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Heimatklänge-Festival

Rock im rappelvollen Kellerclub

Von Jens Höhner, 14.01.12, 11:13h, aktualisiert 14.01.12, 11:16h

Beim „Heimatklänge-Festival“ im Kubana floß sogar die ein oder andere Träne: Die Eitorfer Band 4Backwoods gaben ihr letztes Konzert. Ray Wen, Rauputz und 13 Stone sorgten außerdem für einen gelungenen Festival-Abend.

Heimatklänge-Festival Zwei
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Ralf Wensorra, wie Ray Wen eigentlich heißt, hat beim Heimat-Stimme-Wettbewerb des "Rhein-Sieg-Anzeiger" gewonnen. (Bild: Höhner)
Heimatklänge-Festival Zwei
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Ralf Wensorra, wie Ray Wen eigentlich heißt, hat beim Heimat-Stimme-Wettbewerb des "Rhein-Sieg-Anzeiger" gewonnen. (Bild: Höhner)
Siegburg - Plötzlich hat dieser Abend seine ganz eigene Dramaturgie: Es ist auf die Sekunde genau Mitternacht, als im „Kubana Live Club“ der letzte Ton verklingt und damit einer großen Ära ein Ende setzt. 4Backwoods sind Geschichte. Die Band hat soeben ihr letztes Konzert absolviert, nach 16 Jahren.

Und das auf der Bühne des „Heimatklänge-Festivals“, das der „Rhein-Sieg-Anzeiger“ zum ersten Mal ausgerichtet hat. Schließlich fließen sogar Tränen: 4Backwoods-Sänger Daniel Wagner wischt sie sich lässig aus dem Gesicht.

Gerade noch hat das Eitorfer Quartett mit Wagner, Mario Kleine (Gitarre), André Kolf (Bass) und Christoph Becker (Schlagzeug) noch einmal im rappelvollen Kellerklub abgerockt. Jetzt sagen die Jungs „Auf Wiedersehen“: Sie suchen den Kontakt zu ihren zahlreichen Fans, schreiben Autogramme, posieren für Fotos, viele wollen getröstet werden.

„Es ist ein Abschied“, betont Wagner immer wieder. „Und keine Beerdigung.“ Auch viele frühere Bandmitglieder begrüßt er an diesem legendären Abend. Der ehemalige Gitarrist Stephan „Breido“ Breidenich begleitet Wagner auf der Bühne noch einmal bei der wunderbaren Akustiknummer „Butterfly“. Auf der 4Backwoods-Setlist stehen an diesem Abend etliche Klassiker wie „Supernova Day“ und ebenso viele neue Songs vom jüngsten Album „Be different or die“, zu manchen Stücken erzählt Daniel Wagner Anekdoten, zum Beispiel zu „I’m alright“: „Ein Mädel hat bei dem Song die Unschuld verloren, ein junger Mann hat seiner Liebsten einen Heiratsantrag gemacht“, verrät der Frontmann.

Begonnen hat der zweite Festivalabend indes mit dem Gewinner des Castingwettbewerbs „Die Heimat-Stimme“, den der „Rhein-Sieg-Anzeiger“ in Kooperation mit dem Siegburger Musikproduzenten Stephan Weidenbrück und dem Texter Jan Stephan aus Bonn im vergangenen Jahr erstmals ausgerufen hatte. Ray Wen, alias Ralf Wensorra (41) aus Much, bringt seinen Stimmungssong „Bumerang“ als Rocknummer mit satten sieben Minuten, feisten Gitarren und wummerndem Didgeridoo auf die Bühne. Ihn begleitet eine vierköpfige Band, „The Cuban Infusion“, die es nur für diesen einen Auftritt gibt. Und nicht nur das: Als Zugabe singt der Gewinner seinen eigenen Titel „Schwarz, Rot, Gold“, mit dem er sich damals beim Wettbewerb vorgestellt hat. Das Publikum gerät in Bewegung, man singt und klatscht. Das Eis ist schnell gebrochen.

Echte Garagenrocker geben danach den Ton an: „Rauputz“ aus Lohmar, die Band mit den jüngsten Mitgliedern des gesamten Festivals, drehen den Lautstärkepegel um einiges höher und geben kräftig Gas. Die Musikfreunde im Kellerklub sind begeistert und auch gestandene Musiker sind hin und weg. „Ich habe mich in Rauputz verliebt“, gesteht Christoph Mueller, Sänger der High-Octane-Rocker „13Stone“ aus Siegburg, die dem „Rauputz“-Quartett folgen. Sie lassen ein herbes Brett los, Gitarrenriffs röhren und selbst vor Coverversionen schrecken die Vier auch nicht zurück: Während sie „Personal Jesus“, im Original von Depeche Mode, gekonnt im neuen Sound präsentieren, lässt die Tänzerin Foxy LaScar charmant die Hüllen fallen.

Burlesque gehört zu „13Stone“ wie das „Kubana“ eben in die Kreisstadt. Und das ist schließlich Schauplatz des allerletzten Auftritts von 4Backwoods – ein großartiger Abschied und ein fulminanter Schlusspunkt für das erste „Heimatklänge-Festival“, bei dem sich insgesamt acht Bands dem Publikum vorgestellt haben.

Einen ausführlichen Bericht über den Festivalabend lesen Sie am Montag im "Rhein-Sieg-Anzeiger".



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