Von Tobias Kaufmann, 08.01.12, 11:45h, aktualisiert 08.01.12, 12:20h
Es ist gut und richtig, sich gegen Nazis zu engagieren, auch im Internet. Doch Hackeraktionen bringen wie jede andere Form der Selbstjustiz Risiken und Nebenwirkungen mit sich. Hinter der Maske "Anonymous" verbergen sich Aktivisten, die niemandem Rechenschaft schulden. Mal hacken sie Seiten des iranischen Regimes, mal Seiten der Atomindustrie oder von Kreditkartenfirmen. Wer gut und wer böse ist, entscheiden die Hacker allein.
Ende Dezember knackten Aktivisten die Seite des US-Unternehmens "Stratfor", das - anders als in deutschen Medien dargestellt - weniger eine "Sicherheitsfirma" als ein Think Tank zu Außen- und Sicherheitspolitik ist. Dessen Seite anzugreifen, ist eine Attacke auf die Meinungsfreiheit. Die Kundenkartei zu knacken und von Privatkonten Geld abzuheben, ist kriminell - selbst, wenn man das Geld ans Rote Kreuz überweist. Darüber ist unter den selbstberufenen Freiheits-Rettern Streit ausgebrochen. "Anonymous" behauptet, der "Anonymous", der "Stratfor" hackte, sei nicht der echte. Anders offenbar als jener, der Scholl-Latours Adresse auf einer Anti-Nazi-Seite veröffentlichte.
Wer sich der anonymen Denunziation als Mittel bedient, wird vom Aufklärer leicht zum Jakobiner - und macht aus dem Netz der Freiheit eine moderne Guillotine.
@ immewigger
03.02.2012 | 11.16 Uhr | Tobias Kaufmann
Sie irren sich. Wir veröffentlichen nicht die Privatadressen und Telefonnummern von Menschen. Das zu tun ist keine Aufklärung, sondern Denunziation.
Hacker sind Kriminelle
12.01.2012 | 11.21 Uhr | Quettinger
und jeder der das für gut befindet hat eine merkwürdige Einstellung. Statt zu jubeln, dass Irre Menschen, die ihnen nicht passen an den Pranger…
Werter Herr Kaufmann,
10.01.2012 | 10.23 Uhr | Autochrom69
selbstverständlich sollte die Unschuldsvermutung gelten. Ich für mich kann sagen, dass ich mir selber erst ein Bild mache, bevor ich urteile/…
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