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Unter den Trümmern des eingestürzten Historischen Stadtarchivs liegen Urkunden, Dokumente und Bücher von unschätzbaren Wert vergraben.
Eine Ausstellung im Berliner Martin-Gropius-Bau zeigt beschädigte, restaurierte und unversehrte Objekte aus dem Historischen Archiv der Stadt Köln. Sie sind Zeugen und Opfer der Kölner Katastrophe vom 3. März 2009. Von Martin Oehlen
ksta.tv: Ausstellung: Kölner Stadtarchiv in Berlin
Serie: Schätze aus dem Stadtarchiv
Der 89-jährige Kölner Schriftsteller Hans Bender hat unzählige Korrespondenzen mit Günter Kunert oder Rolf Dieter Brinkmann beim Einsturz des Archivs verloren. Noch hofft er, dass einige Dokumente wieder auftauchen. Von Emmanuel van Stein
Hintergrund: Die verlorenen Archiv-Schätze
In den Statuten der Bauernbank von Sankt Severin sind Ordnungen über die Verhältnisse zwischen Bauern seit 1384 festgehalten. In der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts hatten sich Genossenschaften zusammengefunden, die in Notzeiten zusammen hielten. Von Carl Dietmar
Linktipp: Schätze aus dem Stadtarchiv
Innenstadt - Die Helfer am Unglücksort in der Severinstraße haben bedeutendes Archivgut gefunden. Das Kulturamt ist deshalb verhalten optimistisch. Möglicherweise können mehr Dokumente gerettet werden als bislang gedacht. Von Emmanuel van Stein
Schaulustige: „Ausflugsziel“ Absperrgitter
Bildergalerie: Historische Schriften werden geborgen
Bildergalerie: Zwölfter Tag: Ausflugsziel Absperrgitter
Im „Leprosenhaus“ an der Aachener Straße waren vor den Toren Kölns die Lepreakranken untergebracht. Schon im 12. Jahrhundert wird es erwähnt, möglicherweise ist es schon vorher errichtet worden. Von Carl Dietmar
Auch für die Welt der klassischen Musik ist der Archiveinsturz eine Katastrophe: Bis ins früheste 19. Jahrhundert reichte das Material von Kölner Konzerten, Nachlässen von Mäzenen und zweier Kölner Musikdirektoren, die mit der "Crème de la Crème" der Komponisten in Kontakt standen. Von Rainer Nonnenmann
Mit dem Einsturz des Stadtarchivs hat der Kölnische Kunstverein seine Dokumentenbestände aus den letzten 57 Jahren verloren. Angebote von befreundeten Künstlern die eigenen Archive zur Verfügung zu stellen, sind angesichts des Verlusts nur ein schwacher Trost. Von Georg Imdahl
Dokumenten-Rettung: Der Schimmel ist der Hauptfeind
Restaurierung: Archivgut soll digitalisiert werden
Der Nachlass des Politikers, Chronisten und Journalisten im Historischen Archiv stellte nahezu unerschöpfliches Quellenmaterial über den politischen und sozialen Katholizismus in Deutschland bereit. Von Joachim Frank
Im August 1423 beschloss der Kölner Rat, die Aufenthaltsgenehmigung für die in der Stadt lebenden Juden nicht zu verlängern. Bis zum 1. Oktober 1424 mussten alle Juden Köln verlassen. Von Carl Dietmar
Johann Peter Weyer, Stadtbaumeister in Köln von 1824 an, hatte eine klare Vorstellung von einer Umgestaltung der damals weitgehend verwahrlosten Stadt. Von Christian Hümmeler
Geben den Willen ihres Stadtherrn, des Erzbischofs Philipp von Heinsberg, begannen die Kölner Bürger 1179/80 mit dem Bau der gewaltigen Befestigungsanlagen. Am 18. August 1180 stimmte auch Kaiser Friedrich I. dem Bau zu. Von Carl Dietmar
Ob sich unter den geborgenen Beständen des eingestürzten Historischen Archivs auch jene nicht weniger als 14 000 Aufnahmen befinden, die L. Fritz Grubers ungewöhnlich produktives Leben als Foto-Sammler und Kurator bezeugen, ist noch nicht bekannt. Von Georg Imdahl
Der Verlust der Handschriften von Albertus Magnus wäre ein immenser Verlust für Philosophie und Theologie. Der Gelehrte gilt heute als überragende Gestalt unter den Metaphysikern seiner Zeit. Wir stellen einige der wichtigsten Archivalien aus Kölns Historischem Archiv vor. Von Michael Hesse
Während der persönliche und politische Nachlass von Bundeskanzler Konrad Adenauer in der Rhöndorfer Stiftung und teilweise auch im Bundesarchiv verwahrt wird, lagerten die Amtsakten des Kölner Oberbürgermeisters Adenauer im Historischen Archiv der Stadt Köln.
