Von Michael Fiedler-Heinen, 02.02.12, 11:27h
Insgesamt 35 000 Euro der Einnahmen tragen die vier Gemeinden Gummersbach, Bergneustadt, Wiehl und Reichshof als Fundtierabgabe bei, allerdings mit höchst unterschiedlichen Tarifen.
Während Wiehl 50 Cent pro Einwohner an das Tierheim zahlt, geben die Gummersbacher 26 Cent, Bergneustadt 25 Cent und Reichshof lediglich 13 Cent, jeweils pro Einwohner. Wenn alle 75 Cent zahlen würden, so Giesen, könnte das Tierheim gerettet werden, bei einem Euro gäbe es sogar einen Überschuss von 25 000 Euro, der für notwendige Investitionen gebraucht werden könne. Rein rechtlich ist der „Dumpingpreis“ (so Ausschussvorsitzender Hans-Otto Gries, CDU) von 13 Cent in Ordnung, denn er resultiert aus dem noch mit dem Ex-Vorsitzenden des Tierschutzvereins, Rainer Gaertner, abgeschlossenen Vertrag für 2011 und 2012. Damals hatte Gaertner den Morsbacher Verein Thea unterboten, dem Tierheim selbst aber damit einen Bärendienst erwiesen, wie seine Nachfolger feststellen mussten. Im vorigen Jahr konnte das Tierheim, so Horst Giesen, dank zweier Großspenden der Familien Knipping und Kotz von insgesamt annähernd 100 000 Euro vor dem Aus bewahrt werden. Die Abgabe für Fundtiere ist für die Gemeinden eine Pflichtaufgabe, nicht aber für so genannte Abgabetiere. Darunter versteht man beispielsweise Tiere, die ordnungsbehördlich beschlagnahmt werden. Die Abgabetieren machen allerdings den weitaus größeren Teil der insgesamt 717 Tiere aus, die zurzeit im Tierheim gepflegt werden. An Fundtieren nahm das Tierheim 2011 86 Tiere aus der Gemeinde Reichshof auf, 18 aus Bergneustadt, 79 aus Wiehl und 98 aus Gummersbach. Die Gemeinde Reichshof will dem Tierschutzverein in jedem Fall helfen. Die Finanzplanung des Vereins sei absolut seriös, transparent und nachvollziehbar meinten Sprecher aller Fraktionen. Im Herbst soll nun ein neuer Preis für 2013 vorgeschlagen werden, der bei 75 Cent pro Einwohner liegen könnte. Wie schon im vorigen Jahr will bis dahin die Gemeinde dem Verein mit einer Spende helfen.
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