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Rechte Gewalt

Leverkusen wird zur Problemzone

Von Claudia Hauser und Michael Richmann, 26.01.12, 22:45h, aktualisiert 27.01.12, 09:48h

Im Kölner Umland, vor allem in Leverkusen, hat die Zahl junger Rechtsextremer und ihrer Straftaten zugenommen. Die Polizei will nun verstärkt gegen die rechte Szene vorgehen.

Neonazis
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Im Kölner Umland hat die Zahl rechtsextremer Gewalt zugenommen. (Bild: dpa)
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Im Kölner Umland hat die Zahl rechtsextremer Gewalt zugenommen. (Bild: dpa)
KÖLN - Die Kölner Polizei will verstärkt gegen Mitglieder der rechten Szene vorgehen. Eine neue Ermittlungskommission namens „Im Fokus: Rechts“ nimmt künftig rechte Gruppierungen und ihre Tendenzen stärker in den Blick. Vor allem im Kölner Umland nimmt die Zahl junger Rechtsextremer und ihrer Taten zu, wie der Leitende Kriminaldirektor Norbert Wagner berichtete. Während es in Leverkusen 2010 lediglich 13 Fälle rechtsextremistisch motivierter Straftaten gab, waren es 2011 bereits 30 Fälle. Auffallend viele Taten – hauptsächlich handelt es sich um Farbschmierereien, Propagandadelikte, aber auch einige Gewalttaten – können den sogenannten Autonomen Nationalisten zugeordnet werden.

In Leverkusen wurden viele der Taten von Mitgliedern der Gruppe Freie Nationalisten Leverkusen (FNL) verübt. Diese organisierten sich bereits 2001 zunächst unter dem Namen Leverkusener Aufbruch. 2010 hatten Mitglieder der Gruppe vier der 13 rechtsextremen Delikte verübt, 2011 gingen 20 der 30 Taten auf ihr Konto. Die Anzahl ihrer Straftaten hat sich also innerhalb eines Jahres verfünffacht. Die Polizei schätzt den harten Kern der FNL auf 10 bis 15 Personen. Neben Leverkusen hat die Polizei auch Pulheim und Radevormwald als Neonazi-Hochburgen identifiziert. Während die Ermittler in Pulheim ebenfalls 10 bis 15 Personen ausgemacht haben, beziffern sie die Zahl in Radevormwald auf 15 bis 20.

ksta.tv

Der Verfassungsschutz beschreibt die Autonomen Nationalisten als „provokativ-militant“. Die meist jungen Mitglieder treten anders auf als „traditionelle Neonazis“ oder Mitglieder der Skinhead-Szene: Sie sind aufgrund ihrer schwarzen Kleidung, ihrer Kapuzen-Pullover und Baseball-Kappen kaum von Anhängern der linken Szene zu unterscheiden. Ihre „Aktionen“ richten sich laut Verfassungsschutz weniger gegen Migranten, sondern gegen politische Gegner. Am 1. Mai 2009 haben sie beispielsweise Demonstranten bei einer Kundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbundes in Dortmund angegriffen.



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