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Totschlag-Prozess

Ex-Frau des Angeklagten sagte aus

Von Gesa Mayr, 27.01.12, 18:23h

Die frühere Ehefrau von Tuncay Y., der seine Freundin nach einem Streit mit sieben Messerstichen getötet haben, hat vor Gericht ausgesagt. Sie berichtete über das prahlerische Auftreten und die leichte Reizbarkeit des Angeklagten.

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Wegen technischer Probleme konnte ein Überwachungsvideo der Commerzbank, das den Tathergang zeigt, noch nicht ausgewertet werden. (Bild: Beissel)
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Wegen technischer Probleme konnte ein Überwachungsvideo der Commerzbank, das den Tathergang zeigt, noch nicht ausgewertet werden. (Bild: Beissel)
Köln/Hürth-Hermülheim - An die Augen kann er sich noch am besten erinnern. „Sie sahen aus, als ob sie Feuer spuckten“, sagt der Zeuge. Der 42-Jährige war in der Nacht vom 23. auf den 24. Juli 2011 im „Hermühlheimer Treff“. Seine Freundin arbeitete damals als Kellnerin in dem Lokal. Am Freitag musste er vor der dem Kölner Landgericht aussagen. Der Mann hatte sich an dem Abend länger mit Tuncay Y. unterhalten. Der 36-Jährige ist wegen Totschlags angeklagt. Er soll seine Freundin Dileg E. (28) in jener Nacht nach einem Streit mit sieben Messerstichen getötet haben. „Er suchte nach einem Grund, jemanden anzumachen“, sagt der Zeuge. „Er war ein komischer Vogel. Sein Gesicht sah gefährlich aus.“ Diese Charakterisierung hört sich Y. mit ausdrucksloser Miene an.

Auch während der anschließenden Aussage seiner Ex-Frau zeigt der Angeklagte keine Regung. Die 35-Jährige berichtete, in ihrer Ehe sei es schon mal zu Auseinandersetzungen mit Ohrfeigen und Rangeleien gekommen. Sie habe sich jedoch immer gewehrt, ihr Ex-Mann habe sie nie verprügelt. Nur einmal habe es wirklich Ärger gegeben. 2004 habe Y. ihren neuen Freund auf offener Straße von hinten angefallen. „Sie haben sich geschlagen.“ Zwischen Tuncay Y. und seinen Kindern habe es selten Kontakt gegeben. Die Kinder hätten aber öfter mit dem Vater telefoniert. Sie kenne Dileg E., das Opfer, als „sehr nette Person“. Ihren Ex-Mann beschreibt die 35-Jährige als jemanden, der leicht sauer wird. „Aber ich wusste immer, wo seine Grenzen waren.“ Außerdem sei er öfters feiern gewesen, habe gerne mal etwas getrunken. „Aber dann war er eher ruhig, hat manchmal geweint, wollte über Probleme sprechen.“

Die frühere Ehefrau bestätigte außerdem Aussagen, Y. sei öfter prahlerisch aufgetreten und habe finanzielle Probleme. Die Aussagen des Angeklagten, Dileg E. habe als Prostituierte gearbeitet und Kokain genommen, konnte von den Zeugen nicht eindeutig bestätigt werden. Niemand habe die 28-Jährige je bei ihrer Arbeit oder beim Drogenkonsum gesehen. Ein 34-Jähriger, der sich am Tatabend mit dem Opfer zum Sex verabredet hatte, betonte, er sei kein „Freier“ gewesen. Wegen technischer Probleme konnte ein Überwachungsvideo der Commerzbank, das den Tathergang zeigt, noch nicht ausgewertet werden.



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