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BND-Umbau

Projekt ist außer Kontrolle geraten

Erstellt 20.01.12, 06:27h

Kostspielige Sicherheitsvorkehrungen können als alleinige Erklärung für den deutlich verteuerten BND-Umbau kaum herhalten. Entweder war politisches Kalkül im Spiel, oder es herrscht gnadenloser Dilettantismus. Ein Kommentar von Markus Decker

BND-Baustelle
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Die BND-Baustelle in Berlin-Mitte. (Bild: dpa)
BND-Baustelle
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Die BND-Baustelle in Berlin-Mitte. (Bild: dpa)
Wie hoch auch immer die Baukosten der neuen BND-Zentrale ausfallen werden – sie werden deutlich über der Prognose liegen. Ja, sehr wahrscheinlich werden sie so hoch sein, dass man am Ende von einem Skandal sprechen muss.

Nicht allein CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach geht von einer Verdreifachung oder gar einer Vervierfachung der erstmalig genannten Kosten aus. Der „Focus“ nannte bereits im vorigen Jahr die Zahl 1,8 Milliarden. Ursprünglich war von 500 Millionen Euro die Rede, dann von 720 Millionen. Da bleibt einem die Spucke weg.

Geschönte Summe

Die kostspieligen Sicherheitsvorkehrungen können als alleinige Erklärung kaum herhalten. Entweder war politisches Kalkül im Spiel. Oder es herrscht gnadenloser Dilettantismus. So oder so ist das Projekt außer Kontrolle geraten. Dass das Bauministerium am Freitag vermutlich eine „politische“ – sprich: eine geschönte – Summe veröffentlichen wird, macht die Sache nicht besser.

Allerdings ist freilich nicht ausgeschlossen, dass Hausherr Peter Ramsauer parteipolitisch vorgeht und doch reinen Tisch macht. Schließlich ist er CSU-Mitglied. Und die CSU wollte den Umzug des BND aus dem bayerischen Pullach ins preußische Berlin ja noch nie.

Ungeachtet dessen sollten die Preissteigerungen den Befürwortern eines Komplettumzugs der Bundesregierung von Bonn nach Berlin eine Warnung sein. Der Regierungsalltag werde dann einfacher, heißt es immer – und billiger. Man muss dies spätestens jetzt, vor dem Hintergrund der Erfahrung mit der BND-Zentrale, für falsche Versprechungen halten. Die Zahl der Bonner Ministeriums-Mitarbeiter ist übrigens doppelt so hoch wie die Zahl der BND-Mitarbeiter, die in Berlin Platz finden sollen. Das sind keine Peanuts. Das sind Kostenfaktoren.



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