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Interview

Im Internet ist nichts privat

Erstellt 26.01.12, 17:30h

Mit der FDP-Bundestagsabgeordneten Gabriele Molitor sprach Simon Lorenz über Datenschutz bei Facebook und den richtigen Umgang mit sozialen Netzwerken.

Facebook ist bei vielen Politikern und vor allem bei Datenschützen nicht gerade beliebt. Warum sind Sie als FDP-Bundestagsabgeordnete dennoch dort präsent?

Gabriele Molitor: Facebook ist eine Plattform, die vor allem von jungen Menschen genutzt wird, das sehe ich bei meinen Kindern. Ich finde, es ist wichtig, als Politiker dort präsent zu sein. Es ist eine Fortentwicklung der eigenen Homepage und bietet ein gutes Forum zum Informationsaustausch.

Haben Sie keine Angst um Ihre Daten?

Molitor: Man muss sich bewusst sein, dass das, was man im Internet preisgibt, wie in Stein eingemeißelt dort steht. Es ist im Prinzip irreversibel. Jeder sollte diese Risiken kennen und wissen, das im Internet nichts privat ist. Entsprechend umsichtig sollte man dort aktiv sein.

Nächste Woche wird auch Ihr Profil zwangsweise auf die „Chronik-Funktion“ umgestellt. Wie bewerten Sie dieses Vorgehen?

Molitor: Alles, was mit Zwang zu tun hat, ist für mich als liberaler Politikerin nicht akzeptabel. Jede Änderung muss optional und nicht verordnet sein. Die Datenhoheit muss immer beim Nutzer liegen, das ist mir wichtig.

Geben Sie Ihre Ansichten dazu auch Ihren Kindern weiter?

Molitor: Selbstverständlich. Ich bin dort auch nicht mit ihnen befreundet, um ihre Privatsphäre zu schützen. Ich habe ihnen auch empfohlen, kein Foto zu benutzen, auf dem sie erkannt werden können. Außerdem sollten sie nicht ihren Klarnamen benutzen. Es gab große Diskussionen anfangs, doch mittlerweile geben sie diese Einstellung auch im Freundeskreis weiter.

Das Gespräch führte Simon Lorenz



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