Stadtarchiv: Adenauer-Nachlass unversehrt geborgen
Bestand Nummer 1136 existiert vermutlich nicht mehr. Rund 2300 private Briefe, Konzertprogramme, Fotos, Partituren und Klavierauszüge des in Köln geborenen Komponisten Jacques Offenbach wurden unter den Trümmern begraben.
Im Sommer 1396 hatten Handwerkerzünfte und Gaffeln die Macht der Patrizier in Köln gebrochen und sich mit dem „Verbundbrief“ eine Art Grundgesetz gegeben, oft gerühmt als erste „demokratische“ Verfassung Kölns.
Der Schriftsteller Dieter Wellershoff hat Manuskripte, Briefe und Plakate bereits vor vielen Jahren dem Historischen Archiv anvertraut. Für ihn persönlich ist der Verlust seiner Archivalien nicht so gravierend.
Von unvergleichlichem ideellen Wert für Köln und seine Geschichte sind die Korrespondenzen und Inventare sowie das Testament des Sammlers Franz Ferdinand Wallraf.
René Böll kann es kaum glauben und ist tief geschockt. Der Sohn des Literaturnobelpreisträgers Heinrich Böll meldete sich gestern aus Peking, nachdem ihn dort die Nachricht vom Einsturz des Kölner Stadtarchivs erreicht hatte.
Mehr als 7000 Manuskriptseiten umfassen die biografischen Aufzeichnungen, die der Kölner Bürger und Ratsherr Hermann Weinsberg hinterlassen hat - eine unerschöpfliche Quelle des Alltagslebens im frühneuzeitlichen Köln.
Rund 60 Architekten haben die Grundlagen ihres Wirkens dem Haus an der Severinstraße zur Verfügung gestellt. Darunter sind etwa mit Dominikus und Gottfried Böhm, Wilhelm Riphahn und Kölns erster Stadtbaumeister Johann Peter Weyer.
Porz - Die Katastrophe hat auch Folgen für Porz. In den Trümmern des Kölner Stadtarchivs liegen auch die ehemaligen Porzer Archivbestände. Von Roland Schriefer und Peter Freitag
Innenstadt - Studenten der Uni Köln helfen, das im Krater am Unglücksort verschüttete Archivmaterial zu bergen, zu sichten und zu sichern. Manchmal finden sie auch noch private Dinge der früheren Nachbarn des Historischen Archivs. Unser Reporter hat sich ins Team eingereiht. Von Simon Müller
Bildergalerie: Rettung der Stadtarchiv-Dokumente
Innenstadt - Das geborgene Archivmaterial aus Köln wird in Münster in einem Spezialverfahren bei minus 30 Grad und Unterdruck gefriergetrocknet. So sollen die durchnässten Dokumente vor Schimmel geschützt werden. Von Heiko Ostendorf
Schätze aus dem Stadtarchiv 15: 57 Jahre einfach ausgelöscht
Linktipp: Archivamt Münster
Die Leiterin des eingestürzten Kölner Stadtarchivs Bettina Schmidt-Czaja will die aus den Trümmern geretteten Dokumente so schnell wie möglich digitalisieren. Um das Archivgut zu restaurieren, werden die Dokumente auch an auswärtige Archive weitergeleitet. Von Matthias Pesch
Interview: „Archiv war unser Leben“
Viele Vorschläge zur Unterbringung der Archivalien werden der Bedeutung des Kulturguts nicht gerecht. Ein neues Archiv soll auf jeden Fall gebaut werden. Von Christian Hümmeler
Innenstadt - Die einstige Stiftskirche St. Georg, eine der zwölf großen romanischen Kirchen der Stadt, gilt erst seit kurzem wieder als sicher. Das so genannte preußische Tor, Rest eines Wachgebäudes, ist dagegen dem Einsturz zum Opfer gefallen. Von Christian Hümmeler
