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Immisitzung

Brasilianisches Nacktgezappel – alaaf!

Von Ramme/ Katzmarzik/ Worring, 28.01.12, 14:22h

Die Immisitzung ist längst Kult und fest im Kölner Karneval etabliert. Auf der Veranstaltung zeigen Kölner mit ausländischen Wurzeln ihre farbenprächtige und lebendige Version des Karnevals. Das Programm weist aber Längen auf.

(Bild: ksta)
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Jedem Jeck sing Pappnas: beim großartigen Finale der Immisitzung treffen sich die Jecken der Welt im Bürgerhaus Stollwerck.(Bild: ksta)
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Jedem Jeck sing Pappnas: beim großartigen Finale der Immisitzung treffen sich die Jecken der Welt im Bürgerhaus Stollwerck.(Bild: ksta)
Köln - Das Beste kommt zum Schluss: beim Finale der Immisitzung im Bürgerhaus Stollwerck zeigte die Truppe, zu was sie fähig ist. Ein etwas abgewracktes, aber weltoffenes Dreigestirn begrüßt die Karnevalisten der Welt: brasilianische Sambatänzerinnen, Ballerinas mit venezianischen Masken und den König vom Mardi Gras in New Orleans. Nur der verstockte Bauer findet das Fremde bedrissen: „Brasilianisches Nacktgezappel – alaaf!“

Herrliche Kostüme, Tanz und Gesang, dazu die charmant-freche Schnauze des „Bauern“ Katja Solange Wiesner mischen sich zu einer großartigen Nummer – jeck sein auf höchstem, internationalen Niveau.

Und dabei auch sehr kölsch. Das gelingt den Immis nicht immer. Eine Vielzahl durchaus guter Kabarettnummern verhindert vor allem im ersten Teil, dass jecke Stimmung im Saal aufkommt. Wenn man eine tolle Live-Band („Am Bass: Kamellentreiber Omar“) und ein Mottolied mit Ohrwurmcharakter hat wie „Jeder Jeck kommt von woanders“, sollte man das auch spielen. So zieht sich das fast dreistündige Programm doch manchmal. Was nicht heißt, dass es nichts zu Lachen gäbe.

Wenn etwa Adolf Hitler (Senol Arslan) auf dem Ausländeramt einen Pass beantragt und von deutschem Bürokratismus inklusive Wartemarken komplett entnervt wird: „Sie brauchen ein Führungszeugnis.“Oder wenn „Drei Engel für Ali“ die Welt retten.

Oder wenn der griechische Fischer Nikos (Charalampos Lavasas) mit Ouzo und ganz eigener Logik den lieben Gott davon abbringt, eine zweite Sintflut zu starten. „Rock me, Papademos!“ singt er dann auf den Amadeus-Song von Falko. Das begeistert genauso wie die Rammstein-Parodie gegen Rechts ( „Braune Nazi-Soße in Hirn und Feinripphose“), die „Superjeile Zick“ als Rap-Bauchtanz-Nummer oder „Blootwoosch, Kölsch un e lecker Mädche...“ von Sitzungspräsidentin Wiesner: „...dat bruche mir Nejer um glücklich ze sinn.“ Gewohnt bissig geben sich die „Domgeister“ genannten Puppen, die Umbaupausen überbrückend singen „Der Meisner ist ’ne Tunte.“ Ans Herz geht die verzweifelte Rosi (überragend: Miriam Chebabi): „Eine Frau, die Karneval nicht geküsst wird, ist keine Frau.“ Doch ein Retter naht...



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