Schriftgröße

Infrastruktur

Kommune kauft den maroden Bahnhof

Von Johannes Puderbach, 03.01.12, 10:57h

Die Gemeinde Blankenheim und die Deutsche Bahn AG haben sich auf den Kaufpreis für die Immobilie in Wald geeinigt. Jetzt wird nach einem Investor gesucht, der das Gebäude übernehmen und sanieren will.

Bahnhof Wald
Bild vergrößern
Die Gemeinde kauft den Bahnhof in Blankenheim-Wald. Falls sich kein Investor für das Gebäude findet, soll es abgerissen werden. (Bild: Puderbach)
Bahnhof Wald
Bild verkleinern
Die Gemeinde kauft den Bahnhof in Blankenheim-Wald. Falls sich kein Investor für das Gebäude findet, soll es abgerissen werden. (Bild: Puderbach)
Blankenheim - Die Gemeinde wird schon bald das Bahnhofsgebäude samt Grundstücken an der Bahnstation in Blankenheim-Wald kaufen. Dies beschloss der Gemeinderat im nichtöffentlichen Teil der jüngsten Ratssitzung. Dem Vernehmen nach ist der Kaufpreis für die marode Immobilie in etwa so hoch wie der eines guten Gebrauchtwagens. Falls sich kein Investor findet, der den alten Bahnhof wieder in Schuss bringt, soll das Gebäude mittelfristig abgerissen werden.

„Wir haben schon länger über den Kauf des Bahnhofs verhandelt“, berichtete der Kämmerer Erwin Nelles gestern auf Nachfrage. Nun seien die Verhandlungen erfolgreich abgeschlossen und das Ergebnis vom Gemeinderat genehmigt worden. Zuletzt habe noch die Sorge bestanden, dass auf dem Gelände eventuell Schadstoffe vorhanden sein könnten.

Teure Entsorgung

Als die Gemeinde jüngst den Park-and-Ride-Platz vor dem Bahnhof neu baute, entdeckte man alte Gewerbeablagerungen im Untergrund, die für teures Geld entsorgt werden mussten. „Auf dem eigentlichen Bahnhofsgelände gibt es aber nur leichte Verschmutzungen, wie sie bei Güterbahnhöfen üblich sind“, sagte Nelles.

Spätestens im Sommer soll der Erwerb abgewickelt sein. Der Kaufpreis sei relativ niedrig, bestätigte Nelles. Das verschieferte Bahnhofsgebäude sei in einem sehr schlechten baulichen Zustand. Durch Vandalismus seien an der Immobilie weitere Schäden entstanden. „Aus Gründen der Wirtschaftlichkeit käme eigentlich nur ein Abriss in Frage“, erklärte der Kämmerer. Doch zunächst einmal wolle die Gemeinde nach einem Investor suchen, der das Gebäude übernehmen und sanieren will. Früher einmal habe es in Blankenheim-Wald zwei Gaststätten geben, nannte er ein Beispiel für eine mögliche Nutzung. Erst dann, wenn sich kein Investor finde, werde man einen Abriss erwägen.

Die Gemeinde habe ein großes Interesse daran, den Bahnhof und das Umfeld vernünftig zu gestalten, erklärte Nelles. So habe die Gemeinde zum Beispiel über eine Million Euro ausgegeben, um den neuen Park & Ride-Platz zu bauen. Der nächste Schritt sei der Umbau der dunklen Unterführung, die zu den Bahngleisen führe. Auch an dieser Maßnahme werde sich die Gemeinde mit einer erheblichen Summe beteiligen. Diese Sanierung soll spätestens im kommenden Jahr abgeschlossen sein.

Im Leitbildprozess der Gemeinde habe sich gezeigt, dass die Bevölkerung auf eine gepflegte Bahnstation Wert legt. Und für Touristen, die mit der Bahn anreisen, wolle man ein ansprechendes Bild bieten.

Falls das alte Gebäude abgerissen werden muss, will man keinesfalls ein neues errichten. Denn für Bahnkunden, die mit dem Bus vom abgelegenen Bahnhof in die Gemeinde weiterfahren wollen, würde eine Unterstellmöglichkeit genügen. Nelles: „Und die könnten wir sogar aus der Gemeindekasse finanzieren.“



Den Kölner Stadt-Anzeiger im Abonnement erhalten JETZT BESTELLEN!
4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%.

Orte des Geschehens

große Karte

Anzeige


NRW-Wahl 2012



Kurz und knapp


Kommentare


Stadtmenschen Community


WAS.WANN.WO.


Bildergalerien


Neue ksta.tv-Videos aus der Region


Bilder der Woche


Extra


Extra


Freude, Frust, Skurriles


Karneval


euskirchen-online.de auf Facebook

Euskirchen-Online.de auf Facebook

Service


Mein ksta.de


Top-Links (Anzeige)


Forum


Dienste