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Gründer

Currywurst vom Porzellan-Teller

Von Hariett Drack, 27.01.12, 15:27h, aktualisiert 27.01.12, 15:28h

Als Kellner musste er Kunden, die eine Currywurst bestellen wollten, stets enttäuschen. Stefan Schüler hat daraufhin eine Marktlücke erkannt und kurzerhand einen Imbiss eröffnet. Hier gibt es die Currywurst jetzt in vielen kreativen Variationen.

(Bild: Rakoczy)
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Currywurst de luxe gibt es bei Stefan Schüler. (Bild: Rakoczy)
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Currywurst de luxe gibt es bei Stefan Schüler. (Bild: Rakoczy)
Köln - Was fehlte, war die Wurst. Denn auf der Dürener Straße gibt es zwar viele Imbisse. Aber keinen, in dem es Bratwürste gibt. Das wollte Stefan Schüler (46) ändern. Vor wenigen Monaten eröffnete er die „Bratwurst-Manufaktur“ auf der Dürener Straße. Fünf Jahre hatte Schüler vorher ein paar Häuser weiter gekellnert, im Brauhaus Schwan. Er kennt also seine Kundschaft. Und die brachte ihn auf die Idee mit der Wurst. „Im Schwan wurde ständig nach einer stinknormalen Currywurst gefragt, aber die steht da nicht auf der Karte“, sagt Schüler, „dafür gibt es sie jetzt bei mir.“

Selbstständig machen wollte sich Schüler schon lange, dachte zunächst an einen Weinhandel – und war nicht wirklich überzeugt. Deshalb mietete er zunächst ohne konkrete Vorstellung ein Ladenlokal auf der Dürener Straße. In dem 13 Quadratmeter großen Geschäft hatten sich zuvor eine Baguetterie, ein Sandwichladen und eine Dönerbude nicht halten können.

Qualität hat bei Schüler Priorität. Die Wurst ist nicht irgendeine, sondern ein Produkt der alteingesessenen Metzgerei Hennes aus der Südstadt. Keine Konservierungsstoffe, keine künstlichen Aromen – ein Bioprodukt.“ Deshalb ist sie mit 3,50 Euro auch etwas teurer. Es gibt sie klassisch, gebrüht oder gebraten – entweder aus Schwein, Rind oder Geflügel. Wahlweise mit Fenchel, Käse oder mit Blutwurst, Zwiebel und Apfel – Letztere nennt sich „Himmel und Äd“-Kreation. Der Senf ist auch nicht ohne: mit Apfel-Meerrettich, Chili, Feige-Honig-Mohn oder Ingwer-Ananas. Nicht zu vergessen die verschiedenen Mayonnaisen eines niederländischen Feinkosthändlers, die mit Zitrone oder Trüffel verfeinert sind. Serviert wird auf weißem Porzellan mit Pommes-Gabeln aus Edelstahl. „Das ist der Tribut an meinen Qualitätsanspruch“, sagt Schüler. Er sei „überrollt und überwältigt“ von der Akzeptanz seines Publikums und hat die Erfahrung gemacht, dass „insbesondere junge Leute bei Fastfood ein deutliches Qualitätsbewusstsein entwickelt haben“.

Das Geschäft ist gut angelaufen. Aber noch verlangen die meisten den Klassiker, eben die „Currywurst“. Schüler hofft, dass seine Kundschaft auf den Geschmack kommt und „beim nächsten Mal die Karte rauf und runter isst“. Immerhin hat er bereits Stammkunden, manche kommen sogar mehrmals am Tag. Schon jetzt hat der Jung-Unternehmer einen 14- bis 16-Stunden-Tag, denn noch steht er allein hinter der Theke. Demnächst will er eine Aushilfe einstellen, denn auch die Speisekarte wird erweitert: Um hausgemachten Kartoffelsalat und Tartarbrötchen.

Bratwurst-Manufaktur, Dürener Straße 219. Sie öffnet montags bis freitags von 12 bis 21 und samstags von 12 bis 17 Uhr.



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