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„Stern TV“: Streit zwischen Rockern befürchtet

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In Hürth wurden am Mittwochabend zahlreiche Autofahrer kontrolliert. Foto: Frank Kreidler
Weil sie eine Konfrontation verfeindeter Rockergruppen befürchtete, hat die Polizei am Mittwochabend in Hürth hunderte Autofahrer kontrolliert. Grund war die Aufzeichnung von „Stern TV“ mit Gästen vom Motorradclub Satudarah MC.  Von
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Hunderte von Autofahrern wurden am Mittwochabend in Hürth von der Polizei kontrolliert, eine Person vorübergehend festgenommen. Grund für das große Polizeiaufgebot war eine Aufzeichnung der Fernsehsendung „Stern TV“ in den Fernsehstudios in Hürth-Kalscheuren. Moderator Steffen Hallaschka hatte in seiner Sendung Mitglieder des niederländischen Rockerclubs Satudarah eingeladen, die sich seit Wochen in Duisburg erbitterte Kämpfe mit den Hells Angels liefern.

Die Ermittler wissen längst, worum es geht. Denn im Ruhrgebiet brodelt es seit längerem. Bis vor einigen Monaten wirkten hier allein die Hells Angels und die verfeindeten Bandidos, die sich ihre Geschäftsreviere streitig machten. Doch inzwischen mischt ein dritter Motorradclub mit: Satudarah MC. Der Satudarah Motorclub wurde 1990 in Moordrecht in den Niederlanden gegründet. Die ersten Mitglieder waren Angehörige der Molukken, Einwanderer aus einer ehemaligen Kolonie der Niederlande im heutigen Indonesien. Aktuell zählt der Motorradclub in Holland rund 400 Mitglieder.

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Einem Polizeisprecher zufolge sind fünf der zehn meistgesuchten Verbrecher der Niederlande Mitglieder in diesem Motorradclub. Im Chapter Duisburg sind etwa 30 Mitglieder organisiert. Mit ihren Brüdern in Tilburg bei Eindhoven beraten sie sich regelmäßig über „Strategien“ für Deutschland.

„Die Erfahrungen, die wir hier gemacht haben, geben wir an unsere Brüder in Deutschland weiter“, erklärt Angelo, ein Sprecher des Clubs, den Stern-TV-Reportern. „Ich gehe davon aus, dass die Hells Angels ihren Brüdern genau das Gleiche sagen: »Hey, passt auf die auf. Denn sonst werden die immer mächtiger und mächtiger«, und dann ist ihr Einfluss in Deutschland vielleicht ganz schnell weg.“

In den Niederlanden ist diese Strategie aufgegangen, die Satudarahs sind dort die stärkste Rockerkraft. Nach Auskunft von Polizeisprecher Bernd Mauel ist das Sicherheitskonzept der Polizei in Hürth aufgegangen. Durch die Starke Präsenz konnten ein Aufeinandertreffen der Kontrahenten verhindert werden. Nur ein Mitglied von den 75 geladenen Gästen der Rockergruppe Satudarah wurde vorübergehend festgenommen. Der Mann führte eine Messer mit sich und verstieß damit gegen das Waffengesetz. Der Einsatz der Polizei endete gegen 1 Uhr.

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