend hinzu, dass auf allen 64 ehemaligen Hertie-Kaufhäusern eine gemeinsame riesige Hypothek liegt", hat Stadoll erfahren. "Zu welchen Bedingungen ein einzelnes Gebäude aus der Masse herausgelöst werden kann, darüber muss auch mit den Gläubigern der Hypothek verhandelt werden." Stadoll ist zuversichtlich, dass das im Januar geklärt werden kann. "In Wesseling hat es ja geklappt."
Den "Schandfleck" Bauzaun mit Transparenten zu kaschieren, war eine Idee des Runden Tisches mit dem Bürgeramt, der Bezirksvertretung, dem Amt für Stadtentwicklung und der Innenstadtgemeinschaft (ISG). "Wir haben uns für 14 Banner entschieden, zehn mit einer Panoramaansicht des Porzer Rheinufers und vier mit Kinderbildern", sagt Norbert Becker, Leiter des Porzer Bürgeramtes. Auch für ihn ist es nur eine Notlösung. Eine grundsätzliche Lösung für das Problem Friedrich-Ebert-Platz stehe natürlich noch aus. "Die Verwaltung ist der Auffassung, dass der Platz durch eine Bebauung geschlossen werden sollte." In welcher Tiefe sei allerdings völlig offen. Das sei Sache der Stadtplaner und Architekten. Er könne sich gut einen Ideenwettbewerb für Studenten der Fachhochschule als Grundlage vorstellen, sagt Becker. Auch er legt Wert darauf, dass am Ende genügend Platzfläche erhalten bleibt: "Denn Porz-Mitte braucht einen zentralen Ort für Veranstaltungen." Auch der Markt soll wieder zurück an den Friedrich-Ebert-Platz. "Das geht aber auch erst, wenn das Hertie-Gebäude wieder genutzt wird. Die Marktbeschicker sind ja von hier weg gegangen, weil der Platz eine tote Ecke geworden war."
Zuerst waren Werbebanner geplant
"Wir hatten für die Bauzäune zuerst an Werbebanner gedacht", sagte Patrick Wiesner von der ISG. "Damit hätten wir sogar etwas Geld verdienen können." Aber die Kölner Außenwerbung, die das Monopol auf Werbeflächen im öffentlichen Raum besitzt, habe Gebühren verlangt, die der ISG zu hoch waren. Der Runde Tisch habe sich daraufhin für die Kinderbilder und das Bild des Rheinpanoramas eines Porzer Fotografen entschieden.
Die Vorlagen wurden auf ein winddurchlässiges Material gedruckt und an den Bauzäunen befestigt. Die Kosten von etwas mehr als 2000 Euro seien zum großen Teil aus bezirksorientierten Mitteln bezahlt worden. "Die ISG hat sich natürlich auch an den Kosten beteiligt", sagte Becker.
Aktion ist nur ein Provisorium
"Ich denke, das Geld ist gut investiert, um die Abwärtsspirale der Porzer Innenstadt wenigstens ein bisschen zu bremsen", sagte Wilhelm Belke vom Amt für Stadtentwicklung. "Wir haben auch die Jugendwerkstatt Porz aus Finkenberg gewinnen können. Die Jugendlichen haben die Umrandung der Baumbeete auf dem Platz gestrichen."
Es sei ihm klar, dass diese Aktion nur ein Provisorium ist. Das Hertie-Gebäude sei der entscheidende Faktor für die Aufwertung der Porzer Innenstadt. "Je länger es dauert, bis es wieder genutzt wird, desto schlechter wird sein Zustand." Am Ende müsse das Gebäude sogar kernsaniert werden. "Es wird in jedem Fall von Monat zu Monat immer teurer."
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