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Luxemburger Straße: Durchfahrtverbot für Lkw geplant

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Rund Tausend Lastwagen wollen täglich über die Luxemburger Straße.  Foto: Britta Havlicek
Die Bezirksregierung verlangt von der Stadt Hürth Lösungen, um die Stickstoffdioxid-Belastung an der Luxemburger Straße zu reduzieren. Diese setzt auf eine Sperrung der Straße für den Lastwagen-Verkehr.  Von
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Hürth-Hermülheim

Schon bald könnte die Luft zumindest ein bisschen reiner auf der Luxemburger Straße in Hermülheim werden. Zumindest sollen konkrete Schritte eingeleitet werden, um den Schwertransport, der täglich mit fast tausend Fahrzeugen auf der B265 entlang rollt, und damit auch die Luftbelastung zu reduzieren.

Die Stadt Hürth ist für Dienstag zur Bezirksregierung Köln zitiert worden. Nachdem vor allem die von der EU vorgeschriebenen Grenzwerte für Stickstoffdioxid stark überschritten worden sind soll nun Manfred Siry, Leiter des Fachbereichs Planen, Bauen und Umwelt der Bezirksregierung Vorschläge unterbreiten, wie die stark frequentierte Luxemburger Straße entlastet werden kann. Neben der Einrichtung einer Umweltzone auf der Luxemburger Straße wird Siry heute der Bezirksregierung vor allem ein Vorschlag machen: ein Lkw-Durchfahrtverbot auf der B265. Siry: „Gleichzeitig müssten aber auch Schilder auf der Autobahn aufgestellt werden, die die Fahrer vor dem Durchfahrtsverbot warnen.“ Seiner Meinung nach müsste sich, sollte die Stadt Hürth das Durchfahrtsverbot beschließen, die Bezirksregierung dann auch um die Schilder auf der Autobahn kümmern. „Und dann bleibt immer noch das Problem, dass sich viele nicht dran halten werden“, befürchtet er.

Luftreinhalteplan

Für das hohe Lastwagenaufkommen auf der Luxemburger Straße wird vor allem die Industrie in und rund um Hürth verantwortlich gemacht. Im Rahmen des Luftreinhalteplans, der unter Federführung der Bezirksregierung Köln ausgearbeitet worden war mit dem Ziel, Projekte zu entwickeln, um die Luftverschmutzung zu reduzieren. Mit dabei sind Vertreter der Bezirksregierung Köln, des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz und der Stadt Hürth, Vertreter von Umwelt-, Wirtschafts- und Industrieverbänden und auch Vertreter der Industrie und Gewerbes selber als Spediteur tätig sind und solche beschäftigen.

Dazu zählen unter anderem im von der Infraserv Knapsack betriebenen Chemiepark Knapsack ansässigen Unternehmen, die benachbarte RWE Power AG und weitere Industrie auf dem Knapsacker Hügel, die Rußfabrik in Kalscheuren und mehrere Speditionen wie Trans-o-flex, Ohrem, Froitzheim, Schmidt und Talke. Die Firmen haben eine Selbstverpflichtungserklärung abgegeben, in denen sie versichern, dass ihre Lastwagenfahrer oder die Fahrer angeforderter Speditionen angewiesen werden, von der Knapsacker Industrie aus die Luxemburger Straße zu umfahren und über die Industriestraße direkt zur Autobahn 1 zu fahren.

Hinweisplakate

„Die Firmen haben bislang das getan, was sie tun konnten“, erklärt Thomas Kuhlow, Leiter der Kommunikation der Infraserv Knapsack. Im Chemiepark seien entsprechende Hinweisplakate aufgehängt worden, Lastwagenfahrer werden instruiert und bekommen mehrsprachige Hinweiskarten und auch auf der Internetseite wird auf die vorgegebene Route hingewiesen. Kuhlow: „Jetzt sind die Behörden dran.“ Rund 600 Lastwagen gehen pro Tag auf das Konto des Chemieparks. Kuhlow: „Aber 50 Prozent davon nehmen bereits die Anschlussstelle Knapsack der A1.“ Die anderen Unternehmen tun ihr Übriges. Auch Kuhlow bezweifelt, ähnlich wie Siry, dass es mit einem Lkw-Durchfahrtsverbot auf der Luxemburger Straße getan ist. Kuhlow: „Nur Schilder aufzustellen ist wahrscheinlich ein bisschen zu kurz gesprungen.“

Wie die Bezirksregierung Sirys Vorschläge aufnimmt ist unklar – erste Einblicke wird Siry möglicherweise schon heute den Mitgliedern des städtischen Planungsausschusses in ihrer Sitzung geben.
Am 3. Juli findet die nächste Sitzung der Projektgruppe statt. Da könnte die Bezirksregierung bereits verkünden, was genau nun für eine bessere Luft an der Luxemburger Straße getan werden soll.

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