Von Jasmin Krsteski, 05.02.12, 12:23h
Doch Kommissar Moritz Eisner und seine Assistentin Bibi Fellner haben es in dieser Folge mit weitaus übleren Kreaturen zu tun als mit Grippeviren. Ein Student wird auf einem Parkplatz während seiner Arbeit als Fahrer für eine Putzkolonne von zwei Männern ermordet. Schnell wird klar, dass er einer Verwechslung zum Opfer gefallen ist, und der Anschlag eigentlich Familienvater Mirko Gradic (Christoph Bach) galt. Weil der mit Grippe im Bett lag, sprang der Student an diesem Tag für ihn ein.
Gradic war im Balkankrieg an Völkermorden der paramilitärischen Einheit „Sveti Tigar“ (Heiliger Tiger) beteiligt, dann aber desertiert und in Wien unter falschem Namen untergetaucht. Nun holt ihn seine Vergangenheit ein. Mitglieder der national-serbischen Truppe wollen ihn umbringen. Denn Gradic hat Buch geführt über die zahlreichen Gräueltaten der Gruppe und ist damit eine Gefahr für die serbischen Nationalisten, denen bereits Interpol auf den Fersen ist.
Um das Leben seiner Frau, die von der Vergangenheit ihres Mannes nichts wusste, und seines sechsjährigen Sohns zu retten, kooperiert Gradic mit der Polizei. Doch die kaltblütigen – und auf übelste Art fluchenden – Verbrecher hinterlassen auf der Suche nach ihm noch 14 weitere Leichen. 15 Tote in einer Folge also – so viele gab es noch nie.
Aber auch abgesehen von den zahlreichen Toten ist es ein außergewöhnlicher und darüber hinaus wirklich spannender „Tatort“. Obwohl es in diesem Fall nicht darum geht, den Mörder zu erraten, gelingt Regisseur Fabian Eder gegen Ende eine Überraschung. Lediglich der Schluss ist doch unbefriedigend.
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