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Ometepe-Projekt

Von guten, verrückten Ideen

Erstellt 31.01.12, 10:56h, aktualisiert 31.01.12, 11:12h

Manchmal, sagt Jana Höhn, habe sie schon ein bisschen die Augen verdreht: „Müsst ihr andauernd allen Freunden die Ometepe-Flyer in die Hand drücken?“ Zuhause bei ihren Eltern sei Ometepe allgegenwärtig.

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Michael und Monika Höhn (M.) mit Alcides Flores aus Ometepe (l.) und Landrat Jobi. (Foto: Krempin)
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Michael und Monika Höhn (M.) mit Alcides Flores aus Ometepe (l.) und Landrat Jobi. (Foto: Krempin)
WIEHL - „Aber was wäre“, fragt sie , „wenn nicht?“ Am Samstag nahm das Wiehler Ehepaar Monika und Michael Höhn den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland entgegen. Sie haben „durch ihr langjähriges Engagement im sozialen Bereich auszeichnungswürdige Verdienste erworben“, heißt es in der Ordensbegründung, die Landrat Hagen Jobi vor der Verleihung im evangelischen Gemeindehaus verlas. Vor 19 Jahren besuchten die Höhns erstmals Nicaragua und lernten dort auf der Insel Ometepe die erbärmlichen Lebensumstände kennen. Sofort nach ihrer Rückkehr, erinnert sich Tochter Jana, begannen sie, Pläne zu schmieden: „Eine verrückte Idee, aber eine der besten und nachhaltigsten.“

Was daraus wurde, ist längst bekannt. 900 000 Euro sind inzwischen in das Ometepe-Projekt geflossen, ein „buntes und vielfältiges Menschennetzwerk“ (Monika Höhn) hat geholfen, um in den Bereichen Gesundheit und Bildung Aufbauarbeit zu leisten, Gebäude und Infrastrukturen zu schaffen, ganz generell die Entwicklung zu fördern. Heute leitet auf nicaraguanischer Seite ein mehrköpfiges Team das Projekt, in Deutschland sind 20 Ehrenamtler damit befasst.Und die nackten Zahlen, die Projektleiter Alcides Flores aus Ometepe mitgebracht hatte, sprechen Bände.

Zum Beispiel: 68 000 Menschen wurden allgemeinmedizinisch untersucht und behandelt, 47 000 unterernährte Kinder versorgt. 3850 Frauen nahmen eine Vorsorgeuntersuchung wahr. 700 Mal rückte die Ambulanz aus, um in Notfällen Hilfe zu leisten – oft hochschwangeren Frauen. „Hinter jeder dieser Zahlen steht ein Mensch mit seinem Schicksal“, sagte Superintendent Jürgen Knabe, der die Leistung des ehemaligen Berufsschulpfarrers Höhn und seiner Frau, die in der Erwachsenenbildung tätig ist, zusammenfasste: „Ihr habt etwas Wunderbares erreicht: Ihr habt erreicht, dass die Sprache der Menschlichkeit und der Liebe neu gesprochen wird.“

Und Flores fügte hinzu: „Es gibt keine Worte, um für diese selbstlose Hilfe zu danken.“ Der ehemalige Leiter der OVZ-Redaktion, Dieter Lange, hatte die Höhns vor dreieinhalb Jahren für die Auszeichnung vorgeschlagen. „Wir freuen uns“, sagte Jobi, „dass Sie die Initiative ergriffen haben.“ In die lange Reihe der Gratulanten reihten sich auch die Erste Sekretärin der Botschaft Nicaraguas, Gabriele Soledad Urrutia Reyes, der ehemalige Vorsitzende der Oberbergischen Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, Wilfried Hahn, und Wiehls Vize-Bürgermeister Wilfried Bast ein, der den Höhns den silbernen Wiehltaler verlieh.



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