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Gesamtschule: Neubau soll früher fertig sein

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Das ist der Siegerentwurf vom Stuttgarter Büro h4a Gessert Randecker. Die Gebäude bestehen aus einem Mix aus Holz, Beton und Glas. Zum Schulzentrum Sudetenstraße hin soll ein Park angelegt werden.  Foto: Birgit Lehmann
Zwei Stunden lang wurde im Hürther Stadtrat emotionsgeladen über die fünfzügige Gesamtschule diskutiert, die in einem Neubau an der Sudetenstraße untergebracht werden soll. Die geplante Übergangslösung ist durchaus umstritten.  Von
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Die Diskussion dauerte zwei Stunden, und zum Teil war sie sehr emotionsgeladen. Im Hürther Stadtrat war die fünfzügige Gesamtschule Thema, die im Sommer 2016 in einem Neubau an der Sudetenstraße untergebracht werden soll – ein Jahr früher als ursprünglich geplant. SPD, FDP und Grüne setzten am Dienstag durch, dass der Gesamtschulbetrieb zum Schuljahr 2014/2015 mit vier Zügen provisorisch in der Dr.-Kürten-Förderschule starten soll.

Die CDU stellte die Sinnhaftigkeit der Übergangslösung in Frage. Besser erspare man sich den „Huddel und Brassel in einem viel zu engen Provisorium“, sagte Fraktionschef Dirk Breuer. Seiner Meinung nach sollte der Schulbetrieb erst im Neubau beginnen. Auch die Freien Wähler waren gegen das Provisorium. Darunter hätten auch die Förderschüler zu leiden, die derzeit in der Dr.-Kürten-Schule betreut werden. „Die pädagogischen Konzepte sind dann nicht mehr umsetzbar“, sagte Kurt Martmann.

„Eine parallele Unterbringung in den beiden Jahren ist möglich“, entgegnete SPD-Fraktionschef Bert Reinhardt. „Natürlich ist es problematisch, zwei Schulen unter einem Dach unterzubringen“, ergänzte Christine von Grumbkow (Grüne). Aber ein Provisorium sei eben keine ideale Lösung.

Die CDU warf auch die Frage der Finanzierbarkeit eines Neubaus auf. „Hürth ist jetzt schon der Schuldenmeister im Rhein-Erft-Kreis“, sagte Dirk Breuer. Gegenfinanziert sei der Gesamtschulneubau, der schätzungsweise 35 Millionen Euro kosten soll, lediglich „durch erhöhte Einkommenserwartungen, die so nicht eintreffen werden“.

Es fehle an soliden Vorschlägen, an welcher Stelle die Ausgaben für den Neubau eingespart werden könnten. Welche Kosten das zweijährige Provisorium verursache, sei überhaupt nicht beziffert. „Wir steuern ins Blaue hinein“, klagte Breuer.

„Natürlich ist es problematisch, zwei Schulen unter einem Dach unterzubringen.“

Christine von Grumbkow, Grüne

„Die CDU hat ihre Meinung anscheinend geändert und sich innerlich von der Gesamtschule verabschiedet“, meinte Stephan Renner (SPD). Er spielte damit auf Wortmeldungen aus den Reihen der Union an, denen zufolge man durch die Gesamtschule keinesfalls eines der beiden Hürther Gymnasien gefährden dürfe. Bruno Pesch (Grüne) verwies auf den Elternwillen: „Derzeit wird in Hürth nur G8 angeboten.“ Auf der Gesamtschule blieben neun Jahre Zeit für das Abitur.

Bürgermeister Walther Boecker äußerte sich ausführlich zu dem Vorhaben. „Die Gesamtschule kann nur in einem Neubau stattfinden“, sagte er. Alternativen wie die Erweiterung der Realschule seien nicht umsetzbar. Die Gymnasien seien nicht in ihrer Existenz bedroht. Die Stadt könne sich die Gesamtschule leisten; die Kosten seien bereits im Haushaltsplan verankert. Nach Fertigstellung werde die Gesamtschule den Etat jährlich mit zwei Millionen Euro belasten. Die Stadt werde dadurch auf absehbare Zeit nicht ins Haushaltssicherungskonzept kommen.

Die Stadt verhandelt derzeit mit den Siegern des Architektenwettbewerbs über die genauen Kosten. Der Baubeginn ist für August 2014 vorgesehen. Zwei Jahre später soll die Schule fertig sein. Das Anmeldeverfahren soll beginnen, wenn ein Baubeschluss vorliegt.

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