Schriftgröße

Insolvenzantrag

Unilever stoppt Lieferung an Schlecker

Erstellt 24.01.12, 20:33h, aktualisiert 25.02.12, 10:10h

Der Konsumgüterkonzern Unilever wird die Drogeriekette Schlecker nicht weiter beliefern. Erst wenn der Insolvenverwalter die Zahlung der Ware sicherstellen kann, werde man die Lieferung wieder aufnehmen.

Schlecker-Filiale
Bild vergrößern
Die Drogeriekette Schlecker will sich über eine Insolvenz restrukturieren. (Bild: dapd)
Schlecker-Filiale
Bild verkleinern
Die Drogeriekette Schlecker will sich über eine Insolvenz restrukturieren. (Bild: dapd)
ULM - Der Konsumgüterkonzern Unilever hat seine Lieferungen an die insolvente Drogeriekette Schlecker eingestellt. „Solange die Situation so unklar ist, müssen wir uns zurückhalten“, sagte Unilever-Sprecher Konstantin Bark am Dienstag. Erst wenn der Insolvenzverwalter die Zahlung der Ware sicherstellen könne, werde Unilever die Drogeriekette wieder beliefern. „Wir gehen aber davon aus, dass sich die Situation klärt und Schlecker durch die Insolvenz eine Chance hat, am Markt zu bestehen“, sagte Bark. Die Bundesregierung will sich indes nicht in das Insolvenzverfahren einmischen.

Der Nivea-Hersteller Beiersdorf wollte sich nicht dazu äußern, ob er Schlecker weiter beliefert. Zu Geschäftspartnern äußere man sich nicht, teilte der Konzern der Nachrichtenagentur Reuters mit.

Schlecker: Was wird aus dem Standort Köln?

Wulf Klüppelholz, Sprecher des Konsumgüterkonzerns Henkel, verwies einem Bericht von Spiegel Online zufolge lediglich darauf, dass Forderungen aus der Zeit vor dem Insolvenzantrag versichert seien. „Finanziell würde uns ein Zahlungsausfall von Schlecker nicht betreffen“, sagte Klüppelholz. Henkel beobachte die Lage und werde dann entscheiden, ob die Drogeriekette noch mit Shampoo und Waschmittel beliefert wird. Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz nahm am Dienstag Gespräche mit den Lieferanten auf, um den Betrieb am Laufen zu halten. „Ich bin zuversichtlich, dass die uneingeschränkte Betriebsfortführung kurzfristig sichergestellt werden kann“, sagte er.

Das Bundeswirtschaftsministerium erklärte auf Anfrage, es habe die Meldungen zur Beantragung einer Planinsolvenz mit Bedauern zur Kenntnis genommen. Das Ministerium äußerte zwar für die Sorgen der Mitarbeiter Verständnis. Es sei nun aber Sache des Gerichts, zusammen mit den Hauptakteuren die Möglichkeiten einer Sanierung des Unternehmens zu prüfen. „In diesen Prozess kann und wird sich die Bundesregierung nicht einmischen“, erklärte das Ministerium von Ressortchef Philipp Rösler.

Verdi sieht Hoffnung für Beschäftigte

Mit einem Planinsolvenzverfahren soll versucht werden, einen Großteil der gut 7000 verbliebenen Schlecker-Filialen mit rund 30.000 Arbeitsplätzen im Lande zu retten.

Die Gewerkschaft Verdi sieht inzwischen einen Hoffnungsschimmer für die Mitarbeiter. Sie pocht aber auf die Einhaltung der geltenden Tarifverträge. Die Ankündigung von Insolvenzverwalter Geiwitz, er, die Eigentümerfamilie und das Management sähen sich „auch im Rahmen des Insolvenzverfahrens den tarifvertraglichen Regelungen verpflichtet“, sei ein Signal an die Beschäftigten, sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. Sie deute darauf hin, dass sich Schlecker der Verantwortung für die Mitarbeiter bewusst sei. (rtr)



Den Kölner Stadt-Anzeiger im Abonnement erhalten JETZT BESTELLEN!
4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%.

Orte des Geschehens

große Karte

Anzeige


Umfrage

Der Börsengang von Facebook
Die Facebook-Aktie geht am Freitag erstmals in den Handel. Das soziale Netzwerk legte den Preis pro Stück bei 38 Dollar fest und nimmt so 16 Milliarden Dollar ein. Werden Sie einsteigen?

Newsticker


Hintergrund


Extra


Hintergrund


Kölner Stadt-Anzeiger auf dem iPad


Brutto / Netto Rechner

Optimieren Sie Ihr Gehalt:
Bruttogehalt (Euro mtl.) Steuerklasse

Service


Tipps


Bildergalerien


Neue Videos – Politik/Nachrichten


Börse - Unternehmen der Region

Aktienkurse regionaler Unternehmen

BAYER 50,78 +1,07%
DEUTZ 4,23 +0,40%
INDUS 22,47 +0,47%
LANXESS 51,96 -2,28%
QSC 1,91 +0,53%
SOLARWORLD 1,45 -2,55%

Börsenticker

Aktien Tops & Flops

SIEMENS 68,60 +2,42%
RWE 30,47 +2,18%
DT. BANK 29,40 +1,41%
DT. TELEKOM 8,18 -6,85%
THYSSENKRUPP 14,10 -2,79%
COMMERZBANK 1,38 -1,85%

Glossar



Top-Links (Anzeige)


Hintergrund


Extra


Dienste