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Flugverkehr

Lufthansa beendet Biosprit-Test

Erstellt 09.01.12, 18:42h

Nach einer sechsmonatigen Testphase mit mehr als 1000 Flügen setzt die Lufthansa vorerst nicht mehr auf Biosprit. Der Kraftstoff sei alltagstauglich, aber die Beschaffung für den normalen Flugbetrieb schwierig, so die Airline.

Lufthansa-Flugzeug
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Lufthansa-Jet im Anflug auf Frankfurt. (Bild: dapd)
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Lufthansa-Jet im Anflug auf Frankfurt. (Bild: dapd)
FRANKFURT - Nach einer sechsmonatigen Testphase setzt die Lufthansa vorerst nicht mehr auf Biosprit. Der Einsatz, bei dem ein Airbus A321 auf der Strecke Hamburg-Frankfurt teilweise mit Biosprit betankt wurde, sei zwar problemlos verlaufen und der neuartige Kraftstoff habe seine Alltagstauglichkeit bewiesen, teilte die Lufthansa am Montag mit. Allerdings gebe es noch nicht genug von dem Sprit. „Die Lufthansa wird den Praxiseinsatz erst dann fortsetzen, wenn wir nachhaltige und zertifizierte Rohstoffe in den für den Routinebetrieb erforderlichen Mengen sicherstellen können“, sagte Projektleiter Joachim Buse.

Die Maschine flog nur teilweise mit Biosprit. Ein Triebwerk wurde mit Kerosin gespeist, das andere zur Hälfte mit Biosprit. Insgesamt 1500 Tonnen Kohlendioxid seien damit eingespart worden, heiß es. Als Abschluss des Projekts kündigte die Kranich-Airline den ersten Flug über den Atlantik mit Biosprit an. Am 12. Januar gehe es mit einem 747-Großraumflieger von Frankfurt nach Washington. Auch diesmal fliege die Maschine wie der Test-Airbus nur zum Teil mit dem nachwachsenden Flugbenzin.

BUND spricht von "Ablenkungsmanöver"

Umweltschützer hatten den Einsatz des Treibstoffs kritisiert. Bio-Sprit-Pflanzen belegten wertvolles Ackerland, das besser für den Anbau von Getreide genutzt werden könnte, argumentierte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Zudem habe die Lufthansa mit ihren Biosprit-Offensive von der eigentlichen Aufgabe abgelenkt, ihre Flugzeuge deutlich effizienter zu machen.

Airlines haben seit kurzem ein noch größeres Interesse, den Kohlendioxid-Ausstoß ihrer Flieger zu drosseln. Alle Fluggesellschaften müssen ab Januar 2012 im Rahmen des EU-Emissionshandelssystems Zertifikate für den Ausstoß des klimaschädlichen Gases kaufen, den sie durch Starts und Landungen in Europa verursachen. Im Dezember hatte der Europäische Gerichtshof in Luxemburg (EuGH) den Handel für rechtens erklärt. US-Airlines und Verbände hatten geklagt. Amerika und China drohten der EU daraufhin mit Gegenmaßnahmen und warnten vor einem Handelskrieg, der wegen des Streits ausbrechen könnte. Fluggesellschaften verschmutzen den Himmel über Europa immer stärker. Nach Berechnungen der EU-Kommission haben sich die Emissionen von Airlines seit 1990 verdoppelt. Bis 2020 könnten sie sich verdreifachen. (rtr)



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