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Tourismus-Rekord

Köln boomt als Reiseziel

Von Rainer Rudolph, 25.02.12, 13:32h

Knapp drei Millionen Gäste haben 2011 die Domstadt besucht und mit ihrem Aufenthalt einen Umsatz von 6,8 Milliarden Euro generiert. Auch für 2012 sind die Prognosen verheißungsvoll. Dabei überrascht die Herkunft der größten Gästegruppe.

Gäste aus Asien
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Gäste aus Asien fotografieren den Dom. Japaner stellen nach den Chinesen die zweitstärkste Gruppe. (Bild: Franz Schwarz)
Gäste aus Asien
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Gäste aus Asien fotografieren den Dom. Japaner stellen nach den Chinesen die zweitstärkste Gruppe. (Bild: Franz Schwarz)
Zahl der Übernachtungen
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Zahl der Übernachtungen in Köln. (ksta-Grafik)
Zahl der Übernachtungen
Köln - Krise? Welche Krise? Bei den Kölner Tourismusmanagern weiß man nur vom Hörensagen, was das ist. Mit 4,97 Millionen Übernachtungen im vergangenen Jahr bricht Köln-Tourismus alle Rekorde. Die Zahl der Übernachtungen legte um satte 8,6 Prozent zu und erzielte damit eine wesentlich bessere Steigerungsrate als im bundesdeutschen und im NRW-Durchschnitt (vier bzw. fünf Prozent). Insgesamt 2,84 Millionen Gäste kamen nach Köln, um die schönen Seiten der Stadt zu genießen, Kongresse und Messen zu besuchen oder sich von international bekannten Medizinern behandeln zu lassen. 2012 soll die Fünf-Millionen-Grenze bei den Übernachtungen geknackt werden.

Nach wie vor kommen die meisten Besucher der Stadt aus Deutschland selbst (1,97 Millionen Gäste). „Der Trend zur Heimat und zum Urlaub in Deutschland hält ungebrochen an“, sagt Köln-Tourismus-Geschäftsführer Josef Sommer, „und wir profitieren davon.“ Mit 109488 Gästen aus Großbritannien (+10,5 Prozent) und 81802 Besuchern aus den USA (+24,3 Prozent) führen die englischsprachigen Länder die Statistik mit ausländischen Touristen an. Niederländische Gäste kommen sowieso gerne in die Stadt (92634 Besucher, +11,4 Prozent), aber der Schnellzug Thalys nach Brüssel und Paris hat dafür gesorgt, dass auch die Zahl der Touristen aus Belgien (59823) und Frankreich (52129) um 11,5 Prozent bzw. 4,9 Prozent zulegte.

"Trend zur Heimat und zum Urlaub in Deutschland hält ungebrochen an"

Mit einem Plus von 27,5 Prozent sind die Chinesen eine wachstumsstarke Besuchergruppe. Im laufenden „China-Jahr“ werden sie besonders umworben. Mit 20875 Gästen stellen sie nicht nur die meisten Gäste aus dem fernen Osten – sie geben auch besonders viel aus. Das weiß man unter anderem durch die Statistik bei der Erstattung der Umsatzsteuer für ausländische Gäste („Tax-Free-Shopping“). Besucher aus der Volksrepublik China führen die Tabelle an und ließen sich nach ausgiebiger Shopping-Tour nicht weniger als 13 Millionen Euro Umsatzsteuer rückerstatten (+40,5 Prozent). Da müssen sich selbst die Russen als zweitstärkste Gruppe mit fast 7 Millionen Euro geschlagen geben.

Für Elisabeth Thelen, Vorsitzende des Aufsichtsrates von Köln-Tourismus, sind die Arbeitsplätze im Tourismus für die Stadt inzwischen bedeutender als die in der Automobilindustrie: „Mit einem auf 6,8 Milliarden Euro gesteigerten Gesamtumsatz ist der Tourismus ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für Köln und brachte dem städtischen Haushalt einen Rückfluss von mindestens 170 Millionen Euro.“ Der Anteil der in Köln erhobenen Kulturförderungsabgabe, die unter dem Namen „Bettensteuer“ bekannt wurde, beträgt davon 5 Prozent oder etwa 16 Millionen Euro. Eine übermäßig abschreckende Wirkung scheint die Abgabe nicht zu haben.

Die Tourismusmanager gehen davon aus, dass Gäste, die in Hotels übernachten, täglich etwa 200 Euro ausgeben, Darüber hinaus gibt es aber noch 9,94 Millionen Übernachtungen in Privatunterkünften, die mit 45 Euro Tagesausgaben veranschlagt werden. Größte Gruppe sind die 119,57 Millionen Tagesbesucher, die zum Beispiel in die Lanxess-Arena oder ins Stadion streben und dort gleichfalls 45 Euro ausgeben. Ein Ende des Bettenbooms in Köln scheint noch nicht abzusehen. „Die Kapazitäten der Hotels sind gestiegen, aber sie sind auch besser ausgelastet“, sagt Sommer. Während die mittlere Bettenauslastung im Jahr 2002 bei 41,4 Prozent lag, ist sie trotz des kontinuierlich wachsenden Angebots im vergangenen Jahr auf 46,9 Prozent gestiegen. Die Auslastung liegt damit höher als in Nordrhein-Westfalen insgesamt (39,8 Prozent), aber auch höher als in den Nachbarstädten Bonn (43,8 Prozent) und Düsseldorf (44,3 Prozent).

Tourismus brachte dem Haushalt mindestens 170 Millionen Euro

Erfreulich für alle, die vom Tourismus leben:Es gibt kaum noch Monate, in denen Flaute herrscht. „Wir hatten im vergangenen Jahr keinen Monat mit einer Delle“, freut sich Sommer, „der Mai war sogar der beste Einzelmonat aller Zeiten.“ Rund eine halbe Million Übernachtungen wurden in dem Frühlingsmonat gezählt. Den Boom führt Sommer auf einige Messen in Köln zurück, aber auch auf den „Eurovision Song-Contest“ in Düsseldorf.

Regionale Zusammenarbeit ist für ihn nach wie vor angesagt: „Für einen Amerikaner ist die Distanz zwischen Köln und Düsseldorf keine Entfernung, und wir haben gemeinsam einfach ein größeres Angebot.“



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