Nach der Bergung der Opfer in der Severinstraße muss die Rettung des Kulturgutes Vorrang vor allem anderen haben. Bürokratie und Kompetenzgerangel gehören wirklich auf den Trümmerberg. Wer sich an die Bewältigung der Brandkatastrophe in der Anna-Amalia-Bibliothek erinnert, der weiß, was zu tun ist. Von Ulrich S. Soenius
Köln - Die Archiv-Direktorin Bettina Schmidt-Czaia sieht das Archivgut zwar in einem furchtbaren Zustand, hat aber auch einige Kostbarkeiten retten können. Von Martin Oehlen
Stiftung: Trümmer einer Wissenschafts-Karriere
Für den Schriftsteller Jürgen Becker erscheint die Zerstörung des Stadtarchivs wie ein Symbol. Als sollte - nachdem die Dokumente selbst den zweiten Weltkirg überstanden hatten - den Kölnern beigebracht werden, dass sich das Verhängnis der Zerstörung, jederzeit wiederholen kann. Von Jürgen Becker
Köln - Der Einsturz des Stadtarchivs ist nach Einschätzung des Kölner Kulturdezernenten Georg Quander ein „Supergau für die historische Forschung“. Bis die Bestände restauriert sind, könne es bis zu 30 Jahren dauern.
Nach der Katastrophe im Kölner Severinsviertel wächst die Sorge um die Zukunft der Forschung. Der langjährige Archivleiter Hugo Stehkämper fordert einen neuen Standort des eingestürzten Stadtarchivs. Das alte Gereonskloster sei die beste Lösung.
Stadtarchiv: Schätze lagerten auf sechs Etagen
Der Direktor der Weimarer Herzogin Anna Amalia Bibliothek bietet nach der Katastrophe in Köln Hilfe an. Angesichts der Bilder fühlt er sich an die Brandkatastrophe in der Amalia Bibliothek erinnert. Von Emmanuel van Stein
Stadtarchiv: Hilfsangebote aus der Republik
Der Kölner Althistoriker Werner Eck, Herausgeber der "Geschichte der Stadt Köln", äußert sich über die mangelnde Qualität der Dokumentation. Die Geschichtsschreibung über Köln sei damit nicht am Ende, werde aber deutlich erschwert. Von Martin Oehlen
Aus den unversehrten Nebengebäuden ist ein kleiner Teil der historischen Schätze geborgen worden. Auch aus dem Schutt wurde Material geholt - zum Teil in beklagenswertem Zustand.
Versicherung: Wer bezahlt den Schaden?
Stadtarchiv: War das Gebäude unterversichert?
Keine Kölner Katastrophe der vergangenen Jahrzehnte zielt so tief in die Seele der Stadt wie der Einsturz des Historischen Archivs der Stadt. Der Verlust der dort lagernden Schätze könnte unermesslich sein. Von Martin Oehlen
Illner-Interview: „Ein Verlust ersten Ranges“
Georg Quander ist Kulturdezernent der Stadt Köln. Er glaubt, der Verlust nach dem Einsturz des Stadtarchivs sei höher als beim Brand der Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar. Im Interview erzählt er, warum. Von Martin Oehlen
Köln - Unzählige Urkunden, Protokolle und Nachlässe sind nun unter Trümmern begraben. Es ist nur ein schwacher Trost, dass einige Archivalien ausgelagert waren. Von Jan W. Brügelmann
Für immer verloren: Die wertvollsten Dokumente
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