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Sportpark Müngersdorf

Wütend auf Stadt und Land

Von Uli Kreikebaum, 02.02.12, 20:10h, aktualisiert 04.02.12, 11:20h

Die Bezirksvertreter fühlen sich bei den Neubauplänen der Sporthochschule hintergangen. Für das naturwissenschaftlich-medizinische Zentrum sollen der Denkmalschutz unterwandert und der Landschaftsschutz aufgehoben werden.

Baum fällen Spoho2 02.02.2012
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Für den Neubau des naturwissenschaftlich-medizinischen Zentrums sollen 63 Bäume gefällt werden. (Luftaufnahme: Gottschalk/Express)
Baum fällen Spoho2 02.02.2012
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Für den Neubau des naturwissenschaftlich-medizinischen Zentrums sollen 63 Bäume gefällt werden. (Luftaufnahme: Gottschalk/Express)
Sportpark Bäume 1 02.02.2012
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Für den Neubau des naturwissenschaftlich-medizinischen Zentrums sollen 63 Bäume gefällt werden. (Luftaufnahme: Gottschalk/Express)
Sportpark Bäume 1 02.02.2012
Lindenthal - Die Bezirksvertretung Lindenthal lehnt die Pläne zur Erweiterung der Sporthochschule Köln (Spoho) in ihrer aktuellen Form ab. In einer Resolution, die nur der FDP-Vertreter nicht mittrug, rügt sie, bei den Plänen für den Neubau eines naturwissenschaftlich-medizinischen Zentrums nicht beteiligt worden zu sein. Die Bezirksvertreter beanstanden zudem, dass der Denkmalschutz unterlaufen und der Landschaftsschutz aufgehoben worden sei. Bevor den Plänen zugestimmt werden könne, müsse zunächst über andere Standorte nachgedacht werden. Biete sich kein anderes Gelände an, müsse "der Baukörper so reduziert werden, dass weniger als die geplanten 63 Bäume dem Neubau zum Opfer fallen". Verbindlich ist die ablehnende Haltung der Bezirksvertreter weder für die Stadt noch für den Bauherrn, das Land.

Ein Fachausschuss der Stadt wird nun zunächst entscheiden, ob nachträglich noch alternative Standorte geprüft werden sollen. Wie der "Kölner Stadt-Anzeiger" schon im November 2009 berichtet hatte, plant die Spoho ein rund 100 Meter langes, fünfgeschossiges Gebäude, das gegenüber des Haupteingangs angesiedelt werden soll. Einer Bauvoranfrage des Landes hatte die Stadt bereits 2008 zugestimmt. Schon im Zuge der Baupläne für das Sportinternat am Olympiaweg sei ein Konzept für die Erweiterung der Spoho erarbeitet worden, sagt Lothar Buntenbroich vom Bauaufsichtsamt. "Der Neubau ist darin als genehmigt eingetragen. Aber es wird nicht explizit aufgeführt, dass das Gebäude noch nicht existiert."

Mangelde Transparenz?

Ob es nun mangelnde Transparenz der Verwaltung war oder nicht die Stadtteilpolitiker reagierten jedenfalls nicht. Auch der Zeitungsbericht hatte sie damals nicht dazu veranlasst, öffentlich zu diskutieren. Als ihnen indes jüngst von der Unteren Landschaftsbehörde ein Antrag zur Fällung der Bäume zukam, formierte sich Protest: Kommunalpolitiker und Bürger kamen mit Grablichtern und weißen Schleifen, um ihren Widerwillen gegen die Baumfällungen auszudrücken.

Die Vertreter von Stadt, Land und Sporthochschule kamen am Montagabend nicht im Büßergewand ins Bezirksrathaus. Sie entschuldigten sich gleichwohl dafür, die Bezirksvertreter nicht frühzeitig eingebunden zu haben.

Alternativstandorte nicht geprüft

Der Neubau sei nötig, da die Spoho wachse, das Institutsgebäude 1 asbestverseucht sei und generalüberholt werden müsse, sagte Michael Krannich, Vertreter des Kanzlers. Das weltbekannte Anti-Doping-Labor habe nur noch mit Glück seine IOC-Akkreditierung erhalten. "Ohne neue Räume können wir das Labor in seiner aktuellen Form abschreiben." Das Land habe einen Mehrbedarf der Spoho von 6000 Quadratmetern festgestellt; auch, um die Wirtschaftlichkeit der Hochschule langfristig zu sichern. Dass die Spoho ferner den Bau einer Kindertagesstätte im Bereich alter Wohnheime plane, erwähnte Krannich eher beiläufig.

Über die Anregung der Bezirksvertreter, Alternativstandorte wie das frühere RTL-Gelände zu prüfen, haben Spoho und Land offenbar nicht nachgedacht. Die Lage auf dem Campus sei sowohl wirtschaftlich wie logistisch die günstigste, hieß es. Dass der Denkmalschutz "unterlaufen worden" sei, wie die Bezirksvertreter monieren, bestätigte eine Vertreterin der Denkmalbehörde nicht. Das angrenzende Radstadion sei zwar denkmalgeschützt, aber nicht direkt von dem Neubau betroffen. Landschaftsschutz genießt die Fläche laut Stadtverwaltung nicht.

„Das mindeste ist Kommunikation“, Horst Nettesheim

Letztlich geht es wohl in erster Linie um Fragen der Mitsprache, des Fairplay - und der (mangelnden) Transparenz. "Wir fühlen uns desavouiert, das mindeste ist Kommunikation", meinte Horst Nettesheim (CDU) und sagte damit, was wohl alle Bezirksvertreter dachten. Roland Schüler (Grüne) unterstellte, dass es nicht immer im Sinne der Verwaltung sei, die Bezirksvertretung in Baupläne einzubinden, damit aber der Sinn dieser Institution unterlaufen werden: "Solche Nicht-Miteinbindungen kommen moralischen Erpressungen gleich."



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