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Mietshäuser

Der Feind in der Dusche

Von Harald Knoop, 31.01.12, 11:01h, aktualisiert 31.01.12, 11:13h

Der Gegner ist winzig, aber gefährlich, vor allem für ältere und kranke Menschen. Gerät er in ihre Lungen, kann er die lebensgefährliche Legionärskrankheit auslösen.

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Nichts erfrischt besser als die Morgendusche. Aber Vorsicht: Im Sprühnebel des Wassers können sich gefährliche Legionellenkeime verbergen. (Foto: dpa)
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Nichts erfrischt besser als die Morgendusche. Aber Vorsicht: Im Sprühnebel des Wassers können sich gefährliche Legionellenkeime verbergen. (Foto: dpa)
OBERBERG - Die Krankheit ist mit deutschlandweit gut 500 gemeldeten Fällen pro Jahr statistisch eigentlich zu vernachlässigen. Die Dunkelziffer liegt aber sehr viel höher. Nach aktuellen Schätzungen des Robert-Koch-Institutes erkranken in Deutschland jährlich 20 000 Menschen an der Legionärskrankheit, 1000 von ihnen sterben. Die neue, seit vergangenen November geltende Trinkwasserverordnung hat den Legionellen jetzt den Kampf angesagt. Nachdem bislang schon das Wasser in Schwimmbädern, Krankenhäusern und anderen öffentlichen Einrichtungen regelmäßig auf Legionellen getestet werden müssen, sind jetzt auch Mehrfamilienhäuser dran.

Ab drei vermieteten Wohnungen müssen die Hausbesitzer ab sofort jährlich drei mal in Folge ihre Warmwasseranlagen untersuchen lassen. Wessen Wohnungen das Wasser per Durchlauferhitzer erwärmt bekommen, ist von der Testpflicht befreit. In diesen Geräten wird das Wasser heiß genug, um die Legionellen abzutöten. Der Aggerverband stellte gestern vor, welche Tests gemacht werden müssen. Das verbandseigene Labor ist derzeit das einzige in Oberberg, das diese Tests durchführen kann. Hausbesitzer können aber auch jedes andere zugelassene Labor von außerhalb beauftragen.

Dass die Warmwasseraufbereitung in Mietshäusern jetzt in den Fokus der Gesundheitsämter rückt, liegt – dummerweise – am Energiebewusstsein der Hausbesitzer, sagt Aggerverbandschef Prof. Dr. Lothar Scheuer: Früher war die Vorlauftemperatur, auf die das Wasser im Boiler aufgeheizt wurde, viel höher und das Wasser wurde am Waschbecken oder in der Dusche mit kaltem Wasser gemischt. Heute ist die Vorlauftemperatur oft so niedrig eingestellt, dass sie den Legionellen ein zufriedenes Leben im Boiler und den Leitungen ermöglicht.

Hausbesitzer, die ihre Warmwasserversorgung nicht untersuchen lassen, begehen eine Ordnungswidrigkeit. Erkrankt einer ihrer Mieter, handelt es sich laut Gisela Hück vom Kreisgesundheitsamt sogar sogar um eine Straftat. Beim Kreis rechnet man mit etwa 7000 in Frage kommenden Mehrfamilienhäusern, von denen geschätzt 20 Prozent die Legionellentests durchführen müssen. Etwa 100 Euro wird ein Test beim Aggerverband kosten. www.aggerverband.de



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