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Raiffeisenbank Frechen-Hürth: „Stinklangweilig, aber solide“

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Uwe Goldstein (r.), Vorstandssprecher der Raiffeisenbank Frechen-Hürth, und sein Stellvertreter Volker Leisten, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Erft, zogen eine positive Bilanz. Foto: Birgit Lehmann
Die Raiffeisenbank Frechen-Hürth gilt nicht als sexy. Doch dieses Image sieht der Vorstand mittlerweile als Vorteil an. Mit Solidität habe das Geldinstitut ihre Marktposition ausbauen können, hieß es bei der Bilanzpressekonferenz.  Von
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Hürth/Rhein-Erft-Kreis.

„Früher galten wir als stinklangweilige Bank“, sagt Uwe Goldstein, Vorstandssprecher der Raiffeisenbank Frechen-Hürth. Heutzutage sei man froh darüber, weil dies schon als Zeichen für Solidität und Wertsicherheit gewertet werde. Denn anders als internationale Großbanken beteilige die Raiffeisenbank sich eben nicht an hochspekulativen Objekten: Goldstein: „Wir finanzieren keine Brücken in Shanghai.“

Bei einer Jahresbilanz zog Goldstein ein positives Fazit. Die sechs Genossenschaftsbanken im Rhein-Erft-Kreis – die Brühler Bank, die Raiffeisenbank Fischenich-Kendenich, die Raiffeisenbank Frechen Hürth, die Raiffeisenbank Gymnich, die Volksbank Erft und die VR-Bank Rhein-Erft – konnten ihre Marktposition weiter ausbauen und das in einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld. So steigerten die sechs selbstständigen Institute ihre Bilanzsumme um 3,4 Prozent auf 3,45 Milliarden Euro. Die Kunden kauften vermehrt Anteile, so dass die Kundeneinlagen um 1,2 Prozent auf insgesamt 1,84 Milliarden Euro gesteigert wurden. Entsprechend gebe es bei den Volks- und Raiffeisenbanken das Wort Kreditklemme nicht. Das läge an der guten Eigenkapitalstruktur der Kreditgenossenschaften von 3,6 Prozent und 194 Millionen Euro. 58 520 Eigentümer haben Anteile an den Volks- und Raiffeisenbanken, ein Plus von 1,8 Prozent.

Harter Wettbewerb

Anteile können ab einem Wert von 100 Euro bis zu 1000 Euro erworben werden. 195 000 Kundenhaben etwa 360 000 Konten. Sie verteilen sich auf 75 Geschäftsstellen mit 817 Mitarbeitern. Hauptgeschäft der Bank ist natürlich die Finanzierung von Immobilienkäufen. Der aktuelle Zinssatz bei einer Laufzeit von zehn Jahren und einem Eigenkapital liege bei 2,8 Prozent.

Künftig werde es für die Genossenschaftsbanken schwieriger werden: „Der Wettbewerb wird härter, weil staatlich gestützte Banken und Direktbanken aus dem Ausland, Mondkonditionen anbieten, um dringend benötigte Kundeneinlagen einzuwerben“, so Goldstein. Zugleich stiegen in den Regionalbanken die Kosten, da Aufsicht und Politik die Bürokratie vorantrieben und die Eigenkapitalanforderungen weiter verschärften. Anlegern rät Goldstein zu einem gemischten Portfolio. Es gelte die Faustregel. „Je höher der Zinssatz, desto größer das Risiko“. Und noch einen Rat hat der Banker: „Wer bei Verlusten nicht mehr ruhig schlafen kann, darf keine Aktien kaufen.“

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