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Konzept

Die Suche nach der Marke Köln

Von Martin Boldt, 04.02.12, 15:35h, aktualisiert 04.02.12, 15:37h

Kann man eine Stadt erfolgreich als Marke ausrichten und etablieren? Kein Problem! Findet zumindest Wirtschaftsdezernentin Ute Berg und will mithilfe der Agentur Brandmeyer ein entsprechendes Konzept für Köln umsetzen.

(Bild: Grönert)
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Momentan noch diffus, sollen die unverwechselbaren Stärken der „Marke Köln“ bis zum Sommer 2012 herauskristallisiert werden. (Bild: Grönert)
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Momentan noch diffus, sollen die unverwechselbaren Stärken der „Marke Köln“ bis zum Sommer 2012 herauskristallisiert werden. (Bild: Grönert)
Köln - Der Kölner und seine Stadt – da muss nicht mehr lange geschraubt werden, das ist bereits eine Marke für sich. Nichts anderes mag man intuitiv gelten lassen, denkt man an den Karneval, den Dom, das Kölsch, das Lebensgefühl und die enorme Attraktivität, die Köln offenbar so anziehend macht.

All zu verständlich wirken da deshalb all jene Stimmen, die denm Vorstoß der neuen Wirtschaftsdezernentin Ute Berg, die „Marke Köln“ neu auszurichten, bislang eher mit Argwohn begegneten. Ein überraschend klares Statement zur Notwendigkeit dieses Prozesses gab Berg jetzt bei einem Treffen mit 100 Vertretern aus Wirtschaft, Verwaltung und Politik. Hoch über der Domstadt – im Köln-Turm im Mediapark – ließ sie ihr Konzept präsentieren und bemühte sich auch sonst um Aufklärung. „Kölns Vielschichtigkeit als Botschaft ist nicht klar genug. Wir brauchen den Markenprozess, um die unverwechselbaren Stärken zu identifizieren und sie dann gezielt kommunizieren zu können“, so die Wirtschaftsdezernentin.

Der Kölner und seine Stadt – das ist bereits eine Marke für sich

Die drei Zielgruppen dieser geschärften Außendarstellung seien Investoren, kreative Köpfe und Touristen. Unterstützt wird die Stadt Köln in der 250 000 Euro teuren ersten Phase durch die Agentur Brandmeyer, die sich selbst als Markenberater bezeichnen. Diese hatte zuvor schon erfolgreich den Städten Hamburg und Dresden bei der Schärfung ihrer Außendarstellung geholfen.

„Eine Marke zu schaffen bedeutet nicht nur, ein neues Logo zu entwerfen oder ein anderes Corporate Design über das vorhandene zu stülpen“, erklärte Klaus Brandmeyer. Eine Marke sei die kollektive Vorstellung derer, die sie nutzen. Deshalb müsse man zunächst klären, was die Ursachen sind. Wenn das geklärt sei, könne man beginnen, auf gewünschte Wirkungen hinzuarbeiten. In drei Klausurtagungen sei deshalb geplant, die „Wissensträger der Stadt“ zusammenholen. Sie sollen erklären, wasKöln aus ihrer Sicht für Investoren, Touristen und Forschung attraktiv mache. „Diese Innensicht wird dann in einem zweiten Schritt einer Außensicht gegenübergestellt.“

300 Entscheidungsträger werden um ihre Meinung gebeten

In den kommenden Wochen werden Entscheidungsträger aus 300 Unternehmen im In- und Ausland um ihre Meinung gebeten. Entweder per Fragebögen mit 80 bis 90 Statements oder direkt per Telefonbefragungen. Am Ende dieser sogenannten Regressionsanalyse soll ein statistisches Ergebnis stehen, anhand dessen die spezifischen Attraktivitätsgründe mit Zahlen belegt oder widerlegt werden können. „Das Tolle daran ist, dass Sie dabei nichts neu bauen müssen. Sie haben alles schon, wissen dann aber, mit welchen Pfunden sie in Zukunft bei der Außenkommunikation stärker wuchern müssen“, sagte Brandmeyer.

Dass dabei durchaus auch der eine oder andere Mythos zerstört werde, werde nicht ausbleiben. „In Lübeck haben sie die ganze Zeit gedacht, die Touristen kommen wegen des Marzipans. Tatsächlich war es jedoch die Altstadt.“

Die ersten Ergebnisse der Untersuchung zur „Marke Köln“ erwartet Wirtschaftsdezernentin Ute Berg bereits im Sommer.



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