Von Matthias Niewels, 29.12.11, 09:10h
Tatsächlich hatte der Fachbereich acht (zuständig für die städtischen Immobilien) die Trennung bei einem Elektriker in Auftrag gegeben. Aus Sicht dieser Abteilung war es die Umsetzung eines seit Monaten angekündigten Schritts. Der Fachbereich drängt auf eine saubere Abrechnung des Stroms. Denn der Sportverein ist alleiniger Betreiber der Sportanlage und bekommt dafür von der Stadt einen Betriebskostenzuschuss – rund 9000 Euro im Jahr. Weitere Kosten sollen der Stadt nicht entstehen.
Allerdings hängt die Sportanlage noch am Stromnetz der Schule. Dies müsse, so die nachvollziehbare Forderung, geändert werden. Josef Jakab, erster Vorsitzender des Vereins: „Die saubere Trennung bei der Stromrechnung ist sicher notwendig, aber wir können es uns nicht leisten, ein neues Kabel samt Zählerkasten zu ziehen.“ Robert Winkels, zweiter Vorsitzender: „Und das ist auch nicht unsere Aufgabe. Schließlich ist die Stadt immer noch Eigentümer der Immobilie.“
Dabei passt der Streit zwischen dem Sportverein und der Stadt so ganz und gar nicht zu deren sonstigem Verhältnis. Der SC 27 ist ein Verein, der komplett aus eigener Kraft einen Kunstrasenplatz stemmt. Die Stadt beteiligt sich weder direkt durch eine Finanzspritze noch über eine Bürgerschaft. Rund 300 000 Euro kostet die gesamte Anlage. Möglich wurde der Bau erst durch „potente Spender“, wie Winkels erklärt. „Nur aus Mitgliederbeiträgen hätten wir das nicht finanzieren können“, sagt er. Der monatliche Mitgliedsbeitrag soll in der Seniorenabteilung monatlich um drei Euro auf dann zwölf Euro steigen. Jugendliche zahlen künftig neun Euro pro Monat.
Einer der Hauptnutznießer des Kunstrasenplatzes ist die benachbarte Otto-Hahn-Schule. Deren Schüler können im kommenden Jahr auf Kunstrasen trainieren. Schulz: „Von 8 bis 16 Uhr hat die Schule das Belegungsrecht.“ Dem Verein sei offiziell immer signalisiert worden, dass man sich über dessen Engagement freue. Ohne Strom wären die Endarbeiten am Kunstrasen schwierig, wenn nicht gar unmöglich. So arbeiteten die Vereinsmitglieder auch abends und nutzten dabei das Flutlicht – jedenfalls solange es Strom gab. Hilfe bekam der Verein vom Mediterana. Die Wellness- und Freizeitanlage stellte den Radlader zur Verfügung. Der hilft nicht nur bei den schweren Erdarbeiten, sondern in dessen Scheinwerferlicht wurde auch das Pflaster weiter verlegt.
Gestern dann kam es zum Krisengipfel vor Ort. Zuständig zeigte sich nun der Fachbereich vier (Schule, Bildung und Sport). Und siehe da: Es wurde wieder Licht. Dieser Fachbereich gab den Wiederanschluss ans Stromnetz in Auftrag. Offiziell hieß es gestern bei der Stadt nur, dass es Schwierigkeiten bei der „internen Absprache“ gegeben habe. Und richtig sei nach wie vor, dass es eine Lösung für eine saubere Stromabrechnung geben müsse. Vor Ort war auch die Belkaw, deren Vertreter laut Sportverein einen Zwischenzähler für möglich hielten. Allerdings ist nicht klar, wie die alten Leitungen überhaupt laufen und in welchem Zustand sie sind.
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